Der verlorene Mann

Deutschland 2025/2026 Spielfilm

Inhalt

Wie aus dem Nichts steht Hannes Ex-Mann Kurt bei ihr und ihrem Mann Bernd vor der Tür. Durch seine Demenzerkrankung hat er vergessen, dass er und Hanne seit 20 Jahren geschieden sind. Als das Ehepaar ihn vorübergehend bei sich aufnimmt, gerät ihr eingefahrenes Leben in Bewegung: Neue Spannung zieht in ihre Ehe ein, verloren geglaubte Leichtigkeit kehrt zurück, aber auch Eifersucht und die Frage, ob dieses Dreiecksverhältnis tragfähig ist.

Quelle: 19. LICHTER Filmfest Frankfurt International

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Heinz17herne
Heinz17herne
Die Bildhauerin Hanne, die täglich zur Schule, in der sie Kunst- und Werkunterricht gibt, radelt, und der pensionierte, aber nach wie vor in seiner Dorfgemeinde aktive Pfarrer Bernd Zweig führen eine ruhige, freilich auch etwas in die Jahre gekommene Ehe auf dem Land vor den Toren Münchens (Hauptdrehort war ein denkmalgeschütztes Anwesen in einem oberpfälzischen 27-Einwohner-Dorf südlich von Nürnberg). „Ich hab‘ heute so einen runden Blick“: An einem Winternachmittag steht plötzlich ihr Ex-Mann Kurt vor der Tür und entschuldigt sich, den Hausschlüssel verbaselt zu haben.

Dabei liegt die Scheidung mehr als zwanzig Jahre zurück und Hanne hat ihn in dieser Zeit vielleicht zweimal gesehen. „Hau ab!“ ist ihre erste, harsche Reaktion. Sie kann ihm bis heute nicht verzeihen, dass er seinerzeit ihren Kinderwunsch abgelehnt hat, dann fremdgegangen und doch Vater geworden ist: „Ich bin noch nie so verletzt worden.“ Es dauert, bis sie begreift, dass Kurt glaubt, gerade von seiner Arbeit als Klavierbauer nach Hause gekommen zu sein. Ein Telefonat mit seiner im Ausland weilenden Tochter aus zweiter Ehe, Samira, bringt Klarheit: Kurt leidet an Alzheimer und muss aus dem Kurzzeitpflegeheim, das er später als „Gefängnis“ bezeichnen wird, abgehauen sein.

Als ihn Hanne und Bernd am späten Abend auf Samiras Bitte wieder dorthin zurückbringen, lehnt die erschöpfte Pflegekraft, Frau Engel , eine Aufnahme ab: Gegen seinen Willen könne sie Kurt nicht im Heim festhalten. Da zu so später Stunde auch Alternativen ausfallen, beendet der empathische Bernd die Odyssee: „Wenn jemand in Not ist, geht uns das immer etwas an.“ Kurt darf – für eine Nacht – im Gästezimmer schlafen. Und wacht am anderen Morgen wie selbstverständlich eingekuschelt zwischen den beiden Gastgebern im Ehebett auf.

Nachdem sich Samira nicht rührt, versucht die entsetzte Hanne, auf eigene Faust eine Heimunterbringung zu organisieren. Doch die Wartezeit auf einen freien Platz beträgt, dem Pflegenotstand sei gedankt, bis zu zwölf Monate. Weil Kurt die Welt nicht mehr versteht und wissen will, warum „seine“ Frau seinen zärtlichen Annäherungsversuchen ausweicht, präsentiert Bernd dem Alt-68er eine akzeptable Lösung: Kurt und Hanne führen eine offene Ehe und Bernd sei als ihr Geliebter der Dritte im Bunde.

Gerade als sich dieses Arrangement einigermaßen zurechtgeruckelt hat, ist überraschend ein Pflegeplatz frei geworden. Nach einem heftigen Wutausbruch wird Kurt von der Polizei an einer Bushaltestelle aufgegriffen. Die Beamten informieren Samira, welche ihren Vater nach Hause holt. Von Hanne und Bernd begleitet ist Erstere entsetzt über den Zustand der Wohnung: „Ich kann ihn nicht hierlassen, ich fühl‘ mich verantwortlich.“ Erneuter Versuch einer Wohngemeinschaft zu dritt mit mancherlei Unternehmungen, darunter auch ein Ausflug in die Münchner Pinakothek zum Gemälde „Susanna und die beiden Alten“ von Peter Paul Rubens.

Doch auf Dauer bleiben Spannungen nicht aus, zumal Bernd zunehmend eifersüchtig reagiert auf seine geradezu aufblühende Gattin. Eine große Einzelausstellung Hannes in Esbjerg bietet die Möglichkeit für einen radikalen Neustart: Umzug in ein idyllisch in den Dünen der dänischen Nordseeküste gelegenes Haus. Allerdings ohne Kurt, der in eine Demenzgruppe abgeschoben wird – was wörtlich genommen werden muss…

„Der verlorene Mann“ erzählt mit leisem Humor und atmosphärischen Bildern eine berührende Geschichte über Erinnern und Vergessen, über Liebe, Loyalität und Freundschaft, über den Mut eines Neubeginns und den Schmerz eines unvermeidlichen Abschieds. Es ist ein sorgfältig recherchierter Spielfilm über die komischen und tragischen Momente des Alterns, der nichts verschweigt und dennoch Raum für Möglichkeiten lässt.

Gedreht ab 3. Februar 2025 an insgesamt 24 Tagen im bayerischen Jettenhofen, zusätzliche Motive in Dänemark und München (Alte Pinakothek und verschiedene Demenz-Einrichtungen der Alzheimer-Gesellschaft) wurden auf einen Extra-Termin Mitte Mai 2025 gelegt, ist das Spielfilmdebüt von Welf Reinhart ein nachhaltig beeindruckendes Drama. Zu dem nicht nur das herausragende Protagonisten-Trio beigetragen hat, sondern nicht zuletzt die langen Einstellungen und suggestiven Landschaftsaufnahmen Micky Graeters. Welf Reinhart gewann 2022 mit seinem HFF-Kurzfilm „Eigenheim“ über ein Seniorenpaar, das gegen die Zwangsräumung seiner Wohnung kämpft, den Studenten-Oscar in den USA.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie-Assistenz

Kamera

Kameraführung

Kamera-Assistenz

Steadicam

Farbkorrektur

Licht

Außenrequisite

Ton-Design

Mischung

Musik

Produktionsfirma

Produktionsleitung

Produktions-Koordination

Dreharbeiten

    • 03.02.2025 - 30.05.2025: München und Umgebung
Länge:
106 min
Format:
DCP, CinemaScope
Bild/Ton:
Farbe, Dolby 5.1
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 05.02.2026, 277342, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (NL): 29.01.2026, Rotterdam, IFF - Tiger Competition;
Kinostart (DE): 07.05.2026

Titel

  • Originaltitel (DE) Der verlorene Mann
  • Weiterer Titel (eng) A Fading Man

Fassungen

Original

Länge:
106 min
Format:
DCP, CinemaScope
Bild/Ton:
Farbe, Dolby 5.1
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 05.02.2026, 277342, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (NL): 29.01.2026, Rotterdam, IFF - Tiger Competition;
Kinostart (DE): 07.05.2026