Vendetta

Deutschland 2000 TV-Spielfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
Der prominente venezianische Anwalt Carlo Trevisan wird in einem Zugabteil erschossen. Commissario Guido Brunetti (Joachim Król) und sein Assistent Sergente Lorenzo Vianello (Karl Fischer) sind erstaunt, dass weder Trevisans Gattin Franca (Gudrun Landgrebe) noch seine Tochter Francesca (Maria Silvia de Carlo) um den Toten trauern. Brunetti findet heraus, dass Franca Trevisan ein Verhältnis hatte mit Salvatore Martucci (Miguel Herz-Kestranek), dem Stellvertreter ihres Mannes, welcher die polizeilichen Ermittlungen nach Kräften behindert. Vianello ist jedoch von Martuccis Mafia-Kontakten überzeugt, findet aber keine Beweise.

Überraschend erhält der Commissario einen Anruf seines Kollegen Capitano Della Corte (Heinz Hoenig) aus Padua, der Brunetti auf eine Parallele zwischen dem Fall Trevisan und dem rätselhaften Tod eines reichen Steuerberaters aus Padua hinweist. Regina Ceroni (Maja Maranow), eine frühere Mitarbeiterin Trevisans, hat sich regelmäßig mit dem Steuerberater in Padua getroffen. Sie führt inzwischen ein Reisebüro, zu dessen Hauptkunden der ermordete Anwalt zählte. Es erhärtet sich der Verdacht, dass das Reisebüro der illegalen Einschleusung vorwiegend osteuropäischer Frauen dient, die von ihren Zuhältern ausgebeutet werden.

Doch als Trevisans Stellvertreter Martucci ebenfalls erschossen wird, steht Brunetti erneut vor einem Rätsel. Gegen den Willen ihrer Mutter Paola (Barbara Auer) mischt sich Brunettis Tochter Chiara (Laura-Charlotte Syniawa) in die Ermittlungen ein, geht sie doch mit Trevisans Tochter Francesca in eine Klasse. Francesca spielt Chiara ein Videoband zu, nach dessen Sichtung Brunetti erstmals in seinem Berufsleben die Fassung verliert...

Vier Romane der seit 1981 in Venedig lebenden US-Amerikanerin Donna Leon wurden in den beiden ersten Commissario Brunetti-Staffeln mit dem Schauspieler Joachim Król in der Titelrolle verfilmt. Sigi Rothemund war Regisseur der 2001 gedrehten zweiten Staffel mit „In Sachen Signora Brunetti“ und „Nobiltà“, zwei ausgesprochenen Langweilern, die sicherlich dazu beigetragen haben, dass sich Joachim Król frühzeitig verabschiedete und Uwe Kockisch Platz machte, der seine Sache im übrigen deutlich besser macht.

Sigi Rothemund bereitete anschließend – nach gleichem Muster – die in Triest spielenden Commissario Laurenti-Krimis von Veit Heinichen für die ARD szenisch auf. Nach der ersten Staffel mit „Die Toten vom Karst“ und „Gib jedem seinen eigenen Tod“ hätte ich eigentlich erwartet, dass auch hier der Titeldarsteller, der Berliner Volksbühnen-Star Henry Hübchen, das Handtuch wirft...

Christian von Castelberg war Regisseur der beiden anderen, eindeutig actionreicheren und spannenderen Folgen: Nach „Venezianische Scharade“ nun also „Vendetta“. Erneut hochkarätig besetzt mit den Episoden-Gästen Maja Maranow, Gudrun Landgrebe und Heinz Hoenig wissen von Castelberg und sein Kameramann Reinhard Schatzmann immer wieder die prächtige Kulisse der Lagunenstadt zu nutzen.

Pitt Herrmann