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Das Wachsfigurenkabinett

Deutschland 1923/1924 Spielfilm

Inhalt

Aufwändig gestalteter Episodenfilm über die Figuren eines Wachsfigurenkabinetts, die in den Erzählungen eines jungen Dichters zum Leben erwachen.

Der Kalif Harun al Raschid, Iwan der Schreckliche und Jack the Ripper sind die jeweiligen Protagonisten der drei Phantasiegebilde, in denen auch der Dichter selbst sowie die von ihm verehrte Tochter des Kabinettbesitzers in verschiedenen Rollen auftauchen.

 

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Falk Schwarz
Wahnsinnig in der Giftküche
Hier wird mit den Augen gerollt, das Gesicht starr verzogen, der Mund aufgesperrt, mit langen ausgestreckten Fingern das Opfer berührt - alles, um den Schrecken zu verstärken, den Iwan (Conrad Veidt) verbreitet, der über Leichen geht. Da werden alle Register der Stummfilmkunst gezogen. Dann klammert sich Ivan an das Stundenglas in der unterirdischen Giftküche und nun wird sein Gesicht noch starrer, noch erschreckter, noch irrer, weil er seinen Namen auf diesem Stundenglas entdeckt hat. Der Giftmischer schrieb ihn darauf, sein letztes Stündlein naht, wenn der Sand durchgeronnen ist - da dreht er das Stundenglas wieder um, und noch einmal um und wird nun - so sagt es der Zwischentitel - ganz und gar wahnsinnig, weil er glaubt, dass er durch diese Bewegung sein Schicksal aufhalten kann. - Drastisch und exstatisch mit hochgetriebener Gestik, so muss man es heute sagen, lässt Regisseur Paul Leni seinen Darsteller agieren. Denn die Geschichte zieht sich, der Zuschauer weiss nicht so recht, was dieser schreckliche Ivan da überhaupt im Keller treibt. Doch was diesen Film heute über die Zeiten hinaushebt, ist die Filmarchitektur, sind die Bauten, die ebenfalls Paul Leni entwarf. Das ist expressionistisches Theater pur - in der ersten Episode naht sich Harun al Raschid („saftig“ wie immer: Emil Jannings) der Frau des Bäckers, um sie zu einem Schäferstündchen zu überreden. Die Türme und Bogen dieser Unterkunft suggerieren Phantastik, der große Herrscher muss sich bücken, wenn er in das Zimmer von „ihr“ möchte. Alle diese Details sind symbolträchtig, wobei Leni gerne die Figuren vor einem dunklen Hintergrund spielen lässt, damit er die Konturen schärfer abbilden kann. So erleben wir eine Reise in die Frühzeit des Films, angereichert mit vielen sexuellen Untertönen. 1924 war Kino noch Schaulust, Jahrmarkt und Grusel. Sowas hatte noch keiner gesehen! Das lässt sich noch heute spüren.

Credits

Drehbuch

Kamera

Darsteller

Produktionsfirma

Alle Credits

Regie-Assistenz

Drehbuch

Dramaturgie

Kamera

Standfotos

Bauten

Bau-Ausführung

Requisite

Kostüme

Darsteller

Produktionsfirma

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • Juni 1923 - September 1923: May-Film-Atelier, Berlin-Weißensee
Länge:
4 Akte, 2139 m
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, ohne Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 14.02.1924, B.08140, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (AT): 06.10.1924, Wien

Titel

  • Originaltitel (DE) Das Wachsfigurenkabinett
  • Verleihtitel (US) The Three Wax Works
  • Verleihtitel (US) Three Wax Men

Fassungen

Original

Länge:
4 Akte, 2139 m
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, ohne Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 14.02.1924, B.08140, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (AT): 06.10.1924, Wien

Verleihfassung

Abschnittstitel
  • Verleihtitel (US)
  • Three Wax Men
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, ohne Ton
Abschnittstitel
  • Verleihtitel (US)
  • The Three Wax Works
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, ohne Ton
Länge:
7 Akte, 2147 m
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, ohne Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 12.11.1924, B.09330, Jugendverbot

Aufführung:

Uraufführung (DE): 13.11.1924, Berlin, U.T. Kurfürstendamm