Gallery
All Pictures (5)Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Editing
Music
Cast
- Sabina Spielrein
- Sigmund Freud
- Carl Gustav Jung
- Otto Gross
- Emma Jung
- Martha Freud
- Jean Martin Freud
- Anna Freud
- Eugen Bleuler
- Sándor Ferenczi
Production company
Producer
All Credits
Director
Dialogue editor
Screenplay
based on
Director of photography
Lighting design
Art director
Production design
Set dresser
Storyboard
Drawings
Property master
Stand-by props
Construction manager
Make-up artist
Costume design
Editing
Sound
Music
Cast
- Sabina Spielrein
- Sigmund Freud
- Carl Gustav Jung
- Otto Gross
- Emma Jung
- Martha Freud
- Jean Martin Freud
- Anna Freud
- Eugen Bleuler
- Sándor Ferenczi
- Nicolai Spielrein
- Ophuijsen
- Ernest Jones
- Franz Riklin
- Beamter des Gesundheitsamtes
- Patientin in Wanne
- Schwester im Obstgarten
- Schiffssteward
- Orderly
- Beamter
- Badeschwester
Dubbing
- Carl Jung
- Sabina Spielrein
- Sigmund Freud
- Otto Gross
- Emma Jung
Production company
in co-production with
in association with
Producer
Co-Producer
Executive producer
Line producer
Unit production manager
Original distributor
Shoot
- 26.05.2010 - 22.07.2010: Berlin, MMC Studios Hürth, Studio Babelsberg, Wien, Zürich, Inzigkofen
Duration:
2737 m, 100 min
Format:
35mm, 16:9
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:
FSK-Prüfung (DE): 06.10.2011, 129549, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Screening:
Uraufführung (IT): September 2011, Venedig, IFF;
Kinostart (DE): 10.11.2011
Titles
- Weiterer Titel (GB DE CA) A Dangerous Method
- Weiterer Titel (DE) Eine gefährliche Methode
- Arbeitstitel (GB DE CA) The talking cure
- Originaltitel (DE) Eine dunkle Begierde
Versions
Original
Duration:
2737 m, 100 min
Format:
35mm, 16:9
Video/Audio:
Farbe, Dolby
Censorship/Age rating:
FSK-Prüfung (DE): 06.10.2011, 129549, ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Screening:
Uraufführung (IT): September 2011, Venedig, IFF;
Kinostart (DE): 10.11.2011
Awards
FBW 2011
- Prädikat: besonders wertvoll
Comments
You have seen this movie? We are looking forward to your comment!
Login or register now to write a comment.
Denn bei Sabina Spielrein handelt es sich nicht nur um die Tochter wohlhabender jüdischer Kaufleute aus Moskau, die selbst Ärztin werden will, sondern um eine außerordentlich schöne, ja verführerische Frau. Trotz der konvulsivischen Zuckungen ihrer krampfhaft verdrehten Gliedmaßen, die sie ebensowenig besiegen kann wie das nervöse Vorschieben ihres Unterkiefers. Der Psychoanalytiker Jung nimmt bei den Sitzungen, in denen er erstmals seine neue Gesprächstherapie anwendet, stets hinter seiner Patientin Platz auf einem stilvollen Thonet-Bugholzstuhl. Sie soll sich freier äußern können, wenn sie sich nicht unmittelbar mit dem Arzt konfrontiert fühlt. Die Methode hat Erfolg: Sabina wird umso ruhiger, je mehr sie sich dem Arzt öffnet. Sie spricht von Demütigungen, ja von Züchtigungen durch ihren Vater, der häufig die Beherrschung verloren hat.
Bei einem Besuch in Wien diskutiert Jung dreizehn Stunden am Stück mit Freud (zigarrepaffender Patriarch: Viggo Mortensen), der seinen Schüler ausdrücklich vor einer zu großen Nähe zu seiner Patientin warnt. Vergeblich: Obwohl mit Emma verheiratet und mehrfacher Vater beginnt Jung eine leidenschaftliche Affäre mit der dem äußeren Anschein nach zunehmend gesundenden Frau. Deren psychische Schäden jedoch irreparabel erscheinen: Sabina will gedemütigt, „bestraft“ werden durch Schläge, welche sie sexuell erregen und derer sie sich gleichzeitig schämt.
