George Jaques herzöffnende, genrebewusst spielerische Komödie "Sunny Dancer" eröffnet den Generation 14plus-Wettbewerb 2026.
Nachwuchsstar Bella Ramsey ("Game of Thrones") spielt inmitten eines fantastischen Ensembles (Daniel Quinn-Toye, Ruby Stokes, Earl Cave, Conrad Khan, Jasmine Elcock und Neil Patrick Harris) eine junge Frau, die nach überstandener Krebserkrankung den Sommer widerwillig in einem Camp mit jugendlichen Misfits mit ähnlicher Geschichte verbringt und langsam den Unterschied zwischen Überleben und Leben begreift.
Den Generation Kplus-Wettbewerb eröffnet Eliza Capais "A Fabulosa Máquina do Tempo" ("The Fabulous Time Machine"), in dessen Zentrum die Mädchen eines ökonomisch benachteiligten brasilianischen Dorfes stehen. Zwischen schwieriger Vergangenheit und eigenen Zukunftswünschen erkundet der Dokumentarfilm die Lebensrealitäten der Protagonistinnen, die selbst eine aktive Rolle in der Mitgestaltung des ideensprühenden Films übernehmen. Ein Leuchtturm für die Kraft des Kinos, die Gegenwart zu verstehen, und eine bessere Welt vorstellbar zu machen.
18 Lang- und 23 Kurzfilme umfasst die Auswahl der beiden Wettbewerbe Kplus und 14plus, 30 Weltpremieren und zehn Langfilmdebüts aus insgesamt 31 Produktionsländern. Zu einer Art Zeitmaschine wird das Kino in zahlreichen Beiträgen. Es findet in der Vergangenheit die Geschichte der Gegenwart, überblickt Lebensabschnitte und rebelliert gegen den Stand der Dinge. In Yusuke Hirotas Anime "Entotsumachi no Poupelle - Yakusoku no Tokeidai" ("Chimney Town: Frozen in Time") ist es der Lauf der Zeit selbst, der sich verformt.
Die Filme erzählen multiperspektivisch, wie Mees Peijnenburgs Geschwisterdrama "A Family", oder lassen sich auf individuelle Erfahrungsräume ein, wie Allan Debertons "Feito Pipa" ("Gugu’s World") über den flamboyanten Elfjährigen Gugu, dessen Fantasie eine Ressource seines Selbstvertrauens ist, ganz anders als sein strenger Vater (Lazáro Ramos). Die Suche nach einem Schuh über einen Tag und durch eine Nacht wird in Paul Negosecus "Atlasul universului" ("The Atlas of the Universe") zu einer epischen Reise des Aufwachsens. Im Programm finden sich Regisseur*innen, die der Sektion schon lange verbunden sind, wie Rima Das, die in ihrem jüngsten Film "Not A Hero" einmal mehr ein ganz eigenes Kino der Kindheit erschafft. Daneben stehen beeindruckende Debüts wie Fernanda Tovars furchtlos-zärtlicher Beitrag "Chicas Tristes" ("Sad Girlz") und Saša Vajdas driftend vielschichtiger "The lights, they fall".
In weiteren Debütfilmen wird Genrekino zur schillernden Projektionsfläche eigener Wahrheiten und politischer Metaphern: Sandulela Asandas "Black Burns Fast" verwandelt die Internatskomödie in ein energetisches, witziges Drama queerer Schwarzer Selbstfindung, während in Victoria Linares eigensinniger Horrorfilm-Aneignung "No Salgas" ("Don’t Come Out") das Leben einer jungen lesbischen Frau auf mehr als eine Art heimgesucht wird. Diego Funtes formt in "Matapanki" aus einem Superheld*innenfilm ein wildes Punk-Manifest.
Kino als Community Ressource verstehen Lexie Bean und Logan Rozos in ihrem Dokumentarfilm "What Will I Become?", der sich dem Vermächtnis junger Trans-Männer widmet, dabei die Auseinandersetzung mit dem Thema Suizid nicht scheut und das Leben vehement verteidigt.
Kurzfilmwettbewerbe
Auch in den Kurzfilmwettbewerben zündet ein Feuerwerk der filmischen Formen. Die Filme widmen sich dokumentarisch brennenden Fragen der Gegenwart, erzählen sensibel, komplex und zeitlos von schwierigen Übergängen zwischen Kindheit, Jugend und Erwachsensein, von Ausbrüchen und sanften Rebellionen. Sie tauchen in fantastische Bilderwelten ein und finden im Kino eine Sprache für Dinge, für die Worte fehlen können. Eine Rückkehr feiert in diesem Jahr das Programm für die jüngsten Kinogänger*innen, das in vier kurzen Formen auch jenen, die zum ersten Mal im Kino sind, die Tore der Imagination aufstößt.
Generation Badge - 14plus
Filmfans zwischen 14 und 25 Jahren, die den Generation Badge - 14plus erworben haben, können sich 2026 auf noch mehr Festivalprogramm freuen: ausgewählte Filme aller Berlinale-Sektionen, Veranstaltungen bei Berlinale Talents und ein Rahmenprogramm, das gemeinsam mit MPower, NewMotion, kino.for you | DOXS RUHR, Dreh's um, Prevyou, Youki, ZebraStreifen und Freie Generation Reporter*innen entwickelt wurde. Mit dem Festivalpass öffnet die Sektion gestaltbare Räume für junges Publikum und die Berlinale gleichermaßen: durch Austausch, Begegnungen und elf Tage inspirierende Kinoerfahrung.
Die Filme von Berlinale Generation 2026
Quelle: www.berlinale.de