Acht Wochen lang feierte die European Award Season die Fülle und Vielfalt des europäischen Films. Mit der festlichen Verleihung der 38. European Film Awards am vergangenen Wochenende in Berlin fand das paneuropäische Programm einen glanzvollen und erfolgreichen Abschluss.
In ihrer vierten internationalen Ausgabe – der ersten unter ihrem neuen Titel – verzeichnete die European Award Season eine Rekordbeteiligung von Partner*innen in 125 Städten in 47 Ländern.
Dank Europa Cinemas, ein Partner der Akademie, stellten Programmkinos von Norwegen bis Malta, von Portugal bis Polen europäische Filme in den Mittelpunkt und präsentierten Sonderprogramme, besondere Veranstaltungen und sorgfältig kuratierte Retrospektiven.
Montenegro war erneut mit allen Kinos des Landes dabei. Zum ersten Mal nahmen vier Städte außerhalb Europas teil: Hongkong, Santiago de Chile, Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam). Darüber hinaus waren mehrere Filmfestivals, darunter der langjährige Partner der Akademie, das Europäische Filmfestival Sevilla, Teil des Programms, ebenso wie zahlreiche nationale Filmzentren und Filmmuseen.
Ein Pilotprogramm mit der Berliner Kinogruppe Yorck machte den Anfang: Jede Woche wurde einer der nominierten Filme in einem lokalen Kino gezeigt, vorgestellt von einem in Berlin ansässigen Akademiemitglied, und mit internationalen Gästen wie Joachim Trier oder Mads Mikkelsen, die das Publikum persönlich begrüßten. Der öffentlich-rechtliche Radiosender radioeins (rbb) war Medienpartner und bewarb die Vorführungen der Akademie-Nominierten.
"Die European Award Season hat das Potenzial des europäischen Kinos gezeigt. Von kleinen Programmkinos bis hin zu internationalen Festivals, von lokalen Communities bis hin zu Städten weltweit – das Publikum feierte den Reichtum unserer Filme, das Talent und die Vision, die hinter dem europäischen Kino so deutlich zu erkennen sind. Die Rekordbeteiligung in 125 Städten in 47 Ländern zeigt, dass europäische Geschichten überall Anklang finden. Es ist Zeit für Zuversicht, was Europa und sein Kino angeht, denn wir haben etwas, auf das wir stolz sein können. Nun gilt es, gemeinsam europäisches Filmschaffen noch sichtbarer zu machen. Durch unsere Zusammenarbeit mit Partner*innen, Filmemacher*innen und dem Publikum wird sich die European Film Academy dafür auch in den kommenden Jahren stark machen", sagt Matthijs Wouter Knol, CEO der Akademie.
Neben Kinovorführungen wurden bestehende Kooperationen unter der neuen Marke European Award Season mit MUBI, der Dokumentarfilmplattform DA Film und FestivalScope fortgesetzt. Eine weitere Initiative ist die Zusammenarbeit mit der Bibliotheksplattform filmfriend, die mit 862 öffentlichen Bibliotheken in deutschsprachigen europäischen Ländern verbunden ist. Alle Bibliotheksmitglieder konnten im Rahmen ihres Abonnements auf dieser Plattform europäische Filme zur Geschichte der European Film Awards ansehen. ARTE präsentierte Filme von und mit den Ehrenpreisträgerinnen Liv Ullmann und Alice Rohrwacher auf seiner digitalen Plattform und im linearen Fernsehen.
Während der gesamten European Award Season konzentrierten sich alle teilnehmenden Kinos auf europäische Filme. Viele der Vorführungen wurden von einer Einführung durch oder einer Diskussion mit Filmschaffenden begleitet. Für die meisten teilnehmenden Kinos war die Einbindung des Publikums besonders wichtig: Es gab Sondervorführungen für Jugendliche, Studierende, elternfreundliche Veranstaltungen und auch Vorführungen, die sich an ein älteres Publikum richteten. Es gab spezielle Musikabende und einen Plakatmalwettbewerb in Tirana (Albanien) sowie "Stricken im Kino"-Vorführungen in Salzburg (Österreich).
Viele Kinos zeigten Retrospektiven renommierter europäischer Filmschaffender. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Wim Wenders in Pristina (Kosovo) und in Košice (Slowakei), einer Ulrike-Ottinger-Auswahl in Istanbul, einer Retrospektive zum 100. Geburtstag von Jerzy Has in Breslau (Polen) und einem Julia-Ducournau-Focus in Cluj-Napoca (Rumänien).
Viele Partner*innen stellten auch Filme aus einem bestimmten Land oder zu einem bestimmten Thema in den Vordergrund: Es gab ein französisches Filmfestival mit thematischen Getränken an der Bar in Hradec Kralové (Tschechien), ein Italo-Mafia-Special in Köln (Deutschland), eine Europäische Kinderfilmwoche in Budapest, ein Special mit Filmen über Katzen in Riga (Lettland), Deutsche Filmtage in Oslo, das Minifestival "Kinder und Jugendliche im Film" mit Q&As in Biel/Bienne (Schweiz) und eine Auswahl an Kurzdokumentationen in Kiew (Ukraine).
Die European Award Season wird vom Creative Europe MEDIA-Programm der Europäischen Union und Eurimages unterstützt und arbeitet mit Europa Cinemas, CICAE und European Film Promotion zusammen. Medienpartner sind Cineuropa und EBU.
Über die European Film Academy:
Die European Film Academy hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre 5.400 Mitglieder miteinander zu vernetzen, sie und ihre Arbeit zu unterstützen, zu würdigen und zu fördern. Ihr Ziel ist es, Wissen zu vermitteln und Zuschauende aller Altersgruppen für das europäische Kino zu begeistern. Die Academy positioniert sich als zentrale Organisation und fördert wichtige Debatten innerhalb der Branche. Sie ist bestrebt, alle Freund*innen des europäischen Kinos zusammenzubringen. Jährlicher Höhepunkt ist die European Award Season und die Verleihung der European Film Awards. Wichtiges Anliegen der Academy ist die Pflege des europäischen Filmerbes und die Einbeziehung eines jungen Publikums durch den European Young Audience Award.
Quelle: www.europeanfilmacademy.org