Hilfe, ich bin unsichtbar

BR Deutschland 1951 Spielfilm

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Falk Schwarz
Mit Handspiegel und Schnaps
Der Unterschied zwischen einer Komödie und einer Farce? Eine Komödie ist ein Drama "mit erheiterndem Handlungsablauf", das unser aller Schwächen aufzeigt. Eine Farce besteht aus Situationskomik und Übertreibung bis ins Lächerliche. Auf diesem schmalen Grad bewegte sich Regisseur E.W. Emo in fast allen seinen Filmen. Hier schlägt das Pendel eindeutig in Richtung Farce. Lingen sorgt mit seinem albernen Genäsel und Gestottere nun schon in seinem 152. Film für ein irritierendes Déjavu. Konnte er garnicht anders? Auch dem Regisseur gelang die erfolgreiche Mixtur aus Tempo, scharfen Dialogen und einer guten Story nicht. Denn wer könnte ein Drehbuch schreiben, das an den Witz von Fritz Koselka oder Hans Sassmann heranreicht? Darüberhinaus stolpern alle durch schäbige Kulissen, weil die Ateliers in Bendestorf bereits vor der Insolvenz standen. Denkbar ungünstige Umstände. Obwohl die Lust am Unsichtbarwerden schon immer ein Filmthema war. Wer würde nicht gerne in kitzligen Situationen einfach verschwinden? Fritz Sperling (eben Lingen) lässt sich auf dem Rummelplatz von einem Orsini unsichtbar machen und läuft seither mit einem Handspiegel durch die Gegend, denn nur mithilfe dieses Spiegels weiß er, ob er sichtbar oder unsichtbar ist. Zum Sichtbarwerden braucht er, der Anti-Alkoholiker, große Mengen Schnaps. Der Alkohol befördert ihn zurück ins körperliche Sein. (Anfang der fünfziger Jahre sah man die tödliche Droge Alkohol noch locker). So hakelt sich Lingen durch den Film. Wenig hilfreich ist auch Grethe Weiser, die dem Film keine heiteren Tupfer aufsetzt. Nur Arno Paulsen als Rechtsanwalt dreht gewaltig auf und ist der Einzige, der sich aus der Besetzungsliste hervortut. Schließlich ist dem Fritz seine Unsichtbarkeit nur noch lästig - und er erwacht aus seinem Traum. Denn die ganze Geschichte hat er ja nur geträumt. Natürlich warten die Zuschauer bei einem solchen Unsichtbar-Film darauf, wie der Kameramann es macht, dass nasse Füße über die Badezimmerfliesen tappen und der dazu gehörige Körper fehlt. Solche Gags beherrschte Kameramann Hans Schneeberger aus dem Effeff. Wenigstens in dieser Richtung war dem Film gut zuzuschauen. Doch Farce bleibt Farce, flaues Nachher-Gefühl inklusive.

Credits

Alle Credits

Länge:
2413 m, 88 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 09.05.1951, 02795, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 07.07.1951, Berlin, Waldbühne

Titel

  • Originaltitel (DE) Hilfe, ich bin unsichtbar

Fassungen

Original

Länge:
2413 m, 88 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 09.05.1951, 02795, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 07.07.1951, Berlin, Waldbühne