Günther Weisenborn
Biografie
Günther Weisenborn zog 1924 nach seinem Debüterfolg mit dem Theaterstück "U-Boot S4" von Bonn nach Berlin. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Argentinien 1929 - wo er sich als Farmer und Postreiter verdingt hatte und diese Erfahrungen in seinem 1937 erschienen Roman "Die Furie" verarbeitete -, arbeitete er 1931, zusammen mit Slatan Dudow, unter Bertolt Brecht bei der Dramatisierung von Gorkis Roman "Die Mutter". Im selben Jahr löste die Uraufführung von Weisenborns Schauspiel "SOS oder Die Arbeiter von New Jersey" über die Verstrahlung von Arbeitern einen Theaterskandal aus. Seine Werke wurden 1933 verboten, u.a. der Roman "Barbaren" (1931). Unter den Pseudonymen Eberhard Foerster und Christian Munk schrieb er weiter. Sein Drama "Die Neuberin" wurde 1935 erfolgreich im Theater am Kurfürstendamm aufgeführt. Auch sein Roman "Das Mädchen von Fanö" und die gleichnamige Verfilmung durch die Ufa mit Brigitte Horney in der Hauptrolle waren ein Erfolg. 1936 ging Weisenborn für ein Jahr als Reporter nach New York, kehrte jedoch 1937 wieder zurück und arbeitete unter Heinrich George als Dramaturg am Schiller-Theater. Weisenborn schloss sich der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" an, wurde 1942 verhaftet und entging der Vollstreckung des Todesurteils nur durch den Umstand, dass seine Akte im Luftkrieg verbrannte. 1945 war er für kurze Zeit Bürgermeister von Luckau. Im selben Jahr beteiligte er sich an der Gründung des Berliner Hebbel-Theaters, wo sein Drama über die deutsche Widerstandsbewegung "Die Illegalen" (zusammen mit seinem 1948 erschienenen Erinnerungsbuch "Memorial" eine der besten literarischen Arbeiten über den Widerstand in Deutschland) uraufgeführt wurde. Gemeinsam mit Herbert Sandberg gab Günther Weisenborn das satirische Wochenblatt "Ulenspiegel" heraus. 1951 - 1953 arbeitete er als Chefdramaturg der Hamburger Kammerspiele unter Ida Ehre. 1953 erschien seine Dokumentation "Der lautlose Aufstand" über den Widerstand gegen das NS-Regime, darauf folgte 1955 das Drehbuch für "Der 20. Juli". Seine "Göttinger Kantate" (1958), die den Aufruf von achtzehn deutschen Atomwissenschaftlern gegen die Atombewaffnung szenisch dokumentierte, fand - in der Inszenierung von Erwin Piscator - sogar ein Forum auf dem SPD-Parteitag. 1962 schrieb Weisenborn das Drehbuch für Wolfgang Staudtes "Dreigroschenoper".
Filmografie
| 1967 |
Flachsmann als Erzieher Drehbuch |
| 1962/1963 |
Die Dreigroschenoper Drehbuch |
| 1955 |
Der 20. Juli Drehbuch |
| 1940 |
Das Mädchen von Fanö Vorlage |
| 1938 |
In geheimer Mission Dialoge |
| 1931 |
Niemandsland Liedtexte |
| 1930/1931 |
Das Lied vom Leben Liedtexte |


