Früher oder später

Deutschland 2006/2007 Spielfilm

Summary

Sooner or Later

Nora is fourteen and lives with her parents, Uwe and Anette, in a quiet Berlin suburb. While Uwe wrestles with his business partner Walter to save his livelihood, Anette returns to her studies and begins an affair with fellow student Daniel. The introverted Nora retreats into romantic day-dreams. When Anette’s former lover Thomas and his family move in next door, the family comes under yet more pressure.

Nora starts projecting her own desires onto the charming neighbor. Uwe now feels he and the family-oriented life he has created are threatened. A dinner party leads to the two men heavily falling out. But that is just the start of an escalation that shatters the crumbling foundations of the alleged suburban idyll to their limit.
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Heinz17herne
Heinz17herne
Nora ist Vierzehn, eine blasse, sommersprossige Blondine auf staksigen Beinen. Die Eltern dieses sehr romantisch veranlagten, introvertierten Mädchens, Uwe und Anette, verstehen sich längst nicht mehr so gut, wie es die Eingangssequenz in Ulrike von Ribbecks Langfilmdebüt „Früher oder später“, ihrem Abschlussfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) Berlin, zumindest auf den ersten Blick suggeriert: Der turbulenten Achterbahnfahrt auf der Kirmes entsprechen später die schwindelerregenden Gefühlsaufwallungen der Heranwachsenden, die für die Erwachsenen freilich verborgen bleiben.

Noras Eltern sind viel zu sehr mit eigenen Problemen – und mit sich selbst – beschäftigt, als dass sie die ersten Anzeichen einer inneren Entwicklung ihrer heftig pubertierenden Tochter mitbekämen. Während Vater Uwe nach einem heftigen Streit mit seinem Geschäftspartner Rolf sein Küchenstudio aufgeben muss und nun arbeitslos ist, was er lange sich selbst und der Familie gegenüber nicht eingestehen will, orientiert sich Mutter Anette neu, indem sie ihr nach Noras Geburt abgebrochenes Studium der Kunstgeschichte wiederaufnimmt – und an der Uni den jungen Kommilitonen Daniel kennenlernt.

Die Achterbahnfahrt im Herzen der nach außen so stillen Nora beginnt, als Thomas („Echte Schönheit ist eine Frage der Persönlichkeit“), ein früherer Liebhaber ihrer Mutter Anette, zusammen mit seiner Familie ins Nachbarhaus einzieht. Der ausgesprochen gutaussehende Bergsteiger und „Gute Zeiten schlechte Zeiten“-Serienschauspieler könnte ihr „erster Mann“ sein, das spürt die Vierzehnjährige gleich nach der ersten, ganz unverfänglichen Begegnung. Weil dieser Thomas all' das verkörpert, was sie bei ihrem Vater vermisst: Weltgewandtheit, Lebensfreude, Souveränität – und Charme.

Nora träumt sich nun in eine neue Märchenwelt hinein, in welcher der Prinz ganz reale Züge trägt – die des begnadeten Erzählers und notorischen Aufschneiders Thomas. Dabei hat der daheim keineswegs die Hosen an: Dort regiert die aparte Ellen, die ihren Gatten spüren lässt, wer für das regelmäßige Haushaltseinkommen sorgt. Weshalb dieser die schwärmerische Zuneigung der Tochter seiner „Ex“ nicht ungern hinnimmt und ihr sofort einen Babysitter-Job offeriert. Den Nora auf ihre Weise nutzt, indem sie in Thomas' Sachen wühlt, sein Oberhemd anzieht und sich einiges für ihren sogleich im eigenen Kleiderschrank eingerichteten Altar-Schrein stibitzt. Es kommt immer häufiger zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen ihrer Mutter und dem eifersüchtigen Vater, aber erst als Nora alte Aufnahmen mit Anette und Thomas als Liebespaar findet, begreift sie, dass sich ihre Sehnsüchte beim besten Willen nicht mit der Realität vereinbaren lassen...

Mit „Früher oder später“ ist Ulrike von Ribbeck ein wunderbar feinfühliges Pubertäts-Familiendrama gelungen, in dem die Details ebenso stimmen wie der Cast. Harald Schrott spielt das 40-jährige „Kind“, das einfach nicht erwachsen werden will, mit ebensolcher Glaubwürdigkeit wie die 18-jährige Bildschirm-Debütantin Lola Klamroth die vierzehnjährige keusche Unschuld, die an den Lebenslügen der Erwachsenen ebenso tragisch scheitert wie am eigenen Unvermögen, ihren Gefühlen verbal Ausdruck zu geben. Lola Klamroth, die schon im zarten Alter ihrer Rollenfigur im Circus Roncalli Bühnenluft schnupperte, ist im übrigen nicht nur die Film-Tochter Peter Lohmeyers.

„Früher oder später“ überzeugte nach der Uraufführung in Locarno bei weiteren Festivals in Hof, Saarbrücken und auf der Berlinale ebenso wie bei der TV-Erstausstrahlung auf Arte sowie in der „Gefühlsecht“-Reihe des ZDF: Dieses „kleine Fernsehspiel“ kann sich in jedem Format sehen lassen.

Pitt Herrmann

Credits

All Credits

Assistant director

Director of photography

Steadycam operator

Lighting design

Key grip

Make-up artist

Costume design

Editing

Assistant editor

Sound

Sound assistant

Line producer

Unit production manager

Location manager

Shoot

    • 08.08.2006 - 12.09.2006: Berlin und Umgebung
Duration:
91 min
Format:
Super16mm - Blow-Up 35mm, 1:2,35
Video/Audio:
Farbe, Dolby SRD
Screening:

Uraufführung (CH): 05.08.2007, Locarno, IFF - Wettbewerb;
Erstaufführung (DE): 25.10.2007, Hof, Internationale Filmtage;
Aufführung (DE): 01.02.2008, Saarbrücken, Max-Ophüls-Preis;
TV-Erstsendung (DE FR): 30.01.2009, Arte

Titles

  • Originaltitel (DE) Früher oder später

Versions

Original

Duration:
91 min
Format:
Super16mm - Blow-Up 35mm, 1:2,35
Video/Audio:
Farbe, Dolby SRD
Screening:

Uraufführung (CH): 05.08.2007, Locarno, IFF - Wettbewerb;
Erstaufführung (DE): 25.10.2007, Hof, Internationale Filmtage;
Aufführung (DE): 01.02.2008, Saarbrücken, Max-Ophüls-Preis;
TV-Erstsendung (DE FR): 30.01.2009, Arte