KI im Film: Welche neuen Wege geht die Filmrestaurierung mit dem Einsatz von KI und was bedeutet das für die Filmkultur? Das sind Fragen, die das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum als Partner im Projekt HUMAIN in den kommenden drei Jahren bearbeitet.
HUMAIN entwickelt Leitlinien für eine verantwortungsvolle Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Kultur- und Kreativbranchen. Beteiligt sind neun Partner aus sechs europäischen Ländern, darunter das DFF, das sich mit KI-Anwendungen im Bereich Film beschäftigt. Das Programm Horizon Europe der Europäischen Union hat dem wegweisenden Projekt, das vor wenigen Wochen offiziell gestartet ist und drei Jahre läuft, Fördermittel in Höhe von 4,3 Millionen Euro bewilligt.
"HUMAIN - Navigating AI for Resilient and Sustainable Cultural & Creative Ecosystems"
Ziel des Projekts ist es, die Rahmenbedingungen und Werkzeuge zu entwickeln, die für eine verantwortungsvolle Einführung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Kultur- und Kreativbranchen erforderlich sind. Das Projekt wurde als Antwort auf die Horizon-Europe-Ausschreibung zum Thema Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft sowie auf die zunehmende Verbreitung von KI-Anwendungen in allen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen ins Leben gerufen. HUMAIN verfolgt das Ziel, die Kultur- und Kreativbranchen dabei zu unterstützen, fundierte und menschenzentrierte Entscheidungen über den Einsatz von KI zu treffen. Damit soll die Zukunftsfähigkeit, Widerstandskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Sektors in einer sich rasant entwickelnden technologischen Landschaft gestärkt werden.
Anhand konkreter Beispiele aus Film, Mode und Musik zeigt das Projekt, wie Künstliche Intelligenz die kulturelle Produktion heute prägt. Dabei werden rechtliche, ethische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven einbezogen, um zu verstehen: Welche Chancen und Risiken bringt der Einsatz von KI mit sich – für die Entstehung kultureller Werke, den Zugang zu ihnen und ihre weitere Nutzung?
Ein zentrales Projektergebnis ist das HUMAIN Toolkit – eine praxisorientierte und kontinuierlich weiterentwickelte Sammlung von Leitlinien, Methoden und Werkzeugen für den Einsatz von KI. Darüber hinaus entwickelt das Projekt den Copyright Navigator – ein mehrsprachiges, KI-gestütztes Recherche- und Orientierungstool für urheberrechtliche Fragestellungen. Ergänzend erarbeitet HUMAIN politische Handlungsempfehlungen, die sich an den spezifischen Bedürfnissen der Kultur- und Kreativbranchen orientieren. Hierzu bringt das Projekt Kulturschaffende, Technologie-Expert*innen, Forschende sowie politische Entscheidungsträger*innen zusammen, um sicherzustellen, dass KI-gestützte Innovationen geistiges Eigentum schützen, menschliche Kreativität angemessen honorieren und die kulturelle Vielfalt bewahren.
Am Projekt sind neun Partner aus sechs europäischen Ländern beteiligt, darunter das DFF, das KI-Anwendungen im Film erforscht – etwa zur Rekonstruktion verlorener oder beschädigter Filmbestandteile wie historischer Zwischentitel.
HUMAIN startete offiziell im Juni 2026 und läuft bis zum 31. Mai 2029.
Die neun Partner:
• Jagiellonian University (PL)
• European Fashion Heritage Association (IT)
• Ethinicon Metsovion Polytechnion (GR)
• Fundacja Centrum Cyfrowe (PL)
• Universidad de Valladolid (ES)
• Stichting VU (ND)
• DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum (DE)
• Polish Chamber Musicians' Association (PL)
• Maggioli SPA (IT)
Quelle: www.dff.film