"Seelische Konstruktionen" mit dem Untertitel "Mir ist so seltsam als sei die ganze Welt betrunken" ist ein Silhouettenfilm mit einer von Oskar Fischinger eigens entwickelten Technik: Er filmte senkrecht von oben eine von unten beleuchtete Milchglasscheibe, auf der er eine Masse aus Kaolin – ein Gemisch aus Wachs und Ton – ausrollte und daraus Silhouettenfiguren ausschnitt oder ausstach. Diese konnte er dann nach Belieben verformen und vergrößern oder verkleinern.
Der mit Hilfe dieser Technik entstandene Film erzählt von zwei Männern, die sich in einer Bar betrinken, miteinander kämpfen und schließlich nach Hause ins Bett stolpern. Die Geschichte wird in experimenteller Form präsentiert, so wird beispielsweise das Bein des einen Mannes beim Treten länger und dicker oder als der eine den anderen würgt, schrumpft dieser zu einer dünnen matten Linie zusammen. Auf dem Heimweg halluzinieren die Männer Hindernisse, die in der Folge zu "lebendigen" Widersachern werden. Um die Desorientierung der Männer zu unterstreichen, schnitt Fischinger stellenweise ein oder mehrere Bilder aus einer jeweils anderen Szene in das Gezeigte. Inspiriert zu diesem Werk wurde Fischinger durch Lotte Reinigers Scherenschnittfilm "Die Abenteuer des Prinzen Achmed".
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