Bei den 39. European Film Awards im Januar 2027 in Athen wird Hiam Abbass mit dem "European Achievement in World Cinema"-Award ausgezeichnet. Damit würdigt die European Film Academy ihr herausragendes Lebenswerk und ihren einzigartigen Beitrag zum Weltkino.
Hiam Abbass wurde in Nazareth als Kind einer palästinensischen Familie geboren, die 1948 ins Exil gezwungen wurde. Sie begann ihre Schauspielkarriere am palästinensischen Nationaltheater El-Hakawati in Ostjerusalem, das von den israelischen Behörden häufig geschlossen wurde. Während einer Theatertournee durch Europa beschloss sie, Palästina zu verlassen und nach London zu gehen; seit Ende der 1980er Jahre lebt sie in Paris.
Hiam Abbass spielte 1989 ihre erste Hauptrolle in "La nuit miraculeuse" von Ariane Mnouchkine. Im Laufe ihrer palästinensischen, arabischen und internationalen Karriere hat sie in über 100 Filmen mitgewirkt, darunter "Roter Satin" von Raja Amari, "Paradise Now" von Hany Abu-Assad, "Willkommen in Amerika" von Cherien Dabis, "Ein Sommer in New York – The Visitor" von Tom McCarthy, "The Limits of Control" von Jim Jarmusch, "Miral" von Julian Schnabel, "Blade Runner 2049" von Denis Villeneuve, "Gaza mon amour" von Arab und Tarzan Nasser sowie kürzlich in "Palästina 36" von Annemarie Jacir und "Atonement" von Reed Van Dyk.
Hiam Abbass wurde zweimal für die European Film Awards nominiert, jeweils für ihre Rolle in Filmen unter der Regie von Eran Riklis: Für "Die syrische Braut" wurde sie 2005 für den People’s Choice Award nominiert und für "Lemon Tree" 2008 als beste europäische Schauspielerin – ein Film, für den sie einen Asia Pacific Screen Award gewann.
Der Dokumentarfilm "Bye Bye Tiberias" ihrer Tochter Lina Soualem, der in ihr Heimatdorf Deir Hanna zurückkehrt und ihre mutigen Entscheidungen sowie ihre Verbundenheit mit ihrer Familie beleuchtet, wurde ebenfalls für die European Film Awards 2024 nominiert. Ihre Darstellung in "In Syria" von Philippe Van Leeuw wurde für die französischen Lumière-Preise (2018) nominiert.
Außerdem spielte sie in der Hulu-Serie "Ramy" und der HBO-Serie "Succession" mit, für die sie 2023 eine Primetime-Emmy-Nominierung erhielt. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin ist Hiam Abbass auch als Regisseurin tätig. Ihr Film "Eine Familie im Krieg" wurde auf Festivals in Gijón, São Paulo und bei den Venice Days (2012) gezeigt.
In Zusammenarbeit mit der European Film Academy würdigt der europäische Kultursender ARTE den Achievement in World Cinema Award mit einer Sonderreihe von Filmen mit Hiam Abbass: "Die syrische Braut" wird im Fernsehen und auf arte.tv gezeigt, während "Eine Familie im Krieg" und "Foreign Body" online auf arte.tv verfügbar sein werden. "Die syrische Braut" und "Eine Familie im Krieg" wurden von ARTE koproduziert.
Hiam Abbass wird als Ehrengast bei der 39. Verleihung der European Film Awards am 16. Januar 2027 in Athen anwesend sein. Live-Übertragung auf www.europeanfilmawards.eu.
Die European Film Awards werden jährlich gemeinsam von der European Film Academy und der European Film Academy Productions verliehen.
Quelle: www.europeanfilmawards.eu