Ausstellung und Vortragsreihe über den Maler und Experimentalfilmer Franz Schömbs

Zum 50. Todestag des Mannheimer Künstlers Franz Schömbs (1909–1976) am 10. April veranstaltet die Stiftung Künstlernachlässe Mannheim gemeinsam mit PORT25 – Raum für Gegenwartskunst ab kommenden Freitag eine Ausstellung samt Vortragsreihe. 

 

Der Maler und Filmemacher arbeitete äußerst experimentell, war seiner Zeit bisweilen voraus, und entsprechend wurden seine Werke vom zeitgenössischen Publikum oft nicht angemessen gewürdigt – obwohl Franz Schömbs ein Ausnahmekünstler war.

Seine Filme sind im bundesdeutschen Film der 1950er-Jahre seltene Kunstwerke. Sie zeigen die versteckten Strömungen, die unter der Oberfläche der Heimatfilme brodelten, bis 1962 Filmemacher in Oberhausen unter dem Titel "Papas Kino ist tot" neue filmische Formen und Erzählweisen sowie die Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität der Bundesrepublik fordern.

Die fünf technisch aufwendigen Kurzfilme, die über einen Zeitraum von 25 Jahren entstanden sind, gerieten nach seinem Tod 1976 in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren wurden sie durch Vorführungen bei internationalen Festivals und Filmmuseen über die deutschen Grenzen hinaus wiederentdeckt. 

Seit den 1930er Jahren beschäftigte sich Schömbs mit der Frage von Zeit, Raum und Bewegung im Bild, die ihn schließlich zum Bewegtbild führte, und er entwickelte durchaus avantgardistische Bild- und Präsentationsformen.

Für den Kunstfilm "Die Geburt des Lichts" zog Schömbs 1957 von Mannheim nach München, wo ihm die Unda-Film die Möglichkeit bot, seine Ideen zu realisieren. Schömbs hatte eine komplexe Maschine, den "Integrator", entworfen, durch den er nach einer genau berechneten Partitur bemalte, schablonenartig ausgeschnittene Bildstreifen laufen ließ. Mittels Mehrfachbelichtungen und Spiegelungen entstanden immer neue Farb- und Formkonstellationen, in denen sich Raum und Zeit im abstrakten Farbklang verbinden. Von der Kritik hoch gelobt, war auch das fürs Publikum zu herausfordernd.

Das Filmarchiv des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum hat sich vor wenigen Jahren dem Werk von Franz Schömbs gewidmet und seine Arbeiten restauriert.

Alle Termine im Überblick

Fr, 10.04.2026, 19 Uhr - Eröffnung der Ausstellung

Do, 16.04.2026, 19 Uhr - Silvia Köhler gibt einen Überblick über Franz Schömbs' Biografie und seine Kunst

Do, 30.04.2026, 19 Uhr - Thomas Worschech verortet die Filme von Franz Schömbs in den Kontext des deutschen Experimentalfilms der 1950er-Jahre

Do, 07.05.2026, 19 Uhr - Lou Burkart schildert die Herausforderungen, vor denen sie bei der Restaurierung und Digitalisierung der verschiedenen Filmversionen 2022 stand

Do, 28.05.2026, 19 Uhr - Prof. Dr. Henry Keazor ordnet Schömbs' Filmarbeiten in den kunsthistorischen Kontext ein

Silvia Köhler - Vorstand der Künstlernachlässe Mannheim
Thomas Worschech - Leiter des Filmarchivs am DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt
Lou Burkart - Kuratorin am Eye Filmmuseum Amsterdam
Prof. Dr. Henry Keazor - Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg

Alle Vorträge der Reihe 'Franz Schömbs' finden im PORT25 – Raum für Gegenwartskunst statt und werden zusätzlich live auf dem YouTube-Kanal der Künstlernachlässe Mannheim gestreamt.

Ausstellung: 10.04.–14.06.2026 | Mi–So 11–18 Uhr, der Eintritt ist frei

Quelle: www.kuenstlernachlaesse-mannheim.de/