Aguirre, der Zorn Gottes

BR Deutschland 1972 Spielfilm

Summary

Aguirre, The Wrath of God
Peru 1560. Spanish Conquistadores take off in search of the legendary El Dorado, the land of gold. A small group of soldiers led by the nobleman Ursúa is sent ahead. Ursúa decides to return to the main camp after losing many men in a journey down the river fraught with danger. However, the non-commissioned officer Lope de Aguirre, who calls himself "God′s Vengeance" and "The Great Traitor", incites the men to mutiny. He declares that the Spanish king has been deposed and appoints the Don Fernando de Guzman as "Emperor of El Dorado". Obsessed by the idea of becoming a second Cortez, Aguirre continues his journey downstream in search of El Dorado, accompanied by his small band of armed men.

The expedition is constantly watched and threatened from the banks of the river, although the hostile Indians never actually show themselves. Their food supplies run low and only Guzman insists on eating like an Emperor. He is murdered by the men when he orders that the horse on the raft be thrown into the river. Decimated by the Indians′ poison arrows, the band of exhausted, feverish men suffer from hallucinations. Aguirre is the only one constantly to proclaim his vision of a new world empire. He is ultimately the sole survivor. Surrounded by corpses, he stands on the raft as it drifts in circles, dreaming of the immense wealth, power and fame, as well as of the dynasty that he will found with his daughter.

Source: German films Service & Marketing GmbH

 

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Falk Schwarz
Verblendung trifft auf Starrsinn
Eine Dschungelexpedition. Unwegsames Gelände, schwindelerregend steile, schmale Pfade. Die spanischen Conquistadores haben Indianer-Sklaven zwangsverpflichtet, die schweres Gerät den Berg hinunter schleppen. Einen Hochstuhl für die Ines (warum hat man sie mitgenommen?), eine Kanone, die kaum über die abschüssigen Wege gezogen werden kann (wozu braucht es im Urwald eine Kanone?). Die Spanier ertragen die feuchte Hitze unter ihren blechernen Brustpanzern nicht. Sie alle suchen das El Dorado, jenes Goldland, in dem Reichtum und ein unbeschwertes Leben zu finden sein sollen. Wir schreiben das Jahr 1561. Die Conquistadores sind orientierungslos, keiner kennt dieses Land. Und - wie es der Erzähler mitteilt - niemand kommt von dieser Expedition lebend zurück. Auf dem reißenden Strom gerät eines der Flöße in einen Strudel und findet nicht mehr heraus. Am nächsten Morgen sind alle tot, von den Giftpfeilen der Indianer getroffen. Ein Teil des Trupps kehrt um. Nun hat Aguirre das Sagen. "Ich bin der Zorn Gottes", schreit er in die Welt: "Wenn ich will, dass die Vögel von den Bäumen fallen, dann fallen die Vögel von den Bäumen!" In seinem Wahn sieht er nicht mehr, dass es kein Zurück und kein Vorwärts mehr gibt. - Werner Herzog hat sich und sein Team dieser Strapaze im Urwald ausgesetzt - sich selbst und sein Team gefährdend. Die Bilder, die Thomas Mauch von diesen zweimonatigen Dreharbeiten mitgebracht hat, sind in der Tat dicht und verstörend. Die ungeheure Macht der Natur wird spürbar, die Mücken, das Ungeziefer, die unbezwingbaren Fluten des Stroms. Allerdings tut sich auf der Beziehungsebene wenig. Die Frauen stehen und sitzen erschreckt herum, die Anderen sind eher Mitläufer. Hauptperson ist dieser dämonische Blicke um sich werfende Aguirre, der so verblendet und starr schaut wie auch der Regisseur gewirkt haben muss, als er diese Dreharbeiten durchsetzte. Je länger das Ganze dauert, desto mehr stellt sich die Sinnfrage: was soll das Ganze? Was erbringt diese Expedition ins Nichts? Dass man erfährt, wann es richtig ist, aufzugeben oder dass das goldene Paradies eine Chimäre ist? Ein Abenteuerfilm? Das letzte Bild des im Strom treibenden Floßes, auf dem nur noch ein Wahnsinniger und Leichen zu sehen sind, beeindruckt vielleicht vom Visuellen, die Tragik dieser unsinnigen Expedition - damals wie heute - vertut sich jedoch.

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Cast

Producer

All Credits

Shoot

    • 31.12.1971 - 24.02.1972: Urumbatal, Huallaga-Fluss, Nanay-Fluss (Peru)
Duration:
2551 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,66
Video/Audio:
Eastmancolor, Ton
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 14.12.1972, 45277, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 29.12.1972, Köln, Bambi [englischsprachige Originalfassung];
Uraufführung (DE): 16.01.1973, Köln, Bambi [deutschsprachige Fassung];
TV-Erstsendung (DE): 16.01.1973, ARD

Titles

  • Originaltitel (DE) Aguirre, der Zorn Gottes

Versions

Original

Duration:
2551 m, 93 min
Format:
35mm, 1:1,66
Video/Audio:
Eastmancolor, Ton
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 14.12.1972, 45277, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 29.12.1972, Köln, Bambi [englischsprachige Originalfassung];
Uraufführung (DE): 16.01.1973, Köln, Bambi [deutschsprachige Fassung];
TV-Erstsendung (DE): 16.01.1973, ARD

Awards

Deutscher Filmpreis 1973
  • Filmband in Gold, Beste Kamera
FBW 1972
  • Prädikat: wertvoll