Summary
Meticulous widower Walter, who spends his spare time writing overly detailed online restaurant reviews, unexpectedly runs into Alice during one of his culinary test dinners. She is the great love of his youth—the woman he once proposed to, unsuccessfully, decades ago. Now a professor of art, Alice is still everything Walter is not: spontaneous, creative, and fiercely independent. Determined to prove that he has changed—and that he deserves another chance—Walter impulsively enrolls as a guest student in her art class. Surrounded by paint tubes, installations, and a crowd of much younger students, he is forced to loosen his grip on control and experiment with unfamiliar ways of seeing the world. As Walter clumsily but earnestly navigates the contemporary art scene, Alice, too, begins to realize that their connection may run deeper than either of them wants to admit. What unfolds is a light, unexpected new chapter for them both—and the question of whether an old love can gain not just a patina of time, but a fresh new shine.
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Sie ist, zumal in der WG mit dem eigenwilligen Rolf, einem Anhänger des Schleimfastens, auch heute noch das genaue Gegenteil des altmodischen, akkuraten Walter: „Der alte Klugscheißer – immer noch!“ Doch nach dieser kurzen, wenig ermutigenden Begegnung mit Alice ist der Ehrgeiz des pensionierten Diplom-Ingenieurs geweckt, der es diesmal besser machen will: „Es ist nie zu spät, eine alte Schmach zu tilgen.“ Alice dagegen denkt gar nicht daran, auf seine Avancen einzugehen, denn sie liebt ihr unabhängiges Leben und braucht keinen Beziehungsstress.
Doch dann kommt eins zum anderen: Barney schwächelt und stirbt wenig später in Walters Armen. Da ist ihm seine nur über Skype erreichbare, da in Kalifornien mit offenbar neuem Freund Sebastian glücklich lebende Tochter Lissy kein Beistand, sodass er Trost in alten Polaroids sucht, die er aus einem verstaubten Karton hervorkramt. Die sich auch Alice vornimmt, als sich Rolf auf eine sicherlich mehrmonatige Radtour bis in die Mongolei verabschiedet mit dem Ziel, sich selbst zu finden.
Um endlich Ruhe vor Walters Nachstellungen zu haben, stellt sie ihm beim Kaffee to go auf der Eisernen Brücke eine Bedingung: Erst wenn er echtes Interesse an ihrer Welt zeigt, bekommt er vielleicht eine zweite Chance. Und so schreibt sich Walter, der sich nie für Kunst interessiert hat, zu Alices Entsetzen als Gaststudent nicht nur an der Universität, sondern auch noch in ihrem Seminar „Der Blick auf die Frau in der Kunst des 19. Jahrhunderts“ ein.
Aber nicht nur Alice stellt Walter vor ungeahnte Herausforderungen, sondern auch die Begegnung mit dem sich als non-binäre Person verstehenden Zero und seinen anderen Kommilitonen. Die erst lernen müssen, dass eine integrative Universität auch für ins Großvater-Alter gekommene Angehörige der Boomer-Generation offensteht. Galant einer jungen Frau die Tür aufhalten? Geht gar nicht. Und dann diese schwierigen neuen Vokabeln wie „Fatshaming“ oder „People of Colour“: Als alter weißer Mann kann Walter halt mit dem Kürzel PoC nichts anfangen.
Allmählich ruckelt sich das Verhältnis zwischen den Generationen ein und auch Alice gibt sich weniger abweisend. Bis ihr der Dekan, Professor Münz, offenbart, dass ihr Dozentenvertrag nicht verlängert wird. Was Alice nur einen kurzen Moment den Boden unter den Füßen wegzieht: Alte Kontakte nutzend hat sie bald einen Job im wunderschönen Florenz in der Tasche. Doch zuvor steht die Semester-Abschlussfahrt nach Wien an – und Walter ist mit einem mündlich zu haltenden Referat über das Gemälde „Olympia“ von Édouard Manet, das 1865 im Pariser Salon einen der größten Skandale der Kunstgeschichte auslöste, mit dabei. Frei vorzutragen vor dieser impressionistischen Inkunabel in der Wiener Albertina…
Die beinahe klassische Screwball-Komödie mit überschäumendem Finale im Hawelka sollte ursprünglich „Very Best Ager“ heißen. Sie lebt naturgemäß ganz vom Protagonisten-Duo Iris Berben und Heiner Lauterbach, das erstmals in Kino-Hauptrollen vor der Kamera gestanden hat in diesem generationsübergreifend-versöhnlichen, durchaus auch sentimentalen Feelgood-Film. Der weit weniger Klischees bedient als von zahlreichen Kritikern behauptet wird. Die beiden sehr zurückgenommen agierenden Protagonisten durften sich ihre jüngeren Pendants für den Prolog, den Rückblick auf das Kettenreaktions-Desaster des ersten Heiratsantrages, der ihre Liaison nach drei Monaten abrupt beendete, selbst aussuchen: Raffaela Kraus und Julius Forster. Als Walters verstorbene Gattin ist übrigens Katja Flint kurz zu sehen, die tatsächlich von 1985 bis 2001 mit Heiner Lauterbach verheiratet gewesen ist. Die Uraufführung fand am 2. Februar 2026 in der Astor Filmlounge im Münchner Arri statt.
Pitt Herrmann