Petersburger Nächte. Walzer an der Newa

Deutschland 1934 Spielfilm

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Falk Schwarz
Desaster im Dreivierteltakt
Was läuft unter dem Vorspann? Natürlich "An der schönen blauen Donau". Noch sind wir in Wien (obwohl in Berlin gedreht wurde), der Urwiener Paul Hörbiger mimt den Walzerkönig. Unter seinem Fenster spielen Straßenmusikanten, da lehnt er sich aus dem Fenster und ruft: "Was ihr spielt, klingt wie ein Schuhplattler, nicht wie ein Walzer", und wirft ihnen zwei Gulden herunter: "Kauft euch einen Rausch!" Wer dem Walzerkönig nicht huldigt, hat es vergeigt. Auch hier gilt das Herrscherprinzip. Regisseur Emo war ein strammer Freund der neuen Zeiten. Dann geht Strauß auf die lange Reise nach Petersburg. Jetzt zeigt der Kameramann Ehrgeiz. Zum zweiten und leider zum letzten Mal arbeitet Emo mit Friedel Behn-Grund, damals 28 Jahre alt, der die Kutschfahrt filmisch dramatisiert: Die Kamera sieht nur, was die Personen in der Kutsche sehen, die Bäume fliegen in Unterperspektive vorbei, die Kamera geht längsseits und begleitet die rasch dahinfahrende Kutsche, Himmel und Wolken, Schatten und Licht lassen diese Fahrt hautnah erleben. Als Olga zusteigt, weiß Strauß: die oder keine. Abends spielt er in seinem Zimmer Geige und um die Peinlichkeit zu vertuschen, dass Hörbiger das Instrument nicht beherrscht, lässt der Kameramann ihn als Silhouette auf der Wand weiterspielen. Olga kommt herein, er legt Geige und Bogen beiseite, Auftakt zur Liebesnacht. - Das erste Konzert in Petersburg. Es ist gähnend leer im Zuschauerraum, weil der dortige Kapellmeister Ptytschkin (hinterhältig: Aribert Wäscher) Strauß für einen Konkurrenten hält und deshalb alle Karten aufkaufen lässt. Damit dem Strauß eine Lektion erteilt wird. Doch die Zuschauer drängen so lange, bis sie hineindürfen - unter ihnen auch Olga - und von nun an ist die ganze Stadt im Walzerfieber: Selbst die Soldaten imitieren den Walzerschritt. Doch seine Olga (blass: Eliza Illiard) versteckt sich. Und als wir sie sehen, singt sie ohne Übergang (für Emo untypisch) mit klirrend hohen Tönen einen unverständlichen Text. Schließlich legt sich die leichte Elegie einer nicht erfüllten Liebe über den Rest des Films, Strauß fährt wieder zurück nach Wien - ohne die Geliebte, aber getröstet durch seine Musik. Kein Lustspiel, kein Drama, eher eine Fußnote zu Strauß' Karriere - gekonnt umgesetzt im Zusammenspiel von Regisseur, Hauptdarsteller und Kameramann.

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Editing

Music

Cast

Production company

All Credits

Director

Assistant director

Screenplay

Dialogue

Director of photography

Assistant camera

Still photography

Production design

Make-up artist

Editing

Sound

Music

Conductor

Cast

Production company

Unit production manager

Location manager

Shoot

    • 22.10.1934 - November 1934
Duration:
2369 m, 86 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Tobis-Klangfilm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 29.12.1934, B.38196, Jugendverbot

Screening:

Uraufführung (DE): 04.01.1935, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Titles

  • Originaltitel (DE) Petersburger Nächte. Walzer an der Newa
  • Verleihtitel (AT) Walzer aus Wien

Versions

Original

Duration:
2369 m, 86 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Tobis-Klangfilm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 29.12.1934, B.38196, Jugendverbot

Screening:

Uraufführung (DE): 04.01.1935, Berlin, Ufa-Palast am Zoo

Prüffassung

Duration:
5 Akte, 2315 m, 85 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 12.09.1952, 04744, Jugendfrei + jugendgeeignet / nicht feiertagsfrei;
FSK-Prüfung (DE): 13.01.1984, 04744, ab 12 Jahre / nicht feiertagsfrei