Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Music
Cast
- Katinka Bai
- Bai
- Huus
- Fräulein Jensen
- Agnes
- Witwe Abel
- Marie
- Luise
- Frau Linde
- Pastor Linde
Production company
All Credits
Director
Screenplay
based on
Director of photography
Production design
Set design
Costume design
Music
Cast
- Katinka Bai
- Bai
- Huus
- Fräulein Jensen
- Agnes
- Witwe Abel
- Marie
- Luise
- Frau Linde
- Pastor Linde
- Kaplan Andersen
- Kjär
Production company
Duration:
91 min + 87 min
Video/Audio:
Farbe, Ton
Screening:
TV-Erstsendung (DE): 27.12.1975, ARD [Teil 1];
TV-Erstsendung (DE): 30.12.1975, ARD [Teil 2]
Titles
- Originaltitel (DE AT) Am Wege
Versions
Original
Duration:
91 min + 87 min
Video/Audio:
Farbe, Ton
Screening:
TV-Erstsendung (DE): 27.12.1975, ARD [Teil 1];
TV-Erstsendung (DE): 30.12.1975, ARD [Teil 2]
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Huus wird allzu gern zum Stammgast im Hause Bai, seine ganze Aufmerksamkeit widmet er Katinka, der er sich nicht nur bei einem ausgelassenen Kirmesbummel in der nächsten Stadt nähert. Bei einem Gartenfest, das Pastor Linde und seine Gattin Agnes geben, offenbart Katinka Letzterer ihre Liebe zu Huus. „Viele Chancen haben wir Frauen nicht“, weiß Agnes Linde: „Die ersten fünfundzwanzig Jahre unseres Daseins tanzen wir herum und warten darauf, verheiratet zu werden – die letzten fünfundzwanzig Jahre sitzen wir herum und warten, begraben zu werden.“ Katinka sieht nur einen Ausweg: Huus muss seine Stellung als Gutsverwalter aufgeben und den Ort verlassen.
Während ihr Gatte Bai so mit sich selbst und seinen eigenen Liebschaften beschäftigt ist, dass er von dieser Entwicklung gar nichts mitbekommt, reist Katinka zunächst zu ihrem Bruder Kjär, um in altvertraut-familiärer Umgebung Trost zu finden und Abstand zu gewinnen. Was beides nur in Maßen gelingt, sodass Katinka sogleich wieder nach Hause zurückkehrt, als sie von der Abreise des Geliebten erfährt. Sie vergräbt sich, auch aus Scham und schlechtem Gewissen über ihre verbotene Liebe, in die Pflichterfüllung als Hausfrau und Ehegattin und zerbricht an ihrer Selbstaufopferung, erst seelisch und dann zunehmend auch körperlich...
Der dänische Erzähler Herman Bang (1857 bis 1912) ist hierzulande weitgehend unbekannt, obwohl er als einer der bedeutendsten Vertreter des literarischen Impressionismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts gilt. Mit seiner meisterhaften Novelle „Am Wege“, die Peter Beauvais als 180-minütigen Zweiteiler für den Südwestfunk verfilmt hat, gelang Herman Bang 1886 der literarische Durchbruch.
Dabei haben Beauvais und sein renommierter Kameramann Jost Vacano besonderes Augenmerk auf die gestalterische und atmosphärische Bedeutung des Lichts gelegt: „Formal gesehen ging es uns um eine Dramaturgie, wo alles angedeutet, nichts ausgesprochen wird“, so der Regisseur im ARD-Presseheft. Was besonders im zweiten Teil zu problematischen Lösungen geführt hat: ein nicht nur gefühlt halbstündiger Todeskampf der an Lungentuberkulose erkrankten Katinka wirkt auch mit einer Sabine Sinjen nur noch quälend.
Im ersten, sehr abwechslungsreichen Teil setzen Beauvais und Vacano die Personen und die sie umgebende dörfliche Landschaft in Beziehung ohne jede Ironisierung oder Aktualisierung: „Am Wege“ will keine emanzipatorischen Thesen verkünden, sondern nimmt die Probleme aus ihrer Zeit heraus ernst. So ist ihnen eine Literaturverfilmung geglückt, die bisweilen mit nur wenigen Worten auskommt. Die Besetzung ist kongenial, auch was die zahlreichen Nebenrollen betrifft, zu nennen sind noch Hildegard Schmal als Pfarrerstochter Agnes Linde, Helga Feddersen als Fräulein Jensen, Rüdiger Vogler als Kaplan Andersen und Witta Pohl als Dienstmädchen Marie.
Pitt Herrmann