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Original distributor
Shoot
- 2022 - 2024: Hamburg
Duration:
104 min
Format:
DCP, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, 5.1
Censorship/Age rating:
FSK-Prüfung (DE): 09.09.2026, 289105, ab 6 Jahre / feiertagsfrei
Screening:
Voraufführung (DE): 17.09.2026, Leipzig, Filmkunstmesse;
Uraufführung (DE): 26.09.2026, Hamburg, Filmfest - Hamburger Premieren;
Kinostart (DE): 08.10.2026
Titles
- Arbeitstitel (DE) Sternbrücke - der letzte Sommer
- Originaltitel (DE) Sternbrücke Forever
Versions
Original
Duration:
104 min
Format:
DCP, 1:1,85
Video/Audio:
Farbe, 5.1
Censorship/Age rating:
FSK-Prüfung (DE): 09.09.2026, 289105, ab 6 Jahre / feiertagsfrei
Screening:
Voraufführung (DE): 17.09.2026, Leipzig, Filmkunstmesse;
Uraufführung (DE): 26.09.2026, Hamburg, Filmfest - Hamburger Premieren;
Kinostart (DE): 08.10.2026
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Nicht nur jedes Wochenende wie in den anderen Metropolen der Republik, sondern beinahe täglich strömen junge Menschen in die Bars und Clubs unter der Sternbrücke und den Eisenbahnbögen: Juri und Marco mögen es in ihrer Beat Boutique eher elegant, während bei Anna, Daniel und Hauke in der Astra Stube junge Live-Bands für volle Dröhnung sorgen, die Martina bisweilen nervt in ihrer gegenüberliegenden Wohnung. Die Disco Fundbureau ist, mit Türkontrolle, eine weitere nächtliche Anlaufstelle, deren Zeit hier abläuft. Weil die Bahn schon seit vielen Jahren einen Brücken-Neubau plant. Als der Abriss der Brücke beschlossen wird, beginnt für die Menschen vor Ort, die bereits seit 2000 nur kurzfristige Mietverträge erhielten, eine jahrelange Zeit der Ungewissheit.
Christian Hornung, der jahrelang auf dem Weg zu seiner Bürogemeinschaft mit dem Fahrrad unter dieser Brücke durchgefahren ist, begleitet in der knapp einhundertminütigen Dokumentation die Gemeinschaft im Ausnahmezustand über fünf Jahre – zwischen Alltag, Widerstand und Abschied. Die „Initiative Sternbrücke“ sorgt mit Open-Air-Konzerten für Stimmung im Kiez und überregionale Aufmerksamkeit, scheitert aber letztlich mit allen durch Crowdfunding finanzierten juristischen Interventionen. Im Sommer 2026 wird die alte Sternbrücke rückgebaut. Ihre Geschichte endet mit einem Spektakel, das zahlreiche Technik-Freaks weit über Hamburg hinaus anzog: In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 2026 wurde die neue, rund 3.700 Tonnen schwere und 108 Meter lange „Monsterbrücke“ aus Stahl in Millimeterarbeit zu ihrem künftigen Standort transportiert und auf die neuen Widerlager gesetzt.
„Sternbrücke Forever“ ist eine warmherzig-wehmütige und dabei überraschend humorvolle Liebeserklärung an einen besonderen Ort und seine Menschen und zugleich ein harscher, in den Gesprächen mit Betroffenen ‘mal resignierter, ‘mal wütender Kommentar zu einer bürokratischen Politik, deren Folgen in vielen Städten zu beobachten sind. Aus einer Hamburger Geschichte wird so eine universelle Erzählung über Veränderung und Zusammenhalt – und über die Frage, was die Stadt lebenswert macht.
Wem gehört die Stadt? Den Menschen, die einen Kultort wie diese laute, hässliche, seit Jahrzehnten verkommene Straßenkreuzung samt Unterführung geprägt haben? Schön wärs, aber über seine Zukunft entscheiden andere. Ein ehemals denkmalgeschütztes Bauwerk, sieben weitere Gebäude sowie sechzig große Bäume mussten dem Neubau einer Eisenbahnbrücke für Hochgeschwindigkeitszüge mitten durch ein dichtbesiedeltes historisches Wohngebiet weichen, Menschen verloren ihre Arbeit und mussten wegziehen. Und so stellt sich die Frage, die angesichts einer bundesweit voranschreitenden Gentrifizierung keineswegs auf Hamburg beschränkt ist: Welche Räume bleiben für Nischen, für Kreativität, für Widerstand oder für Gemeinschaft?
Christian Hornung im jip-Presseheft: „Die Sternbrücke war mehr als nur eine Straßenkreuzung mit viel Verkehr: Sie war ein vertrauter architektonischer Anker im täglichen Leben, Teil einer verbindenden Stadtidentität. Und das ist wieder ein universelles Phänomen: Die Identifikation mit einer Stadt oder einem Stadtteil passiert über unterschiedliche Ebenen. Für die einen ist es ein Verein, ein Dialekt oder ein Lebensgefühl, meist sind es aber Orte und Bauwerke – und da nicht unbedingt immer die offensichtlichsten –, die stark identifikationsstiftend sind.“
Pitt Herrmann