Das Kuratorium junger deutscher Film fördert 22 Kinofilmprojekte mit 3,2 Mio. Euro

Auch die 86. Auswahlkommission des Kuratoriums junger deutscher Film, die am 19. und 20. Oktober 2026 tagte, profitierte von der gestärkten finanziellen Ausstattung der Länder und des Bundes. Mit insgesamt 22 Talentfilmprojekten können so viele neue filmische Stimmen gefördert werden wie noch nie zuvor. Die Gesamtfördersumme umfasst 3.174.025 Euro, die von der unabhängigen Jury auf zehn Projektentwicklungen (467.025 €) und zwölf Produktionsförderungen (2.707.000 €) verteilt wurden.

 

Die Projekte in der Übersicht

Von transgenerationalen Geschichten über transzendentale Erzählungen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden, bis hin zu transnationalen Geschichten über ökonomische und emotionale Verflechtungen – die 22 geförderten Projekte durchbrechen die Grenzen von Zeit und Raum.

Produktionsförderung Langfilm

"Abandoned" (Regie und Buch: Matthäus Wörle, Produktion: megaherz) begibt sich auf die Weltmeere, wo vermehrt unprofitable Schiffe von ihren Reedereien zurückgelassen werden – inklusive der Besatzung. Förderung: 220.000 Euro.

"Allen gefallen" (Regie: Lukas Nathrath, Buch: Lukas Nathrath und Julius Forster, Produktion: kalekone film) folgt Anatol, der nach seinem Philosophiestudium in eine Bewerbungsodyssee gerät voller kurioser Begegnungen, familiärer Konkurrenzkämpfe, Notlügen und Missgeschicke. Förderung: 250.000 Euro.

"Beyul" (Regie und Buch: Fidel Devkota, Produktion: wunderfein film) spielt im abgelegenen Hochland des Himalayas, wo drei Fremde von unsichtbaren Kräften zusammengeführt werden. Förderung: 500.000 Euro.

"Happiness" (Regie und Buch: Anastasia Murashkina, Produktion: Blue Monticola Film) begleitet als Langzeitbeobachtung Lada über zwölf Jahre von der Ukraine nach Moskau auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben. Förderung: 150.000 Euro.

"Hazy Valley" (Regie: Lea Schlude und Matthew Teutimez, Buch: Lea Schlude, Produktion: Atara Film) folgt dem indigenen Biologen Matt von Los Angeles nach Berlin, wo ein Aufsatz über die Kizh-Sprache wiederentdeckt wird. Gleichzeitig offenbaren die Waldbrände in Kalifornien lange verdrängtes Wissen. Förderung: 120.000 Euro.

"Hold Time For Me" (Regie und Buch: Fradique Bastos, Produktion: Seera Films), ein surreales Road-Movie, in dem sich ein junger Mann auf die Suche nach einer verbannten Wissenschaftlerin macht. Sie hat eine Maschine entwickelt, die verspricht, Verlorenes wiederzufinden. Förderung: 300.000 Euro.

"Junge Männer" (Regie: Bahar Bektas, Buch: Bahar Bektas und Paul M. M. Schmitt, Produktion: Kalb Media) schließt sich einer Freundesgruppe an. Zwischen Bolzplatz, Tonstudio, See und Spielhalle halten die Jungs aneinander fest. Jedoch muss jeder auf andere Weise herausfinden, wie es nach der Schule weitergeht. Förderung: 150.000 Euro.

"Krisengebiet" (Regie und Buch: Arne Strackholder, Produktion: Neubauer Films) fokussiert sich auf einen jungen Aktivsten, Philosophen, Boxer und Zimmerman. Er riskiert sein Leben für eine bessere Welt. Doch Selbstzweifel und die politische Realität zeigen ihm seine Grenzen auf. Förderung: 82.000 Euro.

"Limbs of one Body" (Regie und Buch: Kaspar Panizza, Produktion: Tamtam Film) tritt in die Pedale. Der Radsport ermöglichte den Schwestern Fariba und Yuldoz die Flucht von Afghanistan nach Italien. Doch während Fariba im Profisport in Europa zunehmend erfolgreich ist, sehnt sich Yuldoz nach einem Ort, an dem sie ankommen kann. Förderung: 100.000 Euro.

"Mers Améres - Bitter Seas" (Regie und Buch: Amélie Janda, Produktion: patatino film) begleitet diejenigen, die sich an den Seegrenzen Europas um verstorbene und vermisste Migrant:innen und deren Familien kümmern. Ein Portrait von Menschen, die sich der Gleichgültigkeit Europas entgegenstellen. Förderung: 195.000 Euro.

