Pandorum

Großbritannien Deutschland 2008/2009 Spielfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
An Bord einer gigantisch dimensionierten Raumstation erwachen die Astronauten Payton und Bower aus tiefem Schlaf. Wie lange sie in der Kapsel gesteckt haben, wissen sie nicht, wie sie überhaupt jede Erinnerung – und damit jede Orientierung verloren haben. Allein auf sich gestellt erkunden sie zunächst die nähere Umgebung. Ist außer ihnen noch weiteres Leben an Bord? Wohin ist das Raumschiff unterwegs? Nur eines scheint klar zu sein: Das Energiesystem hält nicht mehr lange durch. So macht sich der junge Corporal Bower auf den Weg, um den Reaktor zu finden – und diesen zu reaktivieren.

In stetem Funkkontakt zu Lieutenant Payton kämpft sich der Ingenieur durch ein noch im Kinosessel klaustrophobische Ängste auslösendes Gewirr von Schächten und Kanälen, bis er auf eine ihm gegenüber sehr misstrauisch reagierende junge Frau trifft, die deutsche Biologin Nadia (eindrucksvolles Action-Debüt der Berliner Musical-Darstellerin Antje Traue). Sie hat sich in ihre „Arche“ zurückgezogen aus Furcht vor unheimlichen Kreaturen („Hunter“), die Jagd auf alles machen, was sich bewegt. Von ihr erfährt Bower, dass sie sich auf der Raumstation Elysium befinden, die auf dem Weg zum Planeten Tanis ist, welcher eine erdähnliche Atmosphäre besitzen soll.

Mit im „Gepäck“ Lebewesen aller Art – und Tausende von Menschen, die in High-Tech-Kapseln in künstlichem Schlaf gehalten werden, um die lange Reisezeit zu überstehen. Jeweils dreiköpfige Crews sollen sich alle zwei Jahre ablösen. Aber ein nach wie vor rätselhaftes Geschehen hat die Mission offenbar aus dem Ruder laufen lassen. Sind die „Hunter“ etwa unter den Bedingungen des Weltalls zu Tieren mutierte menschliche Wesen? Bower und Nadia treffen auf den verschlungenen Pfaden zum Reaktor auf weitere Überlebende, aber nur der Agrarwissenschaftler Manh (leinwandfüllend: Martial Arts-Weltmeister Cung Le) und der schon verwirrte Greis Leland können sich an ihrer Seite halten.

Währenddessen ist Payton nicht mehr der alleinige Herrscher über die Steuerungsinstrumente: Mit Gallo stößt ein mysteriöser Corporal dazu, der ihm vom Ausbruch der heimtückischen Weltraumkrankheit Pandorum auf der Elysium berichtet – und offenbar selbst unter Wahnvorstellungen leidet...

Der Endzeit-Thriller „Pandorum“ des erst 34-jährigen deutschen Regisseurs Christian Alvart, der 2005 mit seinem Serienkiller-Psychokrimi „Antikörper“ für Aufsehen über Hollywood hinaus sorgte, geht auf zwei Filmscripts von Alvart („No Where“) und Milloy zurück, die sich beinahe zeitgleich und völlig unabhängig voneinander mit dem Unheimlichen, das am Ende des Universums lauern könnte, auseinandersetzen. Die Travis Milloy dann zu einem reichlich mit Horrorelementen durchsetzten Science-Fiction-Thriller verdichtete.

In „Pandorum“ geht es um nichts weniger als die Rettung der Menschheit, oder zumindest eines kleinen Teils von ihr: Das Leben auf dem „Blauen Planeten“ ist offenbar nicht mehr möglich, sodass ein neuer „Träger“ für das von Nadia gehütete genetische Material gesucht wird. Somit ist die Raumstation mit dem sprechenden Namen Elysium nichts Geringeres als eine moderne Arche Noah.

Und um die titelgebende Weltraum-Krankheit, wobei das Wort für „Orbital Dysfunctional Syndrome“ steht: Pandorum wird „durch die unermessliche Weite, die tiefe Einsamkeit und Isolation des Weltraums hervorgerufen. Diese Störung manifestiert sich in einer Art 'Gott-Komplex'“, erläutert Produzent Jeremy Bolt im Constantin-Presseheft, „der mit der Unfähigkeit, richtig von falsch zu unterscheiden, Halluzinationen, Nasenbluten und Zittern einhergeht.“

Der Anspruch ist das eine, die künstlerische Umsetzung das andere. Und die kann nur hausbacken genannt werden. Was mit der High-Tech-Ausstattung des in den Babelsberger Studios in Potsdam sowie in einem stillgelegten Kraftwerk in Berlin-Steglitz situierten Raumschiffes beginnt: Lieutenant Payton dreht am Rad, und das wortwörtlich wie ein Straßenbahnschaffner der 1900er Jahrhundertwende, um sein Cockpit wieder in Gang zu setzen. Das ist mindestens so unfreiwillig komisch wie die erste Tat des aus künstlichem Schlaf erwachten schnieken Corporal Bower: Er greift zum Laser-Rasierer. So kann er der nur auf den ersten Blick martialischen Nadia gentlemanlike gegenübertreten. Und für die offenbar niemals aus der Mode kommenden Haudrauf-Szenen ist der amtierende Mixed Martial Arts World Champion Cung Le verantwortlich.

Mit Wotan Wilke Möhring spielt übrigens noch ein weiterer Deutscher mit: Während André M. Hennicke zu Beginn kurz als Kommandant der „Elysium“ zu sehen ist, taucht Möhring zwischendurch immer 'mal wieder in einer anmutigen Familienszene auf – als Gegenbild zur geradezu mittelalterlich-archaischen Knochenmühle Raumstation, in der auch ein Baby-Monster (des Regisseurs Alvart achtjährige Tochter Luna) sein Unwesen treibt, aber auch als Zukunftsvision für ein Weiterleben auf dem Planeten Tanis. Free-TV-Premiere war am 24. Juni 2012 auf Pro Sieben.

Pitt Herrmann

Credits

All Credits

Director

Assistant director

Camera operator

Optical effects

Lighting design

Storyboard

Stand-by props

Editing

Assistant editor

Sound design

Synch sound

Foley artist

Audio mixing

Special effects

Stunt co-ordinator

Cast

Line producer

Unit production manager

Production assistant

Production coordinator

Shoot

    • 11.08.2008 - 24.10.2008: Berlin, Potsdam
Duration:
2977 m, 109 min
Format:
35mm
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 10.09.2009, 119628, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 01.10.2009

Titles

  • Originaltitel (GB DE) Pandorum

Versions

Original

Duration:
2977 m, 109 min
Format:
35mm
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 10.09.2009, 119628, ab 16 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Kinostart (DE): 01.10.2009