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All Pictures (5)Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Editing
Music
Cast
- Karl Valentin
- Liesl Karlstadt, bis 40 Jahren
- Liesl Karlstadt, ab 40 Jahren
- Gisela Royes
- Erich Engels
- Josef Kolb
- Kapellmeister
- Eduard Hammer
- Prof. Rosenberger
- Theaterdirektor
Production company
Producer
All Credits
Director
Assistant director
Script supervisor
Screenplay
Director of photography
Assistant camera
Clapper loader
Steadycam operator
Optical effects
Lighting design
Key grip
Set design
Set construction
Property master
Stand-by props
Make-up artist
Costume design
Editing
Assistant editor
Sound design
Sound
Sound assistant
Audio mixing
Consultant
Special effects
Casting
Music
Cast
- Karl Valentin
- Liesl Karlstadt, bis 40 Jahren
- Liesl Karlstadt, ab 40 Jahren
- Gisela Royes
- Erich Engels
- Josef Kolb
- Kapellmeister
- Eduard Hammer
- Prof. Rosenberger
- Theaterdirektor
- Kundin
- Amalie, ab 30 Jahren
- Bertl, ab 25 Jahren
- Fanny
- Sepp Rankl
- Bernreiter
- Regisseur
- Sebastian
- Wirt
- Max
- Pfarrer
- Karl Flemisch
- Anneliese, 6 Jahre
- Amalie, 10 Jahre
- Gisela, 6 Jahre
- Bertl, 3 Jahre
- Mizzi
- Bedienung im Kabarett
Production company
Commissioned by
Producer
Producer (TV)
Line producer
Unit production manager
Location manager
Production assistant
Shoot
- 21.08.2007 - 05.10.2007: München; Bavaria-Atelier München-Geiselgasteig
Duration:
94 min
Format:
16:9
Video/Audio:
Farbe, Stereo
Screening:
Uraufführung (DE): 25.06.2008, München, Filmfest;
TV-Erstsendung (DE): 10.12.2008, ARD
Titles
- Schreibvariante (DE) Liesl Karlstadt und Karl Valentin
- Originaltitel (DE) Liesl Karlstadt & Karl Valentin
Versions
Original
Duration:
94 min
Format:
16:9
Video/Audio:
Farbe, Stereo
Screening:
Uraufführung (DE): 25.06.2008, München, Filmfest;
TV-Erstsendung (DE): 10.12.2008, ARD
Awards
Filmfest München 2008
- VFF TV Movie Award
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Das Kalenderblatt offenbart: Es ist der 4. Mai 1911, als sich Liesl mit einer nervigen Kundin herumschlagen muss, sodass sie erst im letzten Moment ihre Künstlergarderobe erreicht. Wo Mizzi den Couplet-Text aus dem Abfall gefischt hat und ihn ihr nachdrücklich ans Herz legt. Liesl und Karl treffen sich nach ihren Auftritten im bereits verwaisten Biergarten, gehen seinen Text durch. Probe ab morgen? Geht nicht: Karl heiratet Gisela Royes, das Dienstmädchen seiner Eltern. „Lieber Karl statt Valentin“: Was die schockierte Elisabeth nicht davon abhält, künftig unter dem Künstlernamen Liesl Karlstadt (der in Wirklichkeit an die Münchner Legende Karl Maxstadt erinnert) an Valentins Seite aufzutreten. Es ist der Beginn einer großen Liebe und einer ebensolchen Karriere unter dem Motto „Lachen ist Trumpf!“
Bereits ein Jahr später ist der von Liesl geführte Terminkalender prall gefüllt. Sie organisiert ein Gastspiel in Zürich, um mit Karl, der brav jede Nacht daheim verbringt, endlich einmal allein sein zu können. Der bricht erstmals seine Devise, nur dort aufzutreten, wo er mit der Tram hinkommt, und wird auf dem Bodensee prompt seekrank (im wahren Leben sind beide durch halb Europa gereist und etwa wochenlang im Berliner „Kabarett der Komiker“ aufgetreten). Für den Sketch „Der Firmling“ soll Karls Gattin Gisela das Kostüm für Liesl schneidern: Es kommt zum handfesten Eifersuchts-Duell der beiden Frauen.
