Die Gewinnerfilme des 41. DOK.fest München

Am Samstag fand die feierliche Preisverleihung des 41. DOK.fest München (06.-25.05.2025) statt. Der Schweizer Film "The Narrative" von Bernard Weber und Martin Schilt hat den Hauptpreis, die VIKTORIA DOK.international Main Competition, gewonnen.

 

Das sind die Gewinnerfilme:

VIKTORIA DOK.international Main Competition:
"The Narrative" / Bernard Weber, Martin Schilt

VIKTORIA DOK.deutsch Wettbewerb:
"Meanwhile in Namibia" / Jonas Spriestersbach

VIKTORIA DOK.horizonte Competition – Cinema of Urgency:
"Unwelcomed" / Sebastián González, Amílcar Infante

kinokino Publikumspreis: 
"When Pigs Fly" / Denise Riedmayr

megaherz Student Award:
"Was an Empfindsamkeit bleibt" / Daniela Magnani Hüller

DOK.international Main Competition

"The Narrative"
Bernard Weber, Martin Schilt
Schweiz 2026

Der ehemalige UBS-Trader Kweku Adoboli wird für den Verlust von 2,3 Milliarden Dollar verurteilt. Doch wen trifft wirklich die Schuld in diesem Fall? Der Film rekonstruiert den Prozess anhand originaler Protokolle und hinterfragt die dominierende Erzählung. Ein vielschichtiges Porträt über Kapitalismus, Systemversagen und die Macht von Narrativen.

Die VIKTORIA DOK.international ist mit 10.000 Euro dotiert. Preisstifter ist der Bayerische Rundfunk. Nominiert waren Filme, die ein breites inhaltliches und formales Spektrum aufweisen und sich durch ihre hohe künstlerische Qualität auszeichnen.

DOK.deutsch Wettbewerb

"Meanwhile in Namibia"
Jonas Spriestersbach
Deutschland, Namibia 2026

Deutschland erkennt den Völkermord an den Ovaherero und Nama in Deutsch-Südwestafrika zwar an, doch statt Reparationen zu zahlen, wird Entwicklungshilfe angeboten. Jonas Spriestersbach findet starke Bilder, die strukturelle Ungleichheit und Rassismus erschreckend allgegenwärtig machen.

Die VIKTORIA DOK.deutsch ist mit 7.500 Euro dotiert. Der Preisstifter ist Sky. Nominiert waren Filme, die sich mit Menschen und Themen des deutschsprachigen Raums oder der deutschen Geschichte auseinandersetzen.

DOK.horizonte Competition – Cinema of Urgency

"Unwelcomed"
Sebastián González, Amílcar Infante
Chile 2025

Ein Mob jagt, irgendwo in Chiles Norden, venezolanische Migrant*innen, die zu Tausenden tausende Kilometer zurücklegen und eines suchen: Arbeit und ein anständiges Leben. Chiles karg-schöne Landschaft aus der Vogelperspektive steht den Nahaufnahmen der Protagonist*innen gegenüber. Die Komplexität von Migration auf der anderen Seite des Ozeans hält uns einen Spiegel vor. 

Die VIKTORIA DOK.horizonte wird von der Petra-Kelly-Stiftung gestiftet und ist mit 5.000 Euro dotiert. Nominiert waren Filme, die ihr Augenmerk auf Länder mit instabilen Strukturen richten.

kinokino Publikumspreis

"When Pigs Fly"
Denise Riedmayr
Deutschland 2026

Ist das Schwein ein Nutztier? Oder doch was zum Liebhaben? Und wenn Schweineherzen bald in Menschen transplantiert werden können, stellen sich dann nicht noch ganz andere Fragen? Verwischen die Grenzen zwischen den Spezies? Ein Film zwischen Uni-Labor und Gnadenhof, der nie belehrt, sondern kluge Fragen stellt und Erstaunliches entdeckt.

Der kinokino Publikumspreis ist mit 2.000 Euro dotiert und wird gestiftet von BR, 3sat und dem DOK.fest München. Namensgeber und Medienpartner des Publikumspreises ist kinokino – Das Filmmagazin im Bayerischen Rundfunk | 3sat. Nach jeder Vorstellung des DOK.fest München 2026 konnten die Zuschauer*innen den gesehenen Film per QR-Code bewerten.

megaherz Student Award

"Was an Empfindsamkeit bleibt"
Daniela Magnani Hüller
Deutschland 2026

Vierzehn Jahre nachdem sie einen versuchten Femizid überlebt hat, kehrt die Filmemacherin zu den Menschen und Momenten von damals zurück. Es sind Gespräche voller Wärme und Zuversicht, aber auch voller Kälte und Brutalität. In intensiven Begegnungen sucht die Protagonistin nach Erinnerungen – und nach Antworten auf all die Fragen, die sie seitdem begleitet haben.

Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für "First Lap Crash" von Liam Erlach aus. Seine Schwester Amina ist 21 Jahre alt und lebt mit der Behinderung, bei der die Betroffenen schon kleinste Anstrengungen aus der Bahn werfen können. Eine kurative Therapie gibt es bislang nicht – nur schwer zu findende Wege, um Symptome zu lindern. Der Bruder antwortet mit einem Film über und für sie. Aus der Jurybegründung: "Der Film schafft es, eine unsichtbare Welt durch Rhythmus, Stille und radikale Minderung sichtbar werden zu lassen. Liam findet dafür eine eigene visuelle Sprache, um Erschöpfung, Isolation und die Zerbrechlichkeit des alltäglichen Lebens auszudrücken."

Der Student Award wird von megaherz gestiftet und ist mit 3.000 Euro dotiert. Nominiert waren herausragende Dokumentarfilme von Studierenden deutschsprachiger Filmhochschulen und Akademien.

Diese Preise wurden beim 41. DOK.fest München bereits verkündet:

Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis:
"Materia Prima" / Preisträgerin: Atena Eshtiaghi (Komposition), Regie: Jens Schanze

VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis:
"Innere Emigranten" / Preisträgerin: Lena Karbe (Produktion und Regie)

VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis:
"Driving Europe" / Preisträger: Artur Althen, Lennart Heidtmann, Felix Länge (Produktion), Regie: Felix Länge

all inclusive Dokumentarfilmpreis
"Hello New Body, How Are You Today?" / Preisträgerin: Laura Kansy (Regie)

Diese Preise wurden beim DOK.forum 2026 verliehen:

DOK.digital Award: 
"Unhome VR – Überleben auf der Straße" / Preisträger: Henning Westerwelle

DOK.archive Award:
"The Chef Suffragette" / Preisträgerinnen: Magdalena Szymków, Małgorzata Prociak

DOK.talent Award:
"Kaulquappen" / Preisträgerinnen: Rosa Gocht (Regie), Felipa Goltz (Produktion)

DOK.composition Award:
"Reihenhaus Revisited / Visionen für die Vorstadt" / Preisträger*innen: Matthias Petsche (Komposition), Michaela Kirst, Lilian Franck und Dirk Lütter (Regie)

Quelle: www.dokfest-muenchen.de/