Als wäre es leicht

Deutschland 2024/2025 Spielfilm

Inhalt

Kati ist gehörlos, Florian ist blind. Er ist Stadionkommentator beim FC St. Pauli, sie entdeckt die Welt durch ihre Kamera. Als sie sich im Dialoghaus Hamburg begegnen, entsteht eine eigene Sprache – jenseits von Worten und Gesten, getragen von Nähe und Mut. Ihre Liebe wirkt für Außenstehende kaum möglich und entfaltet gerade deshalb eine besondere Kraft.

Quelle: Filmfestival Max Ophüls Preis 2026

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Heinz17herne
Heinz17herne
Eine junge Frau fotografiert auf einem Sportplatz, als das Handy klingelt. Mama ruft an und erinnert an den Arzttermin. Doch Kati erklärt, dass die Gebärden-Dolmetscherin abgesagt hat. Ganz davon abgesehen, dass sie kein Implantat will. Schnitt. Der Fußball-Bundesligist St. Pauli hat ein Heimspiel, 30.000 Fans machen das Millerntor zur Festung. Mittendrin der Stadionsprecher Timo und an seiner Seite Florian, der das Geschehen für das Fanradio kommentiert.

Kati ist gehörlos, Florian ist blind. Sie entdeckt die Welt durch ihre Kamera und sucht händeringend nach einer Wohnung, um nicht weiter ihrer Freundin Steffi zur Last zu fallen. Er wohnt bei Frau Kohlstädde, einer alten Dame, der er die Einkäufe die Treppe hoch trägt, und sucht gegenüber dem Arbeitsvermittler Kröger immer neue Ausreden, um dessen Job-Angebote abzulehnen.

Frühling. Beide treffen im Dialoghaus Hamburg aufeinander, wo Kati bereits seit geraumer Zeit Kurse etwa zum Erlernen des Lorm-Alphabets belegt hat. Florian hat nach der Androhung einer Kürzung der Arbeitsamts-Gelder einen Job als Betreuer angetreten und wird von der Leiterin Barbara gleich ins kalte Wasser geworfen: Ausflug in eine Boulderhalle. Zum Spaß, aber auch zum Training der Teamfähigkeit, bei dem Florian versagt: Torben muss die nächste Zeit mit einer Halskrause leben.

Kati und Florian kommunizieren mittels Handy-App miteinander, haben aber bald eine eigene Sprache untereinander entwickelt. Sie ist eher die Spontane, er der Abwehrende, Abwartende – aber beide können sehr emotional werden. Kati bei der HNO-Ärztin Dr. Mensing, die dringend zu einem Kopf-Implantat rät, Florian gegenüber seinem Bruder Michael, wenn es um ihren offenbar todkranken Vater geht.

Sommer. Kati und Florian unternehmen viel gemeinsam, erobern sich die Welt mit allen Sinnen. In den Ferien fahren sie zu ihren Eltern aufs Land: Rainer und Beate sind entsetzt, als sie Florians Blindenstock entdecken. Und hilflos, weil ihre Tochter sich nicht nur weigert, sich operieren zu lassen, sondern konsequent auf der Gebärdensprache besteht, obwohl sie durchaus der Sprache mächtig ist. Nach Tandem-Radtouren und Rodelbahn-Abfahrten zurück in Hamburg nimmt Kati Fotoaufträge von der Vernissage einer Kunst-Galerie bis zum Hochzeits-Posing vor der Elbphilharmonie an, während sich Florian immer mehr zurückzieht. Und sich weiterhin weigert, noch einmal seinen Vater auf Sylt zu sehen.

Herbst. Dass sein Vater gestorben ist, erfährt Florian, der auch den Job im Dialoghaus geschmissen hat, vom Stadionsprecher Timo. Und erfährt bei einem halbwegs erfolgreichen Versöhnungs-Treffen im Park von Kati, dass sie endlich eine Wohnung gefunden hat, die ihre Eltern gerade renovieren und einrichten. Mit Omas altem Geschirr und neuer Technik wie einer Lampe, die rot aufleuchtet, wenn jemand an der Haustür klingelt.

Winter. Nach fünf Jahren steht Florian, mit Kati an seiner Seite, erstmals wieder vor dem Elternhaus auf Sylt – zur Beerdigung des übrigens von beiden Söhnen ungeliebten Vaters. Michael Stüber und Gattin Cornelia führen nun das Millionenobjekt einer Luxus-Herberge mit Pool und weiteren Annehmlichkeiten für zahlungskräftige Gäste, finanziell hat Florian also ausgesorgt. Aber Kati hat die Geduld mit ihm verloren, reist vorzeitig ab, um sich weiterhin als freischaffende Fotografin durchzuschlagen. Aber, etwa zusammen mit ihrem Vater, auch ihrem Hobby der analogen Fotografie nachzugehen.

Neues Jahr, neuer Versuch? Kati verbringt das Weihnachtsfest mit ihren Eltern in der Provinz, Florian im Luxushotel, das ihm nun zur Hälfte gehört. Aber an Silvester steht er vor ihrer Wohnungstür…

„Als wäre es leicht“ ist die erste deutsche Spielfilmproduktion, die in den Hauptrollen Menschen zeigt, die im wirklichen Leben gehörlos bzw. blind sind. Der Hamburger Regisseur Milan Skrobanek, der heute mit einer Französin zusammenlebt, mit der er sich zunächst verbal überhaupt nicht verständigen konnte, stellt in seinem bemerkenswerten Spielfilmdebüt Fragen: Wie ist Liebe möglich, wenn fundamentale Mittel der Kommunikation nicht möglich sind? Ist es zwangsweise schlechter? Oder besser? Oder hat es vielleicht überhaupt keinen Einfluss?

Milan Skorbaneks Spielfilmdebüt, 2023 für den Deutschen Drehbuchpreis nominiert, zeigt, dass Nähe dort entstehen kann, wo andere nur Grenzen sehen. Weil sich Liebe nicht nur in Blicken oder Worten ausdrückt, sondern auch in dem Versuch, sich dem anderen immer wieder neu zuzuwenden – trotz alter und neuer Verletzungen, Missverständnissen und äußeren Einflüssen. Für Cindy Klink ist „Als wäre es leicht“ nach ersten Rollen im Fernsehen ihre erste Kino-Hauptrolle. Sie wurde mit dem New Faces Award in der Kategorie „Disruptive Mind“ der Illustrierten „Bunte“ ausgezeichnet. Auch David Knors, der nach drei Kurzspielfilmen einen 90-minütigen Dokumentarfilm über die deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft realisierte, gibt sein Spielfilmdebüt als Hauptdarsteller.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera-Assistenz

Innenrequisite

Kostüme

Schnitt

Ton-Design

Darsteller

Produktionsleitung

Produktions-Koordination

Dreharbeiten

    • 18.06.2024 - 14.12.2024: Hamburg, Sylt, Harz
Länge:
94 min
Format:
DCP, 1:2,39
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 16.01.2026, 276277, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 30.09.2025, Hamburg, Filmfest - Hamburger Premieren;
Kinostart (DE): 02.04.2026

Titel

  • Originaltitel (DE) Als wäre es leicht
  • Abschnittstitel (DE) Zwischen den Zeilen

Fassungen

Original

Länge:
94 min
Format:
DCP, 1:2,39
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 16.01.2026, 276277, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 30.09.2025, Hamburg, Filmfest - Hamburger Premieren;
Kinostart (DE): 02.04.2026