Jud Süß

Deutschland 1940 Spielfilm

Films from the National-Socialist period must be considered in the context of state-influenced production and reception. Further informations »

Summary

Anti-Semitic propaganda film concerning the historical figure of Joseph Süß Oppenheimer. Born in 1690′s Heidelberg, Oppenheimer became the financial advisor to Duke Karl Alexander of Württemberg. With a rigid fiscal policy, he enabled the Catholic duke′s opulent lifestyle, thereby antagonizing the populace and the protestant estates. Following the duke′s death in 1737, Oppenheimer was arrested; after a months-long trial, he was sentenced to death. On the 4th of February 1738, he was hung in an iron cage on a 10-meter gallows.

 

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Falk Schwarz
Die Infamie
Aus dem unteren Stockwerk des Gebäudes hört Dorothea (Kristina Söderbaum) die Schmerzensschreie ihres Mannes, der gefoltert wird. Im Zimmer des Süß Oppenheimer (Ferdinand Marian), den sie aufgesucht hat, um für ihren Mann Gnade zu erflehen, kann sie sich seiner Attacken nicht erwehren. Er kommt ihr bedrohlich näher und zischt aus dem hinterhaltig lächelnden Mundwinkel: „Bete nur zu deinem Gott, bete nur, aber nicht nur ihr Christen habt einen Gott, die Juden haben auch einen und das ist der Gott der Rache. Auge um Auge, Zahn um Zahn, bedank‘ sie sich bei ihrem Vater“. Und vergewaltigt sie. Schnitt. Sie stürzt sich ins Wasser und ertrinkt (auch daher wurde sie im Volksmund die „Reichswasserleiche“ genannt). So entwickelt sich die zentrale Szene des Films. „Wenn der Jude sein säuisches Wesen will treiben mit unseren Frauen und Töchtern...“ - Karsten Witte hat in der „Geschichte des deutschen Films“ analysiert, wie geschickt und berechnend Harlan diesen Film im Detail gestaltet hat, welch zentrale Bedeutung in diesem Film Überblendungen haben, die „nie eine Verwandlung nach vorwärts, sondern stets eine Verwandlung nach rückwärts“ sind. Man steht verwundert vor der Tatsache, dass Deutschlands berühmteste Schauspieler hier ihr „Bestes“ geben. Harlan hat in seiner Autobiographie versucht, sich als Goebbels Opfer darzustellen. Das war er nun wirklich nicht. Goebbels und Harlan waren sich ja ideologisch einig und stritten lediglich über Details der Filme. Das wird vergessen. Peinlich in diesem Zusammenhang, dass Noack (2000) und Buchloh (2010) in ihren Studien zu belegen versuchen, dass Harlan Opfer und nicht Täter war. Ob Harlan diesen Film machen wollte oder nicht, ist letztlich unwichtig. Er hat ihn gemacht. Und zwar genau so. Dieser Film ist bis heute nicht zugänglich. Das sollte so bleiben. Harlan hätte nach dem Krieg als Schöpfer dieses und anderer Machwerke für immer von der Filmbildfläche verschwinden müssen. Doch fand er Produzenten, die ihn auch weiterhin beschäftigten. Ein Treppenwitz der Filmgeschichte.

Credits

Director

Director of photography

Cast

All Credits

Director

Assistant director

Director of photography

Still photography

Production design

Set construction

Costume design

Costume maker

Choreographer

Cast

Unit production manager

Original distributor

Shoot

    • 15.03.1940 - Juni 1940
Duration:
2663 m, 97 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Tobis-Klangfilm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 06.09.1940, B.54227, Jugendfrei / feiertagsfrei;
Zensur (DE): Juni 1945, Verbot [Alliierte Militärzensur]

Screening:

Uraufführung (IT): 05.09.1940, Venedig, IFF;
Erstaufführung (DE): 24.09.1940, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Titles

  • Originaltitel (DE) Jud Süß

Versions

Original

Duration:
2663 m, 97 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Tobis-Klangfilm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 06.09.1940, B.54227, Jugendfrei / feiertagsfrei;
Zensur (DE): Juni 1945, Verbot [Alliierte Militärzensur]

Screening:

Uraufführung (IT): 05.09.1940, Venedig, IFF;
Erstaufführung (DE): 24.09.1940, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Formatfassung

Duration:
1060 m, 97 min
Format:
16mm

Prüffassung

Duration:
2640 m, 96 min
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 01.11.1943, B.59532, Jugendfrei ab 14 Jahre / feiertagsfrei