Credits
Regie
Kamera
Schnitt
Musik
Darsteller
- Marion Steiner
- Bernard Granger
- Jean-Loup Cottins
- Lucas Steiner
- Arlette Guillaume
- Germaine Fabre
- Nadine Marsac
- Daxiat
- Gestapiste
Produktionsfirma
Produzent
Alle Credits
Regie
Kamera
Szenenbild
Schnitt
Ton
Musik
Darsteller
- Marion Steiner
- Bernard Granger
- Jean-Loup Cottins
- Lucas Steiner
- Arlette Guillaume
- Germaine Fabre
- Nadine Marsac
- Daxiat
- Gestapiste
Produktionsfirma
Produzent
Länge:
131 min
Format:
1:1,66
Bild/Ton:
Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:
FSK-Prüfung (DE): 1980, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:
Uraufführung (FR): 17.09.1980
Titel
- Originaltitel (DE) Die letzte Metro
- Weiterer Titel (FR) Le dernier métro
Fassungen
Original
Länge:
131 min
Format:
1:1,66
Bild/Ton:
Farbe, Mono
Prüfung/Zensur:
FSK-Prüfung (DE): 1980, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:
Uraufführung (FR): 17.09.1980
Auszeichnungen
César 1981
- Bester Film
- Bester Hauptdarsteller
- Beste Hauptdarstellerin
- Bestes Drehbuch
- Beste Kamera
- Beste Filmmusik
- Bester Schnitt
- Bestes Szenenbild
- Bester Ton
- Beste Regie
Academy Awards 1981
- Nominierung, Bester fremdsprachiger Film
David di Donatello-Preis 1981
- Beste ausländische Schauspielerin
Kommentare
Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!
Jetzt anmelden oder registrieren und Kommentar schreiben.
Sie streut das Gerücht aus, Lucas habe sich erfolgreich nach Südamerika absetzen können. Doch in Wirklichkeit hockt er in einem Versteck im Keller seines Theaters, weil alle Fluchtwege ins „freie“ Frankreich verstellt waren. Über ein Heizungsrohr kann er die Proben zu „Die Verschwundene“, einem obskuren norwegischen Stück, mit dem die Bühne die Zensur umschifft hat, verfolgen. Lucas macht sich Notizen und führt indirekt Regie, zumal seine Frau die Hauptrolle übernommen hat.
Bühnenpartner Marions, die die Rolle der Geliebten spielt, ist ein junger, aus der Provinz in die Metropole verpflichteter und reichlich ungelenker Schauspieler, Bernard Granger, der Verbindungen zur Resistance, zum französischen Widerstand, unterhält. Obwohl beide nicht nur auf den Brettern ein äußerst ungleiches Paar abgeben und sich ihre gegenseitige Liebe – naturgemäß auch aufgrund der äußeren Umstände – nicht eingestehen können, entsteht zwischen Marion und Bernard eine Spannung, die selbst bis zum Keller-Verlies von Lucas spürbar wird.
Sie löst sich erst in einer wundervollen Schlussszene: Der Krieg ist aus, die Deutschen haben Paris und ganz Frankreich längst räumen müssen. Bernard liegt verwundet im Krankenhaus, wo ihn Marion besucht. Die Kamera Nestor Almendros’ schwenkt zurück – auf den Schlussapplaus im Theatre Montmartre, wo Marion und Bernard sich verbeugen, um danach Lucas aus seiner Direktionsloge auf die Bühne bitten. Marion ergreift die Hände von beiden und die Ganz-Nah-Perspektive der Kamera fängt ihr strahlendes Lächeln ein...
François Truffauts „Die letzte Metro“ spielt im Titel auf die nächtliche Ausgangssperre der deutschen Besatzer an: Wer die letzte Metro verpasste, musste um sein Leben fürchten. Warum dieser Film, in Frankreich der erfolgreichste des Jahres 1980, erst 24 Monate später in die deutschen Kinos kam, wirft ein bezeichnendes Licht auf die deutsche Leinwand-Kultur der 1980er Jahre.
Andererseits kam dieser reichlich verspätete deutsche Start dem Publikum zugute, das François Truffauts 20. Film mit zwei anderen Streifen über das Dritte Reich vergleichen konnte: mit Istvan Szabos „Mephisto“ und Wolf Gremms „Nach Mitternacht“. Und, wenn auch thematisch nicht unmittelbar, mit Markus Imhoffs „Das Boot ist voll“: Dieser Film spielt zwar auch in der gleichen Zeit, beschäftigt sich aber mit einem spezifischen Problem, der versuchten Emigration von Deutschen in die Schweiz und der mangelhaften Aufnahmebereitschaft der Eidgenossen.
Ein dem „Mephisto“-Stoff nicht unähnlicher Plot: Theater spielen unter der Diktatur. Was ist noch möglich im Chaos der Besatzung? Welche Schauspieler können verpflichtet, welche Stücke gespielt werden? Ein fettleibiger Theaterkritiker, Typ „hässlicher Deutscher“, der, obgleich Franzose, dem „Deutschtum“ nahe steht, agiert in der Funktion des Gönners oder Zensors, je nachdem. Allerdings: Trotz seines schon die Grenze der persönlichen Beleidigung überschreitenden Verrisses der Inszenierung wird das Stück am Montmartre ein großer Publikumserfolg und bleibt auf dem Spielplan.
Zudem gibt Truffaut in kleineren Nebenhandlungen einen Einblick in den Alltag der Resistance unter der deutschen Besatzung: Flugblätter verteilen, Attentate vorbereiten, Flüchtlinge in den unbesetzten Teil Frankreichs lotsen. Was allerdings auch ein Nachteil der „Letzten Metro“ ist: Truffaut konnte sich nicht zu einer Haupthandlung durchringen. Dafür wird in seinem so immer wieder verwirrenden Melodram Catherine Deneuve stets ins vorteilhafteste Licht gerückt – eine Hommage.
Pitt Herrmann