Inhalt
In einer Zeit, in der Elemente der Faschisierung immer deutlicher, immer allgegenwärtiger werden, wirft die Künstlerin Vika Kirchenbauer einen persönlichen Blick auf das, was in Deutschland heute in der Luft liegt. "This Suffocating Now" bezeugt die historische Gegenwart als einen Zustand, der von Vektoren der Gewalt gezeichnet ist, die seit Langem durchgängig und gewohnheitsmäßig existiert haben. Seinen Fokus legt der Film dabei auf jene Verwerfungslinien, die in den letzten Jahren die illiberale Kehrseite von freiheitlichem Staat und Gesellschaft am deutlichsten offenlegen: Solidarität mit Palästina sowie Queer- und Transrechte.
Der 16-minütige Essayfilm speist sich aus einer großen Bandbreite von Material und fließt in ungleichmäßigem Rhythmus durch Fotografien und Bewegtbilder. Beobachtungen aus den letzten drei Jahren – darunter die verstärkte Polizeipräsenz und wiederholte Polizeigewalt, die Kirchenbauer von ihrem Balkon in Berlin aus einfängt – werden im breiteren Kontext deutscher Geschichte betrachtet. Triviale Aufnahmen, die die Künstlerin beim Renovieren ihrer Wohnung gemacht hat, bilden den Hintergrund für ihre kritische Betrachtung des eigenen sozialen Aufstiegs in eine verbeamtete Professur. Diese persönliche Reflexion bildet den Einstiegspunkt für die Verhandlung der intimen Beziehung zwischen Staat und zeitgenössischer Kunst im deutschen Kultursektor im Allgemeinen.
Quelle: 76. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
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