Mit dieser Liebesbeziehung hat Carl Gustav Jung nicht nur einen ärztlichen Ehrenkodex gebrochen, die ihm die Reputation als inzwischen selbständig tätiger Psychoanalytiker, Arzt und Wissenschaftler kosten könnte. Sondern, neben seinen Ausflügen in den Spiritismus, auch den Bruch mit Sigmund Freud provoziert: Erst nachdem anonyme Briefe in Wien kursieren, sagt sich Jung von seiner Patientin los. Doch Sabina Spielrein nimmt ihr Medizinstudium in Zürich wieder auf und wird gleichzeitig Patientin bei Freud in Wien...
„Eine dunkle Begierde“ nach Christopher Hamptons Theaterstück „The Talking Cure“ und dem Roman „A Most Dangerous Method“ von John Kerr ist zunächst einmal ein opulent ausgestatteter Kostümfilm mit dem Anspruch eines Zeitpanoramas des „alten Europa“ kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Diesen kann Regisseur David Cronenberg weder mit exquisiten Interieurs und Sehnsuchtsbildern des kakanischen Wien im Cinemascope-Format erfüllen noch mit seiner Fokussierung auf die im wahren Wortsinn narbenreiche Liebesgeschichte zwischen dem Arzt Jung und seiner Patientin Spielrein. Diese bis zur Übergabe ihrer Doktorarbeit 1910 in Zürich andauernde und für die gesamte Geschichte der Psychoanalyse folgenreiche Liaison, die den Bruch zwischen Freud und seinem Schüler Jung befördert, wächst sich beim kanadischen Regisseur zu einer veritablen Dreiecksgeschichte aus.
Zeitgeschichte wie der aufkommende Nationalsozialismus, der die Psychoanalyse als „jüdische Wissenschaft“ anfeindet, findet eigentlich nur im Abspann statt: Jung und Freud emigrieren in die USA und Sabina Spielrein, die als Ärztin und erste weibliche Psychoanalytikerin in Moskau gearbeitet und mit ihrer Theorie des destruktiven (Todes-) Triebes eigene wissenschaftliche Akzente gesetzt hat, wird 1942 in Rostow am Don von den Nazis als Jüdin umgebracht. David Cronenberg interessiert sich mehr für die begnadeten Körper seiner Protagonisten, besondere Erregung hat der nackte Hintern Keira Knightleys im angelsächsischen Boulevard ausgelöst, und die nostalgischen Wiener Interieurs von der Berggasse über das Café Sperl bis zum Oberen Belvedere als für die Abgründe der Seelen und die Abgründe der Seelen-Retter.
„Eine dunkle Begierde“, am 2. September 2011 in Venedig uraufgeführt und am 28. April 2014 im ZDF als Free-TV-Premiere ausgestrahlt, ist für eingefleischte Horror- und Cronenberg-Fans eine Enttäuschung: Der Regisseur von „Naked Lunch“ und „A History of Violence“ schockt weder durch Gewaltausbrüche noch durch breit ausgemalte Perversitäten. Im Gegenteil: die menschlichen Obsessionen von Patient und Arzt, hier spielt auch Vincent Cassel eine erstaunlich zurückgenommene Rolle als Otto Gross, hat Kameramann Peter Suschitzky einschließlich der unvermeidlichen SM-Szenen geradezu ästhetisch auf Zelluloid gebannt. Mit Jost Grix und Björn Geske gehören zwei Schauspieler des alternativen Bochumer Rottstr5Theater zum hochkarätigen Cronenberg-Ensemble – ersterer als Leonhard Seif und letzterer als Burghölzli-Pfleger, der es mit einer Szene, in der er Keira Knightley aus dem Zürichsee zieht, sogar in den Trailer geschafft hat.
Pitt Herrmann