Elisabeth Wicki-Endriss gestorben

Wie ihre Familie und der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. mitteilten, ist die Schauspielerin und Initiatorin des Friedenspreises des deutschen Films – Die Brücke Elisabeth Wicki-Endriss am 16. Juli verstorben. 

 

Elisabeth Wicki-Endriss, geboren als Elisabeth Roswitha Endriss am 2. Juli 1944 in Eger im Sudetenland (heute Cheb, Tschechien), wuchs als Schauspielerkind hinter der Bühne und vor der Kamera auf – bereits mit vier Jahren stand sie für den Film "Die seltsame Geschichte des Brandner Kaspar" (1949) vor der Kamera. Sie erhielt ihre Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München und arbeitete vor allem am Theater, drehte aber auch zahlreiche Kino- und Fernsehfilme. 1977 lernte sie Bernhard Wicki kennen und wirkte in seinen Filmen "Sansibar oder der letzte Grund" und "Das Spinnennetz" mit. 

Nach dem Tod von Wickis langjähriger Ehefrau Agnes Fink heirateten Wicki und Endriss 1995. In den Jahren seiner schweren Erkrankung pflegte sie ihn selbst und stellte dafür ihre eigene künstlerische Arbeit zurück. Die Idee zum Friedenspreis kam ihr in der Trauerzeit nach Wickis Tod, als ihr Blick auf eine Urkunde der Vereinten Nationen fiel, mit der Wicki einst für seine Verdienste um den Frieden geehrt worden war. 2002 rief sie den "Friedenspreis des deutschen Films – Die Brücke" ins Leben, der seither jährlich verliehen wird – in diesem Jahr zum 25. Mal.

Wickis Vermächtnis bewahrte sie in drei eigenen Werken: Mit dem 2007 veröffentlichten Dokumentarfilm "Verstörung – und eine Art von Poesie" über sein Leben und Werk, dem gleichnamigen, reich bebilderten Band "Die Filmlegende Bernhard Wicki: Verstörung – und eine Art von Poesie" und schließlich 2009 der persönlicheren Biografie "Bernhard Wicki: Leben mit einem Filmgenie", in der sie vor allem über die gemeinsame Zeit und ihre ungewöhnliche Dreiecksbeziehung erzählt.

Für ihr gesellschaftliches Engagement wurde Elisabeth Wicki-Endriss mehrfach ausgezeichnet: 2009 erhielt sie das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, 2019 den One-Future-Ehrenpreis der Interfilm-Akademie für ihr Lebenswerk als Schauspielerin, Bewahrerin von Wickis Filmerbe und Initiatorin des Friedenspreises, sowie ebenfalls 2019 die Europamedaille der Bayerischen Staatskanzlei.

Elisabeth Wicki-Endriss starb am 16. Juli 2026 im Alter von 82 Jahren in München.

Quelle: www.bernhardwickigedaechtnisfonds.de