Ursula Karusseit
Biografie
Ursula Karusseit wird am 2. August 1939 in Elbing bei Danzig in Westpreußen geboren, zieht in ihrer Jugend allerdings mit der Familie über Mecklenburg nach Gera. Nach dem Schulabschluss erhält sie eine kaufmännische Ausbildung an einer Wirtschaftsschule, danach ist sie als Stenotypistin und Sachbearbeiterin tätig.
Die Schauspielerei ist für Karusseit ein Hobby, das zur Passion wird. Nach einer erfolglosen Bewerbung an der Schauspielschule in Leipzig, studiert sie ab 1960 an der Staatlichen Schauspielschule Berlin-Schöneweide (heute Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch"). Zu ihren Lehrern gehören Wolfgang Heinz und Erika Pelikowsky.
Im Anschluss daran erhält sie eine langjährige Anstellung an der Berliner Volksbühne. Zwischenzeitlich gibt sie Gastspiele an anderen Berliner Bühnen, so dem Maxim-Gorki-Theater, dem Deutschen Theater und dem Theater im Palast (TiP). Dabei feiert sie unter anderem als Shen Te in Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan", als Rote Rosa in "Moritz Tasso" und als Elsa in "Der Drache" Bühnenerfolge – die letzten beiden unter der Regie des Schweizers Benno Besson, mit dem sie seit 1967 einen gemeinsamen Sohn, Pierre Besson, hat und den sie 1969 heiratet.
Seit 1987 ist Ursula Karusseit als freischaffende Schauspielerin tätig und steht in den Folgejahren beispielsweise auf den Bühnen des Schauspiels Köln, des Berliner Schillertheaters sowie der Kammerspiele München. Außerdem beginnt sie auch selbst zu inszenieren, unter anderem in Dresden, Zittau und Tübingen.
Ihr Filmdebüt gibt Ursula Karusseit 1963 in Lothar Bellags Fernsehfilm "Was ihr wollt". Einem großen Publikum wird sie fünf Jahre später bekannt: als Magd Gertrud Habersaat in Helmut Sakowskis fünfteiliger TV-Reihe "Wege übers Land", in der die Geschichte des Dorfes Rakowen und einiger seiner Bewohner in den Jahren von 1939 bis 1953 erzählt wird.
Das Fernsehen bleibt Karusseits hauptsächlicher Arbeitgeber. So spielt sie neben Hilmar Thate in dem TV-Fünfteiler "Daniel Druskat" (1975) und neben Walter Plathe und Jürgen Heinrich in "Märkische Chronik" (1983). Nach der Wende wirkt sie beispielsweise in den Serien "Liebling Kreuzberg", "Praxis Bülowbogen" sowie seit 1998 in der lang laufenden ARD-Krankenhausreihe "In aller Freundschaft" mit.
Auf der Kinoleinwand ist Karusseit vergleichsweise selten präsent. Unter Regisseur Horst E. Brandt spielt sie in "KLK an PTX - Die Rote Kapelle" (1971), unter Konrad Wolf in "Der nackte Mann auf dem Sportplatz" (1973), außerdem hat sie eine Doppelrolle in dem DEFA-Kinderfilm "Die vertauschte Königin" (1984). Nach der Wende ist sie in Andreas Dresens "Nachtgestalten" (1999) zu sehen sowie in Adolf Winkelmanns "Waschen, Schneiden, Legen" (1999) mit Guildo Horn.
Neben ihrer Schauspieltätigkeit spricht Ursula Karusseit in Hörspielen, gastiert mit dem Programm "Jazz, Lyrik, Prosa" in Städten ganz Deutschlands und unterrichtet seit 1973 an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Sie ist in zweiter Ehe mit dem Beleuchtungstechniker Johannes Wegner verheiratet und lebt in Senzig, südlich von Berlin.
Die Ausstattung dieser Personenseite wurde durch die DEFA-Stiftung gefördert.


