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Die Buntkarierten

Deutschland (Ost) 1948/1949 Spielfilm

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Falk Schwarz
Immer am Abgrund
An dem Schicksal einer Familie zu zeigen, wie sich die Zeiten ändern, wie sie in den wechselvollen Jahren des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und in der Nazizeit lebten, das lässt sich am wohlhabenden Bürgertum schildern („Der Engel mit der Posaune“), oder eher kabarettistisch („Wir Wunderkinder“) oder eben im kleinbürgerlichen Milieu. Defa-Regisseur Kurt Maetzig bezieht Position: erzählt wird die Geschichte des Dienstmädchens Guste (anheimelnd und fraulich: Camilla Spira) und dem Maler Paul (brillant wie immer: Werner Hinz), denen zur Hochzeit die „Herrschaft“ buntkarierte Bettwäsche schenkt. Die „Gnädige“ ist hochnäsig, arrogant und empathielos. Der „Gatte“ kneift der Guste mit eindeutigen Absichten in den Po. Grund genug, um wütend zu werden. Als Guste in der Straßenbahn einen Landsturmmann (frech und direkt: Willi Rose) trifft und er sie aufklärt über die wahren Verhältnisse, über den „Krupp“, der nur am Krieg verdient, da wirft Guste die Arbeit in der Munitionsfabrik hin. In ihr erwacht politisches Bewusstsein. Ihr Paul setzt sich in der Gewerkschaft für die Rechte der Arbeiter ein. - Das ist alles umstandslos und direkt erzählt und wird von glänzenden Schauspielern getragen. Aber der Film ist nicht nur traurig und ernst. In einer Tanzszene findet sich plötzlich eine beispielhafte Leichtigkeit. Die Kamera von Friedl Behn-Grund (mit Karl Plintzner) dreht sich mit, fährt am Rand über die Köpfe der Sitzenden hinweg, es scheint so, als würde sie mittanzen und als sie sich zum Schluß erhebt und das Ganze von oben filmt, da wird dann bildhaft klar: es ist ein Tanz auf dem Vulkan, alles wird sich ändern. Der Nazispuk zieht auf. Paul stirbt, Guste ist allein. - Der Film bleibt in der Welt der Arbeiter, ist ideologisch unterfüttert und leidet an einer mangelnden Differenzierung der Charaktere. Dennoch gibt es auch Humor. Als Paul aus dem Krieg kommt und in die Arme seiner Guste sinkt, da fragt sie ihn, worauf er sich denn am meisten gefreut habe. „Auf die Buntkarierten“, antwortet er.

Credits

All Credits

Director

Assistant director

Screenplay

Director of photography

Optical effects

Production design

Set construction

Editing

Arrangement

Cast

Unit production manager

Location manager

Production assistant

Duration:
2862 m, 105 min
Format:
35mm, 1:1,33
Video/Audio:
s/w, Ton
Screening:

Uraufführung: 08.07.1949, Berlin, Babylon, LEW Henningsdorf

Titles

  • Originaltitel (DD) Die Buntkarierten

Versions

Original

Länge:
2862 m, 105 min
Format:
35mm, 1:1,33
Bild/Ton:
s/w, Ton
Aufführung:

Uraufführung: 08.07.1949, Berlin, Babylon, LEW Henningsdorf