"Morphe" (Regie und Buch: Hilke Rönnfeldt, Produktion: Contando Films) erweckt ein seltsames Begehren auf einer Nordseeinsel. Es kriecht unter die Haut der Sommergäste und will bemerkt werden. Förderung: 500.000 Euro.

"Solange du mich hältst" (Regie und Buch: Faek Falak, Produktion: Falak Film) begegnet mit dem einfühlsamen Pfleger Yama Menschen, deren Leben von Verlust und Einsamkeit geprägt sind. Eine Suche nach Nähe inmitten des allgegenwärtigen Pflegenotstands. Förderung: 140.000 Euro.

Projektentwicklungsförderung

"Brechts Hand – Reise zu Margarete Steffin" (Regie und Buch: Sara Flaadt, Produktion: CORSO Film- und Fernsehproduktion), ein vielschichtiges Portrait einer außergewöhnlichen Frau, die um ihre eigene Stimme kämpfte – und dennoch fast aus der Geschichte verschwand. Förderung: 35.000 Euro.

"Das dreiblättrige Kleeblatt" (Regie und Buch: Martha Mechow, Produktion: Superzoom Film), ein historisches Drama über eine folgenreiche Verkleidung. Anfang des 19. Jahrhunderts wird das verarmte Bauernmädchen Mary Baker für eine fremde Prinzessin gehalten. Förderung: 43.000 Euro.

"In deinen Händen" (Regie und Buch: Zara Zandieh, Produktion: Neopol Film), ein magisch-realistisches Drama mit einem Setzling in der Hauptrolle. Amal und Hasti kämpfen um sein Überleben und lernen dabei, was es heißt, in einer neuen Gemeinschaft Wurzeln zu schlagen. Förderung: 50.000 Euro.

"Keinem sein Land" (Regie und Buch: David-Simon Groß, Produktion: Blue Magpie Film), eine filmische Spurensuche entlang der Migrationsgeschichte von St. Wendel im Saarland nach São Vendelino im Süden Brasiliens. Verdrängte Gewalt und bis heute schwelende Landkonflikte treten zutage. Förderung: 47.025 Euro.  

"Knut, Bruno, Panda" (Regie und Buch: Claudia Tuyết Scheffel, Produktion: a group therapy film), ein magisch-realistisches Drama über eine vietnamesisch-deutsche Tierpflegerin. Zur Beerdigung des Vaters reist sie nach Tschechien und trifft dort ihren Bruder, den sie nie wirklich kennenlernen konnte. Förderung: 50.000 Euro.

"Die längste Zeit" (Regie und Buch: Sven Gielnik, Produktion: Third Picture), ein Mystery-Drama mit Folk-Horror Elementen, in dem ein Teenager spurlos mit einem Segelflugzeug verschwindet. Während der Vater fest überzeugt ist, sein Kind halte sich durch eine außergewöhnliche Thermik am Himmel, kämpft die Mutter gegen eine Viehseuche. Förderung: 50.000 Euro.

"Marcela" (Regie: Salka Tiziana, Buch: Salka Tiziana und Julia Ábalos, Produktion: FAUST Film), ein zeitenumspannendes Drama, das von einer Hirtin erzählt, die im 17. Jahrhundert vehement die Konventionen ihrer Zeit hinterfragt. Ihre Worte hallen bis in die Gegenwart nach. Förderung: 42.000 Euro.

"Marta" (Regie und Buch: Nader Farahwaschy, Produktion: ROKLAND Film), ein intergenerationales Road-Movie durch Andalusien. Marta besucht mit ihrem Vater ihre sterbende Großmutter. Während sie sich zusammen ihrer Vergangenheit stellen, findet Marta ihren eigenen Weg zur Versöhnung. Förderung: 50.000 Euro.

"Shadows of the Lagoon" (Regie: Carmela Daza, Buch: Carmela Daza und Maik Gleitsmann-Frohriep, Produktion: b2medien) – ein hybrider Dokumentarfilm, über die Nachwirkungen des Massakers in Nueva Venecia an Kolumbiens Karibikküste. Förderung: 50.000 Euro.

"Taxi" (Regie und Buch: Cemile Sahin, Produktion: Poison), ein actiongeladenes Comedy-Drama, in dem eine kurdische Taxifahrerin Teil einer Bankautomatensprengerbande wird, um ihren entführten Sohn zu retten. Förderung: 50.000 Euro.

Eingereicht waren insgesamt 105 Projekte mit einer Antragssumme von 21,1 Mio. Euro. Von den 22 geförderten Projekten sind 12 von/mit Beteiligung einer Regisseurin, 12 von/mit Beteiligung einer Autorin und 13 von/mit Beteiligung einer Produzentin.

Quelle: www.kuratorium-junger-film.de