Summary
Egoshooter is a film of the present.
Jakob is 19-years-old and just wandering through life, filming his own life with a video camera. He lives with his older brother, Kris, and Kris′ pregnant girlfriend Karo. Jakob loves to film them sleeping.
Jakob kills time with his friends Piet and Moritz. Piet′s mother is his best friend.
Phillip talks about revolution and has his own ideas about the way things should be. Phillip likes monologues, he′s a rapper. He and Jakob derive great pleasure in shooting.
Mani is used to getting what she wants. She decides to go for "nothing" rather than getting involved with Jakob. ´
Jakob′s cosmos turns full circle. Jakob is the Egoshooter.
Egoshooter is the description of a condition with its own narrative laws.
Source: German films Service & Marketing GmbH
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Egoshooter werden Computerspiele genannt, bei denen der Spieler seine virtuelle Umwelt aus der Ich-Perspektive seiner Figur, also mit den Augen seiner Figur, wahrnimmt. Dabei geht es darum, so viele (virtuelle) Gegner wie möglich aus dem Weg zu ballern. Da „To shoot“ im Englischen aber auch bedeuten kann, einen Film zu drehen, könnte ein Egoshooter jemand sein, der sich selbst filmt.
„Egoshooter“ ist das Porträt eines orientierungslosen Jugendlichen, der sein ereignisarmes Leben in Videobildern einfängt – seine unerfüllte Sehnsucht nach Liebe wie seine aussichtslose Flucht vor der inneren Leere. Assoziativ, so das Konzept des sich „Field Recordings“ nennenden Filmemacher-Duos Christian Becker und Oliver Schwabe, sollen sich die einzelnen Situationen zu einem Puzzle zusammenfügen. Dieses Experiment zwischen noch beim Dreh improvisiertem Videotagebuch und vorher festgelegten Spielfilmelementen soll nicht nur das splitterhafte Porträt von Jakob entwerfen, sondern das Lebensgefühl seiner Generation einfangen.
Der Hannoveraner Schwabe (Jg. 1966) und der Düsseldorfer Becker (Jg. 1971), beides Absolventen der Kölner Kunsthochschule für Medien, haben sich dabei an Oliver Schwabes Videotagebüchern orientiert, die er seit 1998 jährlich für den NDR herausgegeben hat – mit Protagonisten zwischen 15 und 22 Jahren, die jeweils ein Jahr lang ihr Leben gefilmt haben. Auch bei „Egoshooter“ ist es das Ziel gewesen, möglichst nah an der Lebensrealität der darin porträtierten Jugendlichen zu bleiben. Weshalb sich einige von ihnen, darunter der Rapper Max Timm und der Skater Ben Nijmeijer, im Film selbst spielen.
Schwabe und Becker sind bei dieser Zustandsbeschreibung von einer traditionellen, linearen Erzählweise abgerückt: „Wir wollten keinen klassischen Plot, sondern wir porträtieren einen Jugendlichen, der hauptsächlich in seinem Zimmer hockt und mit der Kamera seinen Alltag beschreibt.“ Eine Herausforderung für den 22-jährigen Tom Schilling, musste er doch nicht nur mit Laien zusammenarbeiten, sondern teilweise auch selbst die Kamera führen.
Schilling über seine Rolle im Reverse Angle-Presseheft: „Jakob weiß eigentlich gar nicht genau, was er sucht: Er hat nur ein ganz abstraktes Ziel vor Augen, das er nicht genau benennen kann – und er hat das Gefühl, dass er nie ankommt.“ Und über den Film: „Im Prinzip ist ’Egoshooter’ ein Porträt meiner Generation – eine Generation von Leuten, die nur noch abhängen. Es ist verdammt schwierig, gegen etwas zu sein, wenn man in einem demokratischen Staat lebt, der ein soziales Netz hat und eine ziemlich vernünftige Außenpolitik macht. Und mangels Feindbild entwickeln wir einen gewissen Zynismus und richten unseren Hass nicht gegen das System, sondern gegen andere Menschen – und vor allen gegen uns selbst. Dieses Sich-selbst-nicht-mögen im Film scheint mir sehr authentisch: Sehr viele Leute sind heute schon in jungen Jahren extrem neurotisch.“
Pitt Herrmann