Liesl, die keine Hoffnung mehr auf ein gemeinsames Leben mit Karl hegt, lässt sich vom Brettl-Kollegen Sepp Rankl hofieren und verlobt sich schließlich mit einem freundlichen, zurückhaltenden Verehrer, dem eher stillen Chauffeur Josef Kolp. Aber vom sogleich rasend eifersüchtigen Karl kommt sie beruflich wie privat einfach nicht los, weshalb Josef die Reißleine zieht. Von den Dreharbeiten mit dem Regisseur Erich Engel im fernen Berlin überfordert (in Wirklichkeit haben beide 40 Filme zusammen gedreht – in München), flüchtet sich die depressive Liesl in die Obhut ihrer Schwester Amalie.
Über dem Kalender mit der Jahreszahl 1933 prangt nun ein Foto von Adolf Hitler. Mit Eduard Hammer eröffnet Karl ein Panoptikum mit begehbarer Folterkammer – und macht spektakulär Pleite (im wahren Leben gleich zweimal 1934 und 1935) auf Kosten seiner und Liesls sämtlichen Ersparnisse. Als Letztere mitbekommt, dass Karl heimlich mit der erheblich jüngeren Annemarie Fischer (Lilian Naumann) probt (die 1939 tatsächlich ihre Nachfolgerin auf der Bühne und im Bett wird), stürzt sie sich in die Isar und landet im Sanatorium von Prof. Rosenberger.
Das Blatt des Kalenders, der nun im Haus in Planegg hängt, nachdem München von den Alliierten bombardiert wird, zeigt den 30. August 1943 an. Karl hat sich mit Frau Gisela und Tochter „Bertl“ Bertha samt Enkelin zurückgezogen, nachdem ihm der Reichssender München eine Absage für neue Produktionen erteilt hat. „Nix ist mehr lustig“: Als gelernter Schreiner und Tischler hat er sich eine Werkstatt eingerichtet. Liesl, die auf einer Bergtour mit ihrer Schwester Gebirgsjäger kennengelernt hat, schließt sich ihnen als Hilfsmaultierführerin an. Sie wird, da Frauen nicht der Truppe angehören dürfen, bald zum Gefreiten „Gustl“ befördert (im wahren Leben sogar zum Obergefreiten auf der Ehrwalder Alm).
Die Welt steht auf dem Kopf, der Kalender mit der Jahreszahl 1947 ist nur seitenverkehrt im Spiegel zu sehen. Der Gerstensaft im Münchner Biergarten, in dem sich Karl und Liesl erneut treffen, ist aus, und statt Tabak raucht der asthmakranke Valentin Kräuter: „Meinst, wir können noch?“ Wie in den vergangenen 36 Jahren ist es Liesl, die stets unverdientermaßen im Schatten Karls steht, welche die Initiative ergreift, dem unter hysterischem Lampenfieber Leidenden Mut zuspricht. Sie sind beide alt geworden – und nicht mehr die alten. Als Karl aus Versehen nachts in der Kleinkunstbühne „Der Bunte Würfel“ eingeschlossen wird, holt er sich eine Lungenentzündung. Bei seiner Beerdigung geben sich Gisela und Liesl erstmals versöhnlich die Hand…
In ihrem anrührenden Biopic kommen Ruth Toma und Jo Baier dem wahren Leben von Valentin Ludwig Fey und Elisabeth Wellano erfreulicherweise sehr nahe. Naturgemäß muss sich ein Spielfilm größere Freiheiten nehmen im Gegensatz zum Dokumentaristen, zahllose Details der überdurchschnittlichen TV-Produktion bestehen keinen Faktencheck. Aber die Grundstimmung stimmt – und sie passt so recht in unsere Zeit: Liesl versteht diesen Querkopf, in den sie lebenslang hoffnungslos verliebt bleibt. Sie ist die Bodenständige, die Lebenstüchtige, die kaum einmal aufmuckt, als er wieder ganz selbstverständlich alle Meriten für sich beansprucht.
Pitt Herrmann