Uckermark

Deutschland 2001/2002 Dokumentarfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
Die Uckermark, 60 Kilometer von Berlin entfernt, liegt im Brandenburgischen, an der Grenze zu Vorpommern und Polen, und ist, nach der Wiedervereinigung, der größte deutsche Landkreis. Seine Fläche übertrifft die des Bundeslandes Saarland, gleichzeitig ist die Uckermark jedoch die am Dünnsten besiedelte Gegend in Deutschland. Volker Koepp hat sich nach seinem großen Erfolg mit „Kurische Nehrung“ (2001) nun dieser Landschaft und ihren Menschen zugewandt: „Uckermark – Leben auf dem Lande“ erzählt von Übriggebliebenen und Heimkehrern der Nachwendezeit, von Landarbeitern, Bauern und zurückgekehrtem Adel. Die sanften Hügelketten, weiten Felder, einsamen Seen und alten Baumalleen hat Kameramann Thomas Plenert einmal mehr in wundervollen und dabei völlig ungeschönten Bildern festgehalten. Mittelalterliche Backsteinkirchen und massive Wehranlagen aus Feldsteinen gilt es zu entdecken, aber auch verfallene Schlösser und Gutshäuser, verkommene Stallungen und verlassene Bauernhäuser, die von der Zerschlagung der Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaften (LPG) und damit vom Untergang der DDR zeugen.

„Junkerland in Bauernhand“ lautet die Botschaft eines Denkmals zur Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) Ende der 1940er Jahre. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren die meisten Güter im Besitz des seit vielen Generationen hier heimischen Landadels. In der SBZ und der späteren DDR wurden sie enteignet und zu LPG-Verbünden neu geordnet. Heute, nach der Wende, kehren einige Nachkommen der vertriebenen Adelsfamilien in die Uckermark zurück. Doch die heutige Form der Landwirtschaft benötigt nur noch einen Bruchteil der Arbeitskräfte von früher, die Arbeitslosenquote beträgt mehr als zwanzig Prozent. So zieht vor allem die jüngere Generation fort und lässt eine der ärmsten Regionen Deutschlands hinter sich.

Volker Koepp beschreibt in „Uckermark“ das Nebeneinander der Zeiten durch Erzählungen und Lebensgeschichten der Menschen: Ehemalige LPG-Bauern, die mit der neuen Zeit hadern, Arbeiter und Frührentner, die „ihre“ alten Maschinen für das Museum restaurieren, Arbeiterinnen, die auf dem Feld nach archäologischen Funden Ausschau halten, zurückgekehrte Nachkommen alter Adelsgeschlechter, Männer und Frauen, die über kurzfristige Beschäftigungsmaßnahmen nach möglichst sinnvoller Arbeit suchen...

An vergangene Zeiten in der Uckermark erinnert sich der inzwischen verstorbene BE-Theatermacher Fritz Marquardt, der als junger Mann zunächst politischer Agitator und Bauer war bevor er am Rosa-Luxemburg-Platz und dann am Schiffbauerdamm als Regisseur und späterer Co-Direktor des Berliner Ensembles u.a. mit Heiner Müller-Inszenierungen reüssierte: Ein stets kritischer Intellektueller, der entsprechend „aneckte“, und das nicht nur an der Brecht-Bühne. Und wie auf einer Bühne versammelt der Film eine kleine Schar von Übriggebliebenen und Heimkehrern, die er bisweilen skurril und tragikomisch, manchmal melancholisch und von trotzigem Idealismus zeigt. Volker Koepp enthält sich wie im Übrigen auch in den Nachfolgeproduktionen wie „Pommerland“ und „Schattenland – Masuren“ eines eigenen (zeitgeschichtlichen) Kommentars. Für die – häufig unfreiwilligen, aber sehr charakteristischen – Kommentare sorgen allein die „Protagonisten“ des äußerst sehenswerten Dokumentarfilms.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Editing

Music

Production company

All Credits

Shoot

    • Uckermark
Duration:
2982 m, 109 min
Format:
35mm, 1:1,66
Video/Audio:
Farbe, Ton
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 05.03.2002, 90074, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 09.02.2002, Berlin, IFF - Internationales Forum des Jungen Films;
Kinostart (DE): 16.05.2002;
TV-Erstsendung (DE): 17.12.2003, ARD

Titles

  • Originaltitel (DE) Uckermark

Versions

Original

Duration:
2982 m, 109 min
Format:
35mm, 1:1,66
Video/Audio:
Farbe, Ton
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 05.03.2002, 90074, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 09.02.2002, Berlin, IFF - Internationales Forum des Jungen Films;
Kinostart (DE): 16.05.2002;
TV-Erstsendung (DE): 17.12.2003, ARD