Summary
Waves
Adapted from Eduard von Keyserling’s 1911 novel of the same title, Waves depicts both the lives and loves of an aristocratic German family during a summer holiday on the Baltic coast of what is now Lithuania, as well as the twilight of a social order and its mores in a world soon to be plunged into the cataclysm of world war.
Source: German films Service & Marketing GmbH
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Es geht um die schöne, aber mittellose Gräfin Alice von Köhne-Jasky, die ihren 30 Jahre älteren Mann (leider nur ein kurzer, aber prägnanter Kurzauftritt: Peter Fitz) verlassen hat, um mit dem jungen Maler Til Knop ein neues Leben zu beginnen. Aber Alices großer Liebesrausch ist mittlerweile verflogen. Die 17-jährige Lolo von Buttlär sucht die Begegnung mit Alice und verliebt sich in sie. Lolo ist jedoch – arrangiert von den Eltern – mit dem allseits umschwärmten Husarenleutnant Carl von Gonthard verlobt, dessen Ankunft erwartet wird.
Der versehrte Geheimrat Frosenius fühlt sich ebenfalls zu Alice hingezogen und meidet, anders als die anderen feinen Damen, ihre Gegenwart keineswegs. Im Gegenteil: Um ihre gesellschaftliche Rehabilitation zu bewirken, arrangiert er ein Strandfest, zu dem auch die von Buttlärs eingeladen sind. Als es zum Streit kommt, stellt sich Lolos Verlobter Carl demonstrativ auf die Seite der Außenseiterin Alice und riskiert seine gesellschaftliche Stellung.
Alice und Carl verbringen daraufhin eine leidenschaftliche Liebesnacht. Doch Alice wird klar, dass sie ihr Ideal des freien Menschen auch in einer Liebe mit Carl nicht leben kann. Lolo verzweifelt, als sie von der Beziehung zwischen Alice und Carl erfährt, und will sich umbringen...
Eduard von Keyserling, (1855- 1918), der „baltische Fontane“, hat „Wellen“ 1911 geschrieben. Sein Kaleidoskop vor dem Hintergrund der feinnervig-dekadenten kurländische Adelsgesellschaft spielt am Vorabend des Ersten Weltkriegs und ist das Porträt einer Frau, die ihren um 30 Jahren älteren Mann verlässt, um mit einem jungen Künstler ein neues Leben zu beginnen.
„Alle suchen nach der großen Liebe und geben sich mit Sex zufrieden“: Vivian Naefes satirisch angehauchtes Melodram beruht auf dem Drehbuch Günter Schütters, der sich gegenüber der Vorlage einige Freiheiten herausgenommen hat: „Der Autor hat die Geschichte so modernisiert, dass sie das heutige Publikum auch versteht“, so der ZDF-Redakteur Günther van Endert. Was sich nicht nur auf die Namensänderungen bezieht, so heißt die Heldin Doralice jetzt Alice und aus dem Geheimrat Knospelius ist nun Frosenius geworden: Erotische Konflikte, offene Intrigen und geheime Verzweiflung zwischen einer Gruppe Adliger in einem kleinen Fischerdorf an der Ostsee werden nun ganz ohne vornehme Zurückhaltung offenbar.
Besonders Peter Döttlings Kamera, der analog zu Vivian Naefes Natursymbolik von Wind und Meer die Küste des neuen EU-Mitgliedslandes Litauen ins beste Licht rückt, überzeugt neben dem bis in kleinste Nebenrollen hervorragend besetzten Ensemble, unbedingt noch zu nennen Sven Pippig als Fischer Steege, Katharina Tüschen als Großmutter Steege und die Wiener wie Berliner Theater-Legende Heribert Sasse als „Mann in Schwarz“.
„Wellen“ ist vom 1. September bis 17. Oktober 2003 am Originalschauplatz der Vorlage in der einzigartigen Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung im heutigen Litauen gedreht worden. Und soll, von mir allerdings nicht verifiziert, unter dem Titel „Le murmure des vagues“ beim Festival International de Programmes Audiovisuels (FIPA), das vom 18. bis 23. Januar 2005 in Biarritz stattgefunden hat, uraufgeführt worden sein. Gesicherte Erstausstrahlung war am 21. Januar 205 auf Arte.
Vivian Naefe im ZDF-Presseheft: „Ein solcher Film muss ein Kommentar zu unserer Zeit sein, über zeitlose Gefühle und Verhaltensweisen von Menschen. Es geht nicht um eine bloße Rekonstruktion des Jahres 1913. Wir wollen eine Zeit wieder auferstehen lassen, in der Deutschland noch unschuldig war, in der es noch keine Weltkriege, keinen Holocaust gab.“
Pitt Herrmann