Griseldis

BR Deutschland 1974 TV-Spielfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
Griseldis von Ronach (Paraderolle für die so wundervoll schmachtende Sabine Sinjen) ist eine verarmte Adlige, die gerade ihren Vater verloren hat. Aber sie ist mit einem sonnigen Gemüt gesegnet und scheint prädestiniert dafür zu sein, als Erzieherin zu arbeiten. Auf Schloss Treuenfels bekommt sie ihre erste Anstellung, um Gilda, die kleine Tochter des Grafen Harro von Treuenfels, zu betreuen. Der total unglückliche Hausherr war des Mordes an seiner Gattin angeklagt und nur mangels an Beweisen freigesprochen worden. Griseldis wachsen zuerst die Tochter, alsbald aber auch der Vater ans Herz, es scheint sich zwischen ihr und dem Grafen eine zarte Liebe zu entwickeln – durchaus mit Billigung der kleinen Gilda.

Nur die Komtesse Beate von Treuenfels, eine entfernte Verwandte Harros, die ebenfalls auf dem Schloss wohnt, verhält sich Griseldis gegenüber abweisend. Was nicht weiter verwundert, sieht sie in der schönen Erzieherin doch eine ernsthafte Konkurrentin um den Mann, für den sie eine geradezu verzehrende Leidenschaft empfindet, die jedoch beim Schlossherrn auf keine Gegenliebe stößt. Zudem steht der nach wie vor unaufgeklärte Tod von Harros Frau unbewusst zwischen den beiden. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, stellt Griseldis Nachforschungen an – und gerät dabei in große Gefahr...

Fünf Klassiker der als Kitsch-Königin abgestempelten „Gartenlaube“-Autorin Hedwig Courths-Mahler (1876-1950) hat der Süddeutsche Rundfunk (heute SWR) zu Beginn der 1970er Jahre fürs „Erste“ verfilmen lassen, so von Gert Westphal („Der Scheingemahl“), Tom Toelle („Eine ungeliebte Frau“, „Die Kriegsbraut“) und Bruno Voges („Die Bettelprinzeß“).

Unstrittiges Highlight der vom damaligen Stuttgarter Programmchef Horst Jaedicken verantworteten Reihe „Die Welt der Hedwig Courths-Mahler“, die sicherlich auch einen Beitrag zur Popularisierung des Farbfernsehens beigetragen hat, aber war „Griseldis“ von Peter Beauvais: Ein Schwelgen in schönen Landschaften, prächtigen Interieurs, schönen (wenn auch ab und an intriganten) Menschen und mit Gert Westphal ein Erzähler, dessen Stimme allein nostalgische Gefühle auslöst, gemütliche Kaminfeuer- und Portwein-Wärme ausstrahlt – übrigens durchgängig in allen Filmen.

Während etwa Tom Toelle versucht hatte, sich durch sprachliche Stilisierung seiner Protagonisten Volkert Kraeft, Donata Höffer, Uli Philipp und Diana Körner sowie anderen filmischen Distanzierungsmitteln von der Trivialität der Vorlagen abzusetzen, ist Peter Beauvais ganz unbefangen an die Sache herangegangen – und hat die Titelrolle sicherlich nicht zufällig mit seiner Gattin Sabine Sinjen besetzt.

„Ich bin mit vollen Segeln hinein“, gestand der Münchner Regisseur 1978 anlässlich der zweiten TV-Ausstrahlung der Reihe im ARD-Presseheft, „weil mir die Geschichte gefallen hat und ich den Zuschauern die Möglichkeit geben wollte, sich zu identifizieren. Das ist ein Stoff mit sehr vielen guten, fast krimihaften Spannungselementen, mit sehr saftigen, runden Figuren, mit viel atmosphärischem Zauber und mit großen Möglichkeiten von Humor.“

Pitt Herrmann

Credits

Screenplay

Director of photography

Music

Cast

All Credits

Screenplay

Director of photography

Set design

Costume design

Music

Cast

Voice

Duration:
111 min
Video/Audio:
Farbe, Ton
Screening:

TV-Erstsendung (DE): 09.06.1974, ARD

Titles

  • Originaltitel (DE) Griseldis

Versions

Original

Duration:
111 min
Video/Audio:
Farbe, Ton
Screening:

TV-Erstsendung (DE): 09.06.1974, ARD