Im Januar 2027 jährt sich die Uraufführung eines der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte zum 100. Mal: "Metropolis". Um Fritz Langs Stummfilmklassiker in seinem Jubiläumsjahr in bestmöglicher Qualität aufführen zu können, vergab das Fördergremium "Kuratorisches Interesse" in einer Sondersitzung im Dezember 114.035,41 Euro aus dem Förderprogramm Filmerbe an die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung zur Restaurierung und Neudigitalisierung des Films in 4K.
"‘Metropolis’ war seiner Zeit technisch weit voraus und wirkt bis heute. Gerade weil Fritz Lang den Fortschritt selbst zum Thema gemacht und mit bahnbrechender Tricktechnik Filmgeschichte geschrieben hat, verdient dieses Werk zu seinem 100. Geburtstag die bestmögliche Präsentation, die heutige Technik leisten kann", erläutert Jolinde Sawahn, Stellvertretung des FFA-Vorstands und Leitung Förderung. "Restaurierte Filmklassiker auf der großen Leinwand zu erleben, ist mehr als Nostalgie – es ist Kino in seiner intensivsten Form. Dass Filmerbe-geförderte Werke regelmäßig in den Retrospektiven von Berlin, Cannes, Venedig und anderen Festivals gezeigt werden, demonstriert eindrucksvoll, wie lebendig und anschlussfähig das Kino vergangener Jahrzehnte auch für ein heutiges Publikum ist."
So bildete etwa die Premiere der 4K-Fassung zum 40. Jubiläum von Wim Wenders "Paris, Texas" auf dem Festival de Cannes 2024 den Auftakt zu einer Weltreise mit Festival- und Kinowiederaufführungen auf allen Kontinenten. Jolinde Sawahn ergänzt: "Wir freuen uns, dass auf der kommenden Berlinale wieder acht Filme zu sehen sind, die mit Mitteln des Förderprogramms Filmerbe bzw. der vorherigen FFA-Digitalisierungsförderung restauriert und digitalisiert wurden."
Zuletzt wurde "Metropolis" mit erst 2008 in Buenos Aires wiederentdeckten Szenen rekonstruiert und mit den damaligen technischen Möglichkeiten restauriert sowie digitalisiert und 2010 in einer Berlinale-Special-Premiere am Brandenburger Tor gezeigt. Die Vorführqualität der jetzt erstmals mit Mitteln des Förderprogramms Filmerbe hergestellten 4K-Version wird weitestgehend der Uraufführungsfassung von 1927 entsprechen.
Die seit 2014 im Filmförderungsgesetz festgeschriebene Förderung der Digitalisierung von Filmen, die dem nationalen Filmerbe zuzurechnen und filmhistorisch, dokumentarisch oder künstlerisch von besonderem Wert sind, ist seit Januar 2019 Bestandteil des Förderprogramms Filmerbe, das von BKM, FFA und den Bundesländern finanziert wird. Die Digitalisierung von Filmen wird gefördert nach Auswertungsinteresse, kuratorischem Interesse und konservatorischer Notwendigkeit.
Die nächsten Fördersitzungen der Gremien für konservatorisches bzw. kuratorisches Interesse finden am 21. bzw. 28. April 2026 statt, Einreichfrist für die darauffolgenden Sitzungen im Oktober ist der 15. Juli 2026.
Die Förderergebnisse des gesamten Jahres finden Sie hier.
Quelle: www.ffa.de