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Alle Fotos (2)Biografie
Frédéric Jaeger wurde 1984 in Starnberg geboren. Er studierte Filmwissenschaft und Philosophie an der FU Berlin, und begann bereits zu dieser Zeit, als Filmkritiker zu arbeiten. 2004 gründete er das Online-Filmmagazin critic.de, als dessen Chefredakteur er bis 2023 fungierte und das im Lauf der Jahre mit zahlreichen Autor*innen zu einer bedeutenden Plattform für Filmkritik im Internet avancierte. Daneben betreute Jaeger ab 2005 regelmäßig Projekte wie den Workshop "Ganz Junge Kritik", der von 2005 bis 2011 im Rahmen der Semaine de la Critique der Filmfestspiele in Cannes angeboten wurde.
Von 2013 bis 2023 war Jaeger geschäftsführender Vorstand des Verbandes der deutschen Filmkritik (VDFK); von 2015 bis 2020 war er Künstlerischer Leiter der während der Berlinale stattfindenden Woche der Kritik, die konzeptionell an die Semaine de la Critique der Filmfestspiele von Cannes angelehnt ist. 2015/2016 war Jaeger Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen) im Bereich Filmpolitik.
Sein Debüt als Filmregisseur gab Frédéric Jaeger 2016 zusammen mit Nino Klingler mit dem Kurzfilm "Nur der Fortschritt". 2018 begann er an der Berliner Universität der Künste (UdK) ein Studium in der Filmklasse von Thomas Arslan. Parallel dazu blieb er nicht nur als Filmkritiker tätig – neben critic.de unter anderem für Spiegel Online, die taz, Der Freitag und die Berliner Zeitung –, sondern war von 2020 bis 2023 auch Programmleiter beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg.
Als Autor, Regisseur, Produzent und Editor realisierte Jaeger während seines Studiums mehrere Kurzfilme, die teils auf internationalen Festivals liefen. Sein Langfilmdebüt gab er mit seinem UdK-Abschlussfilm "All We Ever Wanted", den er zwischen 2021 und 2024 realisierte. In Bezug auf seine Herangehensweise an den Stoff und die Drehbucharbeit betonte Jaeger, wie wichtig ihm eine sensible und reflektierte Auseinandersetzung mit der Darstellung Schwarzer Figuren im deutschen Alltag war. Ziel war es, gesellschaftliche Vielfalt selbstverständlich abzubilden, ohne die bestehenden Erfahrungen von Rassismus auszublenden oder den Film ausschließlich darauf zu fokussieren. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Zusammenarbeit mit der afrodeutschen Co-Autorin und Regie-Assistentin Naomi Bechert, die auch in anderen Zusammenhängen zu entsprechenden Themen gearbeitet hatte.
Die Uraufführung von "All We Ever Wanted" fand im Juli 2024 beim Münchner Filmfest in der Sektion Neues Deutsches Kino statt. Beim Festival achtung berlin 2025 erhielt der Film die Preise für das Beste Szenenbild (Frédéric Jaeger, Maximilian Andereya) und die Besten Kostüme (Charity Collin). Der reguläre Kinostart erfolgte im April 2026.