Im Schatten des Orangenbaums

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Summary

All That's Left of You

When young Noor is seriously injured during a demonstration in the West Bank in 1988, his mother Hanan begins to recount her family’s history. She traces back to 1948, when Noor's grandfather Sharif refused to leave Jaffa in order to protect his home and orange grove. Yet war and displacement tear the family apart. Sharif's son Salim grows up far from his homeland, shaped by a past he never personally experienced. Decades later, history seems to repeat itself: Noor protests against Israeli soldiers, and the family once again faces a crisis. Amidst pain and loss, Hanan and Salim make a decision that transcends their personal story and stands as a testament to humanity.

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Heinz17herne
Heinz17herne
1988 im von Israel besetzten Westjordanland: Die beiden Jungen Malik und Noor sind Freunde, die gerne herumtollen. Als sie mehr aus Neugier als aus Überzeugung in eine Demonstration geraten und Noor schwer verletzt wird, spricht seine Mutter Hanan direkt in die Kamera Christopher Aouns, um die die bewegende Geschichte ihrer Familie zu erzählen. Sie beginnt im Jahr 1948 in Jaffa, heute ein Vorort der ehemaligen israelischen Hauptstadt Tel Aviv.

Damals stand Palästina unter britischer Militärherrschaft. Noors Großvater Sharif sollte mit seiner Familie sein Haus und damit seinen Orangenhain verlassen, in dem er gerade seinen kleinen Sohn Salim herumgeführt hat, der einmal in seine Fußstapfen treten soll. In der Nacht gibt es Bombenalarm, einige Einschläge treffen auch die Plantage: Die „Europäer“, wie die Einwohner die zionistischen Usurpatoren nennen, wollen sich Palästina mit Gewalt einverleiben. Ihre Armee ist den Palästinensern, die zunehmend aus ihrem Land flüchten, überlegen.

Auch Hanan, die auf regelmäßige Insulin-Spritzen angewiesen ist, schließt sich mit Salim einem langen Flüchtlingstreck an, während ihr Gatte Sharif und die wenigen Zurückgebliebenen mit den Briten verhandeln. Doch als die ihr Palästina-Mandat zugunsten der Neugründung des Staates Israel zurückgeben, machen die neuen Herrscher kurzen Prozess: Sharif kommt in ein Arbeitslager, sein Orangenhain wird vom Staat einkassiert und jüdische Siedler ziehen in die mit Gewalt leergezogenen Häuser und Wohnungen. Erst nach Jahren kommt Sharif frei – ein körperliches und seelisches Wrack.

1978 in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Westjordanland. Tante Layla heiratet einen Mann, der im Ausland arbeitet und sie daher aus ihrer menschenunwürdigen Situation befreit. Beide leben nun im kanadischen Toronto. Noor ist derweil im „Exil“ beim Großvater Sharif und seinen Eltern aufgewachsen. Als er mit seinem Vater Salim zu spät von einem Einkauf in der Apotheke zurückkehrt, sodass die Ausgangssperre bereits greift, geraten beide in eine Militärkontrolle und Noor muss mitansehen, wie sein Vater von jungen israelischen Soldaten gedemütigt wird.

Zehn Jahre später. Noor, der auf besagter Demonstration angeschossen wird, muss in eine Klinik nach Haifa verlegt werden. Doch die israelische Bürokratie, die sich Zivilverwaltung nennt, zögert den genehmigungspflichtigen Transport so lange hinaus, bis der Gehirntod eintritt. Noor wird künstlich beatmet, weil er sich als Organspender eignet. Werden sich seine Eltern, die sich Rat in der Moschee holen, dafür entscheiden? Vater Salim, ein friedliebender Schullehrer, stimmt letztlich seiner Frau zu: „Menschlichkeit ist eine Form des Widerstands.“ Sechs Menschen überleben aufgrund der Organspenden, darunter auch Ari, Sohn einer jüdischen Familie, in dem nun das Herz eines Palästinensers schlägt.

Tel Aviv/Jaffa 2022. Hanan spricht mit dem inzwischen erwachsenen Ari, das Unverständnis und damit die Unversöhnlichkeit zwischen Israelis und Palästinensern bleiben bestehen. Die beiden Alten können wenigstens noch einmal einen melancholischen Blick auf „ihren“ Orangenhain werfen…

Inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Familie ist der 1976 in Omaha/Nebraska geborenen palästinensisch-amerikanischen Autorin und Regisseurin Cherien Dabis, die selbst in die Rolle der Erzählerin Hanan schlüpft, mit „Im Schatten des Orangenbaums“ ein melodramatischer, laut Vorspann „auf historischen Ereignissen“ basierender Spielfilm gelungen, der berührt, ja, den man stellenweise geradezu ertragen muss. Und das unbedingt sollte – als naturgemäß einseitige Gegendarstellung zu der hierzulande dominierenden israelischen Sichtweise.

Cherien Dabis im X Verleih-Presseheft: „Gleich bei meiner ersten Reise nach Palästina, als ich acht Jahre alt war, wurden wir 12 Stunden lang an der Grenze festgehalten. Selbst meine kleinen Schwestern, die ein und drei Jahre alt waren, wurden Leibesvisitationen unterzogen. Die Soldaten schrien ihn an und hielten ihn zurück. Ich hatte große Angst, dass sie meinen Vater töten würden. Nicht jede Geschichte im Film ist eine aus meiner Familie, aber alle sind doch fest im kollektiven Gedächtnis der palästinensischen Community verankert. Dieser Community und ihren Erfahrungen wollte ich meinen Respekt erweisen; mir war es wichtig, dass diese Menschen sich und ihre Geschichten in meinem Film wiedererkennen.“

Pitt Herrmann

Credits

All Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Camera operator

Assistant camera

Steadycam operator

Colour grading

Titles / Opticals

Key grip

Production design

Set construction

Special make-up effects

Editing

Audio mixing

Unit production manager

Original distributor

Duration:
145 min
Format:
DCP, 1:2,39 (CinemaScope)
Video/Audio:
Farbe, 5.1
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 25.08.2025, 272413, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (US): 25.01.2025, Salt Lake City / Park City, Sundance Film Festival;
Erstaufführung (DE): 30.09.2025, Hamburg, Filmfest - Kaleidoscope;
Kinostart (DE): 20.11.2025

Titles

  • Originaltitel (DE) Im Schatten des Orangenbaums
  • Weiterer Titel اللي باقي منك
  • Weiterer Titel (eng) All That's Left of You
  • Untertitel (DE) Das Porträt einer Familie

Versions

Original

Duration:
145 min
Format:
DCP, 1:2,39 (CinemaScope)
Video/Audio:
Farbe, 5.1
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 25.08.2025, 272413, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (US): 25.01.2025, Salt Lake City / Park City, Sundance Film Festival;
Erstaufführung (DE): 30.09.2025, Hamburg, Filmfest - Kaleidoscope;
Kinostart (DE): 20.11.2025