Eva Neymann

Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produzent
Zaproshje, Ukraine

Biografie

Eva Neymann wurde am 21. Juni 1974 in Saporischschja, Ukraine, geboren. 1993 emigrierte sie nach Deutschland, wo sie in Marburg ein Jurastudium absolvierte. 1997 begann sie ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während des Studiums realisierte sie mehrere kurze und mittellange Spiel- und Dokumentarfilme in der Ukraine, die auf internationalen Festivals gezeigt wurden. Erfahrungen sammelte sie zudem als Praktikantin während der Dreharbeiten zu "Vtorostepennye lyudi" ("Menschen zweiter Klasse", 2001) von Kira Muratova, in deren Nachfolge Neymann von manchen Filmwissenschaftlern gesehen wird.

Für den TV-Sender 3sat realisierte sie (als dffb-Produktion) die Dokureihe "Fremde Kinder – Das Meer sehen" (2005). Für ihren dffb-Abschlussfilm "Wege Gottes" (2006), über zwei Straßenkinder in Odessa, wurde Neymann mit dem First Steps Award für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Nach ihrem Abschluss drehte Eva Neymann drei Spielfilme in der Ukraine. "U reki" ("Am Fluss", 2007) feierte beim Film Festival Rotterdam (Niederlande) Premiere und wurde beim Wiesbadener Filmfestival goEast mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für "künstlerische Originalität, die kulturelle Vielfalt schafft" ausgezeichnet. Ihr zweiter langer Spielfilm "Dom s bashenkoy" ("Das Haus mit dem Türmchen", 2012), nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Friedrich Gorenstein, erhielt den East of the West Award beim Karlovy Vary Film Festival (Tschechien) und den Großen Preis des Black Nights Filmfestivals in Tallinn (Estland).

Das Drama "Pesn pesney" ("Lied der Lieder", 2015), nach einer Erzählung des jüdischen Schriftstellers Scholem Alejchem, lief auf dem Odessa International Film Festival (Ukraine) sowohl im Nationalen Wettbewerb als auch im Internationalen Wettbewerb – und erhielt in beiden Sektionen den Hauptpreis. Mit "Pryvoz" (2021) drehte Eva Neymann einen Dokumentarfilm über den gleichnamigen Markt in Odessa. Auch dieser Film lief auf mehreren Festivals.

Ebenfalls in Odessa entstand zwischen Oktober 2023 und April 2024 auch Neymanns Dokumentarfilm "When Lightning Flashes Over the Sea", ein ebenso poetisches wie lebensnahes Porträt der Stadt und ihrer Bewohner*innen zu Zeiten des Krieges. Die Uraufführung fand im Februar 2025 im Forum der Berlinale statt. Der Kinostart erfolgte im November desselben Jahres.

Eva Neymann lebt in Berlin. 

FILMOGRAFIE

2023-2025
  • Regie
  • Kamera
  • Co-Produzent
2006
  • Regie
  • Drehbuch
  • Kamera
  • Schnitt