Am gestrigen Dienstagabend wurde in Berlin der 24. Deutsche Hörfilmpreis vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vergeben. Insgesamt 20 Produktionen waren in sechs Kategorien nominiert. Moderiert wurde die feierliche Gala, die im historischen Colosseum Filmtheater in Berlin stattfand, von Nadine Heidenreich.
In der Kategorie "Spielfilm Kino" ging der Preis für die beste Audiodeskription (AD), die ADele, an das Bob Dylan Biopic "Like A Complete Unknown" von Regisseur James Mangold. Die Laudatio hielt Schauspieler und Sänger Alexander Scheer, der den Preis an Michael Johnson von FFS Film- und Fernseh-Synchron sowie Hans-Jürgen Bäumer und Barbara Müller von The Walt Disney Company überreichte. Mit ihnen freute sich das Audiodeskriptions-Team, vertreten durch Michael Schorr und Barbara Fickert, Sebastian Baack, Andreas Hofer und Kirsten Krauth.
Der Laudator Alexander Scheer setzte auch den musikalischen Rahmen des Programms mit Auszügen seiner Show "Alexander Scheer singt Davie Bowie".
Die ADele in der Kategorie "Spielfilm TV/Mediatheken/Streaming" ging an das atmosphärische Drama "Nostalgia" von Regisseur Mario Martone. Neben Ralph Junglas von ARTE, Isabella Handke und Tammo Steinmetz von Studio Hamburg Synchron freuten sich die Filmbeschreiberinnen Doris Würfel und Stefanie Schruhl über die Laudatio der Schauspielerin Inka Friedrich.
Die TV-Produktion "Oktoberfest 1905 (Staffel 2)" wurde in der Kategorie "Serie" für die beste Audiodeskription ausgezeichnet. Die Laudatio verlas die erfolgreiche Film- und Serien-Regisseurin Pola Beck. Sie überreichte die ADele an Haide Völz, Bernd Benecke und Sascha Schulze vom Bayerischen Rundfunk, die sich gemeinsam mit dem AD-Team, bestehend aus Mareike Hülsmann, Manuela Schemm und Jan Potthast auf der Bühne versammelten.
Die Laudatio in der Kategorie "Kinder- und Jugendfilm" für den Animationsfilm "Elio" hielt die Schauspielerin Emma Falck. Den Preis nahmen Hans-Jürgen Bäumer und Barbara Müller von The Walt Disney Company zusammen mit dem AD-Team, bestehend aus u.a. Tania Eichler-Ojake, Uta Maria Torp und Kirsten Krauth entgegen.
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR), vertreten durch Niels Rasmussen und Uschi Heerdegen-Wessel, erhielt die ADele in der Kategorie "Dokumentation" für die faszinierende Naturdokumentation "Magisches Frankreich – Von der Provence zu den Pyrenäen". Gemeinsam mit der Autorin Heike Grebe freute sich das AD-Team, bestehend aus u.a. Stefanie Schruhl, Doris Würfel, Martin Ovelgönne und Tarek Youzbachi. Schauspielerin Kathy Etoa hielt die Laudatio.
Der Film-Klassiker "Die Verliebten" konnte in der Kategorie "Filmerbe" überzeugen. Schauspieler und European Shootingstar Enno Trebs hielt die Laudatio und übergab die ADele an Eszter Takács von der Deutschen Kinemathek und Alexander Fichert von audioskript. Neben Regisseurin Jeanine Meerapfel, die gemeinsam mit ihrem Hauptdarsteller Horst Günter Marx persönlich zur Verleihung gekommen war, freuten sich Christian Simon, Erico Zeyen, Romanus Fuhrmann, Cathleen Gawlich und Maria Bartels über die ADele.
Zum Abschluss der Preisverleihung wurde der begehrte Publikumspreis vergeben. In diesem Jahr konnte sich die Kinder- und Jugendfilm-Produktion "Pumuckl und das große Missverständnis" von Regisseur Marcus H. Rosenmüller deutlich von der Konkurrenz absetzen. Yasmina Majid von der Constantin Film freute sich gemeinsam mit Anke Nicolai von Nicolai Produktion. Sie wurden auf der Bühne durch das AD-Team, vertreten durch Annelie Leschke, Roswitha Röding, Ilka Teichmüller, Andreas Fuhrmann und Hannah Schwarz unterstützt. Die Auszeichnung wurde von Jürgen Dusel, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen übergeben.
Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme als Ganzes wahrzunehmen und zu genießen. Diese Filme sind mit einer Audiodeskription (AD) versehen, die die zentralen Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekor beschreibt. Diese Bildbeschreibungen werden in den Dialogpausen eingesprochen.
Quelle: www.deutscher-hoerfilmpreis.de