Hannes Karnick

Darsteller, Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Ton, Sonstiges, Produzent
Flensburg

Biografie

Hannes Karnick wurde am 6. Oktober 1947 in Flensburg geboren. Während seines Studiums an der TU Darmstadt engagierte er sich ab Ende der 1960er Jahre im Studentischen Filmkreis, wo er auch seinen Kommilitonen Wolfgang Richter kennenlernte – der Beginn einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit.

Ab 1968 drehten die Freunde gemeinsame Kurz-Dokumentarfilme, darunter den 14-minütigen "Frank Mills" (1969), für den sie mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet wurden. Bei dem zehnminütigen "Nur gemeinsam sind wir stark" (1971) verfremdeten sie Standfotos von spontanen Streiks in einem Darmstädter Chemiewerk mittels Tricktechnik, reicherten diese Bilder mit Arbeitskampf-Parolen an und montierten sie mit Zeitungsausschnitten und Tonbandinterviews. Dieser gleichermaßen experimentierfreudige wie politische Film brachte ihnen 1971 eine Einladung zum Internationalen Leipziger Festival für Dokumentarfilm in der DDR ein.

1972 gründeten Karnick und Richter in Darmstadt die Produktionsfirma docfilm. Parallel dazu erhielten sie vom ZDF das Angebot, an der neuen, innovativen und politisch ambitionierten Jugendsendung "direkt!" mitzuwirken. Nach anfänglicher Skepsis stimmten sie zu und realisierten bis 1978 als Teil des Redaktionsteams rund 50 Beiträge für die Sendung.

Daneben drehte das Duo zahlreiche Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen, die häufig auch auf internationalen Festivals liefen. In den meisten Filmen befassten sie sich weiterhin mit arbeits- und gesellschaftspolitischen Themen, so etwa bei "Lehrlinge zusammenhalten" (1974) oder "Ich bin Jugendvertreter" (1979). Für den 54-minütigen "Grüße aus Neckarsulm" (1975), über gewerkschaftlichen Arbeitskampf, erhielten sie bei den Oberhausener Kurzfilmtagen den Hauptpreis der Jury; für den 35-minütigen "Du sollst dich nie vor einem lebenden Menschen bücken! - Willi Bleicher" (1978), über den Gewerkschaftsführer und ehemaligen KZ-Häftling Willi Bleicher, erhielten sie den Preis der deutschen Filmkritik.

Dem Lokalsport widmeten Karnick und Richter sich in "Unser schönes Bundesliga-Jahr - Darmstadt und der große Fußball" (1979), während sie in "...sonst würde das Kino sterben - Drei junge deutsche Filmproduzenten" (1979) die damals noch wenig bekannten Bernd Eichinger, Regina Ziegler und Eberhard Junkersdorf porträtierten. 

1980 gehörten Karnick und Richter in Frankfurt zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK). 

Die größten Publikumserfolge der beiden Filmemacher waren die Kinoproduktionen "Martin Niemöller: 'Was würde Jesus dazu sagen?'" (1985), über den ehemaligen Evangelischen Kirchenpräsidenten von Hessen-Nassau, und "Radio Star" (1994), über die kulturpolitische Geschichte des amerikanischen Soldatensenders AFN. In "Klimawandel oder Klimakatastrophe?" griffen Karnick und Richter bereits 2005 ein zunehmend bedeutsames Umweltthema auf. 

Der letzte gemeinsame Film des Duos war "Wenn Ärzte töten - Über Wahn und Ethik in der Medizin" (2009), in dem der Psychiater Robert Jay Lifton erläutert, wie gewöhnliche Ärzte – zum Beispiel in der NS-Zeit – unter entsprechenden Rahmenbedingungen zu Mördern werden können.
 

FILMOGRAFIE

2005
  • Regie
  • Drehbuch
  • Schnitt
  • Produzent
1996/1997
  • Mischung
1994/1995
  • Mischung
1993/1994
  • Regie
  • Drehbuch
  • Interviews
  • Ton
  • Recherche
  • Produzent
1982-1985
  • Mitwirkung
  • Sprecher
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kommentar
  • Interviews
  • Ton
  • Produzent
1982/1983
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1982
  • Regie
1981
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1975/1976
  • Regie
  • Drehbuch
  • Ton
  • Produzent
1974
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
1969
  • Regie
1970
  • Sprecher
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent