Summary
Leni tells the true story of a child that was only allowed to reach her fifth birthday. Still as an infant, the little girl is taken into foster care by an old couple on a farm. But it soon turns out that there is something not quite right with the child - "descent-wise". Her mother is Jewish.
Leni must leave. She comes to Munich - to an orphanage, it is said. The old farmer sets off with the village teacher to try and save the child. "If it is true that the Heimatfilm is the highest form of expression of the German longings for suppression, then there is no more disturbing setting for a Holocaust story than our home" Leo Hiemer.
Source: German films Service & Marketing GmbH
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Schwester Ludowiga hat das bereits betagte, aber kinderlose Bauernpaar Alwina und Johann Aibele (ohne jede Effekthascherei: Paraderollen für Christa Berndl und Hannes Thanheiser) ausgesucht, um das Kind, das sich rasch prächtig entwickelt, aufzuziehen. Die Pflegeeltern erfahren von der Identität des Kindes jedoch erst, als sich Lenis Mutter, die später auf der Flucht ums Leben kommt, auf den Hof wagt, um ihre Tochter wenigstens ein einziges Mal zu sehen.
Allerdings ist bereits 1939 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten auch die Allgäuer Idylle vorbei: Selbst der junge katholische Dorfgeistliche will mit dem abstammungsmäßig „unreinen“ Kind in der Gemeinde nichts zu tun haben, ja hetzt sogar die Dorfjugend auf, sodass Leni nur noch auf dem etwas abseits gelegenen Hof spielen kann – ohne Kontakt zu den Gleichaltrigen der Umgebung.
Nur der neue Dorfschullehrer Josef Blatzer, ein aufs Land strafversetzter Sozialist, nimmt sich der Kleinen an. Und ihrer Pflegeltern, als der Bürgermeister und zynische NSDAP-Ortsgruppenleiter, im bürgerlichen Beruf ein Schuster, die Einweisung Lenis (Hannes' Enkelin Johanna Thanheiser) in ein Münchner Augustinerinnenstift verfügt – vermutlich als Zwischenstation zu den Verbrennungsöfen von Auschwitz. Den sich dagegen sträubenden Bauern stellt der Bürgermeister vor eine grausame Wahl: Entweder Leni oder Johanns geistig behinderter Bruder Severin, der als Knecht auf dem Aibele-Hof arbeitet.
Der Lehrer begleitet Johann Aibele in die Stadt, um nach Leni zu schauen. Doch sie bekommen das Mädchen nur durch das Schlüsselloch einer verschlossenen, zudem bewachten Tür zu sehen. Misstrauisch geworden versuchen beide zunächst beim örtlichen Gestapo-Chef, den der „Sozi“ aus alten Jugendtagen her kennt, die Rückführung Lenis aufs Dorf zu erreichen. Wir schreiben das Jahr 1943, Stalingrad steht unmittelbar vor dem Fall und selbst die in der Wolle gefärbten Nazis in der „Stadt der Bewegung“ haben keine Hoffnung mehr auf den dauerpropagierten Endsieg. Doch die beiden erreichen bei Obersturmbannführer Eisele nichts und wollen nun anderntags selbst das Nötige veranlassen. Als sie zum Klostergebäude kommen, ist es verlassen, der Transport (nach Auschwitz?) bereits unterwegs...
Leo Hiemer, dessen Mutter die kleine Leni selbst gekannt hat und den Regisseur zu diesem Recherche-Film anregte, erzählt das alles in nüchternen, beinahe dokumentarisch wirkenden Bildern und erlaubt sich nur kurze, dafür aber umso eindrucksvollere Momente der Trauer, der Wehmut, des Entsetzens. Zu diesen Momenten gehört die Abschiedsszene auf dem Dorfbahnhof, als Johann Aibele schweren Herzens „sein“ Kind einer Münchner Ordensschwester überantwortet.
Pitt Herrmann