In den vergangenen 40 Jahren ist der Teddy Award zu einem festen Bestandteil der Berlinale geworden. Das vierzigste Jubiläum wird mit der Sonderreihe "Teddy 40", die sechs Kurzfilme und acht Langfilme aus der Geschichte des Teddy Award sowie eine Gesprächsreihe umfasst, gefeiert.
Bevor es auf anderen großen Festivals üblich wurde, würdigte der Preis den kulturellen Beitrag queerer Filme und Künstler*innen und schuf so die Grundlage für größere Sichtbarkeit und Teilhabe. Der Einfluss des Teddy Award hat weltweit zur Entstehung zahlreicher queerer Festival-Filmpreise beigetragen und damit eindrücklich gezeigt, welche kulturelle, künstlerische und auch wirtschaftliche Bedeutung queeres Storytelling für Festivals, Kinos und Märkte hat. Was einst als informelles Treffen queerer Festivalmacher*innen in der Buchhandlung Prinz Eisenherz während der Berlinale begann, hat sich zu einem der wichtigsten Ereignisse für das queere Kino entwickelt – und zu einem unverzichtbaren Treffpunkt für queere Filmschaffende aus aller Welt. Der Teddy Award hat ein beeindruckendes Vermächtnis. Filmschaffende wie Pedro Almodóvar, Todd Haynes, Céline Sciamma, Isaac Julien und Ira Sachs haben durch den Preis bereits früh in ihrer Karriere Anerkennung erhalten.
"Als Panorama 1980 startete, gab es nur wenige queere Filme. Mitbegründer Manfred Salzgeber brachte sie nach Berlin und gab ihnen eine Bühne. Das zog Filmemacher*innen an und schon 1987 war der Anteil starker queerer Filme im Gesamtprogramm hoch genug für einen eigenen Preis, den Teddy Award. Seine Aufgabe: queere Filme in den Fokus einer gleichgültigen Mehrheit rücken, deren Homophobie sich in Marginalisierung ausdrückte. Aber Film lebt von Aufmerksamkeit – und wir erzeugten sie", sagt Wieland Speck, der von 1992 bis 2017 das Panorama leitete und 1987 den Teddy mitgründete.
Seit 1992 offiziell als unabhängiger Preis der Berlinale anerkannt, entwickelt sich der Teddy Award kontinuierlich weiter und trägt dazu bei, queeres Kino im internationalen Kontext sichtbarer zu machen. In Zusammenarbeit mit dem European Film Market, Berlinale Talents und verschiedenen intersektionalen Austauschformaten für Regisseur*innen entstehen Jahr für Jahr neue Möglichkeiten für queere Filmschaffende. Zugleich wird die zentrale Rolle des queeren Kinos in der Festivallandschaft weiter gefestigt.
Zum vierzigjährigen Jubiläum präsentiert die Berlinale WILD AT HEART, eine Gesprächsreihe im E-Werk und im silent green, entwickelt in Kooperation mit Poligonal, die die Geschichte des Teddy Award und seine weitreichende Wirkung dokumentieren soll. Über fünf Tage kommen Teddy‑Preisträger*innen, ehemalige Jury-Mitglieder, Branchenexpert*innen und prägende Wegbegleiter*innen zusammen, um den Teddy als politischen Raum, als Safer Space und als Ort für Gemeinschaft und Aktivismus zu beleuchten.
Diese Gespräche ergänzen die laufenden Formate der Queer Academy, die auch in diesem Jahr eine Reihe Directors’ Exchanges im Berlinale HUB, die Teddy Talents Talks in Zusammenarbeit mit Berlinale Talents, das Panel "Queer Creations" sowie das jährliche Speedy Pitching Event für queere Filmschaffende in Kooperation mit dem European Film Market veranstaltet. Abgerundet wird dieses Programm durch die traditionelle Queer Industry Reception – jene Veranstaltung, die 1987 den Ausgangspunkt für den Teddy Award bildete.
"Ohne die Berliner Community, das Publikum, würde der Teddy heute so nicht existieren. Ihr wart, seid und bleibt unsere wichtigen Verbündeten und Unterstützer*innen. Die Vermittlung von filmischen Inhalten an das Publikum bleibt unsere zentrale Herzensangelegenheit. Jeder Film hat das großartige Potential individuell und gemeinschaftlich im Kinosaal wahrgenommen und dann in Folge weitergedacht, geschrieben oder gesprochen zu werden. Durch Zeit und Raum bewegen und erinnern wir uns zum vierzigsten Geburtstag des Teddys und bedanken uns herzlichst bei allen die über die Jahre so viel geleistet und beigetragen haben," sagt Michael Stütz, Co-Direktor Film Programming und Leiter des Panorama.
Ein Blick auf vier Jahrzehnte Teddy Award wäre nicht vollständig ohne die Filme, die seine Geschichte geprägt haben. In Zusammenarbeit mit allen Sektionen der Berlinale haben die Kurator*innen ein besonderes Programm aus acht Langfilmen und sechs Kurzfilmen zusammengestellt, die während des Festivals im Zoo Palast und im E‑Werk laufen werden. Die Auswahl umfasst Werke aus der Zeit vor der Entstehung des Teddy Award, ebenso wie jüngere Meilensteine und zeigt, wie stark und organisch das queere Kino über die Jahre Identität und Entwicklung der einzelnen Berlinale‑Sektionen mitgeformt hat.
Die Filme der Sonderreihe "Teddy 40"
Quelle: www.berlinale.de