Inhalt
Jockel und Stefan, Bauwagenbewohner in Berlin-Kreuzberg, sind ein schwules Paar. Dass Jockel nebenher auch anonymen Sex hat, will Stefan nicht akzeptieren. Und noch viel weniger, dass sich Jockel neuerdings Heroin spritzt. In Sorge um den Freund nimmt Stefan den Kampf gegen dessen Sucht auf. Doch Jockel will sich nicht belehren lassen. Um an Geld für seinen Dealer zu gelangen, lässt er sich auf ein engeres Verhältnis auch mit dem Wagenburg-Nachbarn Micha ein.
"Prinz in Hölleland" erzählt von dieser fatalen Dreiecksbeziehung vor dem Hintergrund der Drogen- und Hausbesetzer-Szene rund um den U-Bahnhof Kottbusser Tor. Mit seinen Schauplätzen in Baulücken und heute legendären Kneipen wie dem Café Anal dokumentiert der Film auch die Freiräume und Lebensentwürfe eines queeren Aussteigermilieus. Plastisch und zuweilen drastisch zeichnet er dessen Protagonisten – Lederkerle und Anarchos, Punks und Transen – wie auch deren Bedrohung durch rechte "Glatzen". Anders als das titelgebende Puppenspiel des Szene-Narren Firlefanz, das die Filmhandlung ironisch bricht und in dem der Prinz einen Müllerssohn liebt, nimmt das Debüt des damals 25-jährigen Regisseurs kein märchenhaftes Ende.
Quelle: 76. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
Kommentare
Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!
Jetzt anmelden oder registrieren und Kommentar schreiben.