Joachim Hasler
Biografie
Joachim Hasler, geboren am 28. April 1929 in Berlin, macht Ende des Zweiten Weltkriegs eine Ausbildung als Kopierfacharbeiter und eine Sonderschulung bei Agfa Wolfen. Direkt im Anschluss bekommt er eine Stelle als Kameraassistent bei der DEFA. Hier arbeitet er mit renommierten Kameramännern wie Reimar Kuntze und Bruno Mondi ("Rotation") zusammen, der Hasler später mit nach Hamburg nimmt. Doch bereits nach kurzer Zeit kehrt Hasler an die Babelsberger Studios zurück, um sich eine eigene Karriere als Kameramann aufzubauen. Zu seinen wichtigsten Arbeiten auf diesem Gebiet zählen die visuell ausgefeilten Dramen "Die Unbesiegbaren" (1953) und "Kein Hüsung" (1954) sowie der in Farbe gedrehte Science-Fiction-Film "Der schweigende Stern" (1960).
Als der Regisseur Arthur Pohl während der Dreharbeiten zu dem Wirtschaftswunderkrimi "Spielbank-Affäre" (1957) einen schweren Unfall erleidet, springt sein Kameramann Hasler ohne Nennung für ihn ein – der Beginn einer zweiten Karriere als Regisseur. In seinen folgenden Arbeiten als Regisseur befasst sich Hasler vor allem mit gesellschaftspolitischen Stoffen, etwa in "Der Tod hat ein Gesicht" (1961), einem Krimi über einen Umweltskandal, oder "Nebel" (1963), über die Hintergründe eines deutschen Kriegsverbrechens. Auch diese Filme zeichnen sich durch einen sehr entschiedenen, experimentierfreudigen visuellen Stil aus. Ab Mitte der sechziger Jahre versucht er sich als Regisseur von publikumsträchtigen Schlagerfilmen, von denen die Teenagerkomödie "Heißer Sommer" (1968) mit den DDR-Schlagerstars Frank Schöbel und Chris Doerk mittlerweile Kultstatus genießt. Ein großer Kritikererfolg gelingt Hasler mit "Meine Stunde Null" (1970), in dem es ihm erfolgreich gelingt, das Ende des Zweiten Weltkriegs mit komödiantischen Mitteln zu thematisieren.
Nach einer Reihe weniger erfolgreicher Filme zieht Hasler sich 1984 aus dem aktiven Filmgeschäft zurück. Sechs Jahre später wird er in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Im Januar 1995 stirbt Joachim Hasler im Alter von 65 Jahren in Berlin.
Filmografie
| 1983/1984 |
Der Mann mit dem Ring im Ohr Regie |
| 1979/1980 |
Komödianten-Emil Regie, Szenarium |
| 1978 |
Hiev up Regie, Szenarium |
| 1977/1978 |
Addio, piccola mia Darsteller |
| 1973 |
Nicht schummeln, Liebling! Regie, Drehbuch, Kamera |
| 1969/1970 |
Meine Stunde Null Regie, Drehbuch, Kamera |
| 1967/1968 |
Heißer Sommer Regie, Drehbuch, Kamera |
| 1965/1966 |
Reise ins Ehebett Regie, Drehbuch, Kamera |
| 1964/1965 |
Chronik eines Mordes Regie, Kamera |
| 1962/1963 |
Nebel Regie, Drehbuch, Kamera |
| 1961 |
Der Tod hat ein Gesicht Regie, Drehbuch, Kamera |
| 1960/1961 |
Septemberliebe Kamera |
| 1959/1960 |
Wo der Zug nicht lange hält Regie, Drehbuch, Kamera |
| 1959/1960 |
Der schweigende Stern Kamera |
| 1959 |
Der Augenzeuge [Jg. 1959 / B Nr. 040] Mitwirkung |
| 1958 |
Das Lied der Matrosen Kamera |
| 1957 |
Gejagt bis zum Morgen Regie, Kamera |
| 1956/1957 |
Spielbank-Affäre Kamera |
| 1955 |
52 Wochen sind ein Jahr Kamera |
| 1955 |
Zar und Zimmermann Kamera |
| 1954 |
Pole Poppenspäler Kamera |
| 1953/1954 |
Kein Hüsung Kamera |
| 1952/1953 |
Die Unbesiegbaren Kamera |
| 1952 |
Blühende Gärten - Fruchtbares Land Kamera |
| 1951/1952 |
Das verurteilte Dorf Kamera |
| 1951 |
Sensation in San Remo Kamera-Assistenz |
| 1950 |
Das kalte Herz Kamera-Assistenz |


