Die European Film Academy erweitert die Liste der "Treasures of European Film Culture" um weitere 10 Orte. Mit diesen Treasures würdigt die Akademie Orte von symbolischer Bedeutung für das europäische Kino – Orte von historischem Wert, die nicht nur heute, sondern auch für künftige Generationen erhalten und geschützt werden müssen.
Zu den Neuzugängen zählen die historischen Kinos "Bio Skandia" in Stockholm, "Kino International" in Berlin und "Splendid Palace" in Riga, das Kinostudio "Shqipëria e Re" in Tirana und die Dovzhenko-Filmstudios in Kiew, Drehorte wie der Stalker’s Path in Tallinn, das Kraftwerk in Vemork und der Römische Brunnen in der Belgrader Festung sowie das Stadtmuseum Kaunas, wo der Puppentrickfilm geboren wurde, und das Krzysztof-Kieślowski-Archiv in Sokołowsko.
Die European Film Academy hat diese zehn Plätze nach Rücksprache mit einem Ausschuss bestehend aus der Filmjournalistin und Kuratorin Ola Salwa (Polen), der Produzentin und Vorstandsvorsitzenden der European Film Academy Ada Solomon (Rumänien) sowie Heleen Gerritsen (Niederlande), der künstlerischen Leiterin der Deutschen Kinemathek, hinzugefügt.
"Es ist eine große Freude, weitere zehn Orte als Treasures of European Film Culture zu würdigen. Es handelt sich um bedeutende historische Stätten, darunter Filmstudios, Kinos, Drehorte und ein Filmarchiv. Drei dieser Neuzugänge befinden sich in Ländern, die bisher auf der Karte der Treasures fehlten: Albanien, Estland und Serbien", sagt Pascal Edelmann, Leiter des Bereichs European Film Heritage bei der European Film Academy. "Wir möchten erneut alle einladen, Orte vorzuschlagen, die die European Film Academy als Treasures of European Film Culture in Betracht ziehen könnte."
Die "Treasures of European Film Culture" sind Teil der erweiterten Aktivitäten der European Film Academy im Bereich des Filmerbes, die 2022 ins Leben gerufen wurden. Die Abteilung für europäisches Filmerbe hat seitdem ein Netzwerk aus nationalen Filmakademien, Kinematheken und Filmarchiven aufgebaut, das sich der Förderung und Verbreitung von Klassikern unseres Kontinents widmet. Zu diesen Aktivitäten gehört auch die Rubrik "In Memoriam" der European Film Awards, mit der verstorbene Persönlichkeiten des europäischen Kinos gewürdigt werden.
Neu unter den 70 Treasures:
Albanien: Kinostudio "Shqipëria e Re" in Tirana
Das zwischen 1950 und 1952 erbaute Kinostudio "Shqipëria e Re" in Tirana ist die Wiege der albanischen Kinotradition. Es diente ununterbrochen als institutionelles Herzstück der albanischen Filmkultur, vom staatlichen Filmstudio bis zum Albanischen Nationalen Zentrum für Kinematografie.
Deutschland: Kino International in Berlin
Das Kino International ist nicht nur eines der wichtigsten Kinos Berlins, sondern auch eines der architektonischen Kronjuwelen der wiedervereinigten Stadt.
Estland: Stalkeri käik in Tallinn
Die belebteste Straße im Rotermann-Viertel ist Stalkeri käik (Stalkers Weg), benannt nach der Rolle, die das Gebiet in Tarkowskis Film "Stalker" spielt. Hier, auf der Fahrt zum Eingang der "Zone", springen Stalker, der Schriftsteller und der Professor aus ihrem Jeep, um sich zu verstecken, nachdem sie das Aufheulen eines der Motorräder der Wachen gehört haben.
Lettland: Splendid Palace in Riga
Das 1923 gegründete und vom Architekten Frīdrihs Skujiņš entworfene Splendid Palace ist eines der ältesten durchgehend betriebenen Kinos Nordeuropas und eine einzigartige Verschmelzung von Jugendstil-Eleganz und neobarocker Pracht.
Litauen: Stadtmuseum Kaunas
Im Stadtmuseum Kaunas entstand 1910 der allererste Puppentrickfilm, "Lucanus Cervus", gedreht vom in Kaunas aufgewachsenen Pionier des frühen Kinos, Władysław Starewicz.
Norwegen: Kraftwerk Vemork in Rjukan
Das Kraftwerk Vemork ist bekannt für seine Rolle in "Kampf ums schwere Wasser" (1948) und anderen Filmen.
Polen: Krzysztof-Kieślowski-Archiv in Sokołowsko, Niederschlesien
Das Krzysztof-Kieślowski-Archiv ist ein Projekt der Stiftung für zeitgenössische Kunst "In Situ", dessen Ziel es ist, Archivmaterialien im Zusammenhang mit dem Werk eines der herausragendsten europäischen Regisseure zu erwerben, zu digitalisieren, zu bewahren und zu verbreiten.
Schweden: Bio Skandia in Stockholm
Das 1923 an der Drottninggatan im Zentrum von Stockholm eingeweihte Skandia-Theater verbindet neoklassizistische Eleganz mit nordischer Klarheit und Witz und ist eines der bekanntesten kulturellen Wahrzeichen Schwedens.
Serbien: Der Römische Brunnen in Belgrad
Der Römische Brunnen in der Belgrader Festung ist bekannt durch seine Rolle in Dušan Makavejevs Film "Ein Liebesfall" (1967) und anderen.
Ukraine: Dovzhenko-Filmstudios in Kiew
Das nach Oleksandr Dovzhenko benannte Kiewer Filmstudio wurde 1927 gegründet und zählt damit zu den ältesten und bedeutendsten Filmstudios der Ukraine. Im Laufe seines Bestehens entstanden dort über 1.000 Filme, darunter Meisterwerke des Weltkinos, die maßgeblich zur Etablierung des ukrainischen Kinos als eigenständige Kunstform beigetragen haben.
Quelle: www.europeanfilmacademy.org/