K. u. K. Feldmarschall

Österreich 1956 Spielfilm

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Falk Schwarz
Die Uniform macht es von ganz allein
Pulverdampf. Explosionen. K.u.k Uniformen. Der Zuschauer sinkt in sich zusammen: was, noch ein Militärschwank? Der Kommandierende schaut im Pulverdampf aus wie Napoleon. Ein Berittener erstattet Rapport: "24.999 Gefangene". Der Kommandierende:" Reissen Sie sich zusammen, ich brauche 25.000 Gefangene für die Presse. Fangen Sie noch einen!". Dann dreht er sich um: "Wo ist mein Fußbad?" Ein Fußbad mitten in der Schlacht? Und wir sehen: Rudolf Vogel. Nächste Szene: Vogel mit Fußbad zu Hause. Er ist als Hauptmann "abserviert" worden, außer Dienst. "Zwei fähige Militärs hat's bis jetzt gegeben. Aber Napoleon ist tot und mich haben's jetzt pensioniert". Endlich einmal eine Hauptrolle für Rudolf Vogel. Hier ist kein doofer Militärschwank zu erwarten. Der Ex-Hauptmann besucht seinen Neffen in der Kaserne. Da wird ein Koffer hereingetragen.. Er lüpft den Kofferdeckel. Und was sieht er? Die Uniform eines Feldmarschalls, also dem obersten militärischen K.u.k-Befehlshaber. Er schlüpft hinein, besieht sich im Spiegel: "Nicht schlecht". (Der andere Hauptmann, der von Köpenick, sagt später: "Also meine Herren, wenn im kaiserlichen Abort ein Spiegel gehangen hätte, wäre det nie passiert".) Aber hier passiert es: er fällt nun in die Rolle. Alle stehen stramm, reden ihn mit "Exzellenz" an, er genießt es. Was so eine Uniform alles kann. Als einer der Offiziere ohne Säbel erscheint, schnauzt er ihn an: "Ein Offizier ohne Säbel ist wie eine Biene ohne Stachel". Sein Neffe ist kleinlaut: "Onkel, wenn das nur gutgeht". - Nun ist das Ganze - anders als die tragische Geschichte des Hauptmann von Köpenick, die wirklich passiert ist - von vorneherein als erfundenes Lustspiel angelegt. Ein solcher FM im österreichischen Militär? Unrealistisch. Aber das spielt hier keine Rolle. Es ist ein Fest der Schauspieler. Vogel beherrscht alle Nuancen - er kann aufbrausen, im nächsten Moment zart sein, er kann kommandieren und doch bleibt er augenzwinkernd menschlich. Emo lässt ihm freie Hand und Vogel nutzt es. Wenn er galant wird, ahnt man die Ironie. Schließlich kommt alles heraus, weil er dem wirklichen FM begegnet. Da zeigt Vogel, dass er auch betreten, einsichtig, bescheiden und reumütig spielen kann. Freude pur beim Zuschauen. - Uraufführung dieses Filmes war im Dezember 1956, die Köpenickiade mit Rühmann vier Monate zuvor. Zufall oder der Versuch, sich an den Erfolg von Käutner dranzuhängen? Auch in Österreich grassierte der Militärwahn. Aber mit Hans Unterkircher, Mady Rahl, Boy Gobert und Rudolf Vogel ist dieser Film ein echtes Schaustück.

Credits

Regie

Kamera

Musik

Darsteller

Alle Credits

Länge:
2510 m, 92 min
Format:
35mm
Aufführung:

Uraufführung (DE): 21.12.1956

Titel

  • Originaltitel (AT) K. u. K. Feldmarschall

Fassungen

Original

Länge:
2510 m, 92 min
Format:
35mm
Aufführung:

Uraufführung (DE): 21.12.1956