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All Pictures (7)Credits
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Producer
All Credits
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Screenplay
Director of photography
Colour grading
Titles / Opticals
Editing
Audio mixing
Music
Participation
Production company
in co-production with
Producer
Producer (TV)
Production assistant
Original distributor
Duration:
129 min
Format:
DCP
Video/Audio:
Farbe, Ton
Censorship/Age rating:
FSK-Prüfung (DE): 03.03.2026, 278243, ab 6 Jahre / feiertagsfrei
Screening:
Kinostart (DE): 11.06.2026
Titles
- Originaltitel (DE) Kommunist
- Arbeitstitel (DE) Genosse Krenz
Versions
Original
Duration:
129 min
Format:
DCP
Video/Audio:
Farbe, Ton
Censorship/Age rating:
FSK-Prüfung (DE): 03.03.2026, 278243, ab 6 Jahre / feiertagsfrei
Screening:
Kinostart (DE): 11.06.2026
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Als langjähriger Kronprinz Erich Honeckers hatte Egon Krenz nicht nur „nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen“, die er auch auf Nachfrage Lutz Pehnerts nicht näher erläutern konnte, den Mauerbau 1961 befürwortet, um ein vom kapitalistischen Westen forciertes „Ausbluten der DDR“ zu verhindern. Sondern bis zuletzt auch alle anderen Beschlüsse der verknöchert-senilen Politbüro-Riege mitgetragen.
Was er sich im Nachhinein zum Vorwurf macht, ist, als bei weitem jüngstes Mitglied im absolutistischen Führungszirkel der DDR zu lange geschwiegen zu haben, auch als Michail Gorbatschow längst mit Glasnost („Offenheit“) und Perestroika („Umbau“) eine neue Zeit eingeläutet hatte. Was er sich hoch anrechnet, ist, dafür gesorgt zu haben, dass bei der „friedlichen Revolution“ der Wendezeit kein Blut geflossen ist wie 1968 bei der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ Alexander Dubčeks oder 1989 bei der Auflösung von Protesten auf dem Tian’anmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens) in Peking.
Nach der Wiedervereinigung wurde er von seiner Partei ausgeschlossen. Unbeirrt stellte er sich immer wieder öffentlichen Rechtfertigungs-Diskussionen, etwa mit der Malerin und Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, im Bewusstsein, überall in der Minderheit zu sein. Von 22 Ermittlungsverfahren gegen Krenz mussten 21 eingestellt werden. Wegen seiner Mitverantwortung für die Mauertoten ist er 1997 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Grünen-Politikerin Marianne Birthler rechtfertigt als „Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik“ die Strafverfahren: Sie sollen in der Bevölkerung das Bewusstsein schärfen für den Unterschied von Gut und Böse.
Seit seiner Entlassung 2003 lebt Egon Krenz mit seiner Gattin Erika in einem idyllisch gelegenen Haus in Dierhagen an der Ostsee. Auf friedensbewegten Veranstaltungen der DKP und mit ihr verbündeter Antifa-Initiativen spricht er über seine positiven Erfahrungen als Kind mit Sowjetsoldaten und positioniert sich klar für „eine ordentliche Beziehung“ Deutschlands zu Russland. Aber nach Erikas Tod 2017 hat er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, bezeichnet sich Pehnert gegenüber als „Einsiedler, aber nicht einsam“. Dazu trägt u.a. der niederländische Sozialdemokrat Ruudt van Malten bei, der ihn regelmäßig besucht, sowie der freundschaftlich-offene Austausch mit ost- und westdeutschen Nachbarn.
Egon Krenz verrät, dass er 1946 als Kind in Damgarten zur Aufbesserung des knappen Budgets SED-Plakate mit CDU-Stickern überklebt hat. Was dem SED-Vorsitzenden zu Ohren kam, der ihm für gleiches Salär die Verteilung der Parteizeitung offerierte – der Anfang seiner politischen Karriere. Die durch das erste Todesopfer des Kalten Krieges beflügelt wird, als ein Polizist den 21-jährigen Arbeiter Philipp Müller, Mitglied in der Jugendorganisation FDJ, am 11. Mai 1952 bei einer verbotenen Friedensdemonstration in Essen gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik erschießt.
Solveig Leo, Vorsitzende der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft „Clara Zetkin“ in Thüringen, die einst als „Held der Arbeit“ zu Walter Ulbricht nach Berlin eingeladen worden ist, hat mit Egon Krenz über viele Jahre vertrauensvoll zusammengearbeitet. Beide haben sich – mit paralleler Aufstiegsgeschichte – wenig später im Zentralrat der FDJ kennen und schätzen gelernt. Der Pankower Pfarrer Werner Krätschell schließlich, Superintendent der evang. Kirche Berlins von 1979 bis 1996, bestätigt als Aktivist der kirchlichen Friedensbewegung Egon Krenz‘ Verdienste um die Gewaltlosigkeit der Wende.
Lutz Pehnert, der 2023 durch ein Ehrenstipendium im Ahrenshooper Künstlerhaus „Lukas“ unweit von Dierhagen lebte, hat mit Egon Krenz und den anderen Zeitzeugen sehr offen sprechen können. „Kommunist“ ist der aus meiner Sicht gelungene Versuch, die Ambivalenz des Porträtierten aufzuzeigen, dabei aber auf jede Schwarzweiß-Malerei zu verzichten. Der 1961 als Sohn des stellv. DDR-Kulturministers in Berlin geborene und in einem staatstreuen Umfeld aufgewachsene Regisseur weiß aus eigener Erfahrung, dass man rasch mit Voreingenommenheit, Vorurteilen und Polemik konfrontiert wird als einstiger Redakteur beim auflagenstarken FDJ-Zentralorgan „Junge Welt“ über die Wende hinaus bis 1995.
Pitt Herrmann