Summary
The film tells the story of the smelter brigade of a steel mill whose members are connected by a strong comradeship. Among the workers are, for instance, young Rolf, whom everybody just calls "Lachtaube" and who always comes through for his co-workers, or the likable Hubert, who works as a simple smelter again after being dismissed as the head of the steel mill. Then, there is also the stubborn Manfred, who should have become a brigadier long ago because of his experience and his competence, but this privilege is refused to him because Manfred is not a party member. Ironically, it is Manfred who hears by accident about the plans of the mill to close down the old Martin furnaces – and to lay off the smelters. When the other men learn about the plans they enter the barricades for their jobs and force the plant′s management to face the workers′ demands and criticism.
The contents of this entry were funded with the support of the DEFA-Stiftung.
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„Das neue Kind schreit“ zeigt sich der Ingenieur Dr. Dörster begeistert, als er mitten in der Nacht Heinz Flatow, den Betriebsdirektor des Stahlwerks, aus dem Schlaf reißt und dessen darob ärgerliche Gattin gleich mit. Denn bisher hat die „Versuchsanlage“, welche langfristig die veralteten Siemens-Martin-Öfen ersetzen soll, nicht wirklich funktioniert. 5.30 Uhr, Schichtbeginn. Ein „Neuer“, angeblich einst ein „hohes Tier“, wie der Pförtner raunt, betritt mit Sack und Pack die Umkleide: Hubert Zementhin wird von Wilhelm Heppner mit „Glück auf!“ begrüßt. Er stamme aus der Uckermark und sei zunächst im Ledigenwohnheim untergekommen, erzählt Zementhin. Und verschweigt, dass er als Leiter eines Stahlwerks abgesetzt worden ist und nun wieder als Schmelzer arbeitet – zwei Jahre zur Bewährung in der Produktion.
Begrüßt von seinem Meister Manfred Nasse, Aktivist des Fünfjahresplans, aber kein Brigadier, weil er nicht Parteimitglied ist, und den neuen Kollegen Georg Fletscher, Schweyk, Dieter Krampe, Karl-Heinz Barhaupt und Andri Brom erfährt Zementhin, dass er seinen Brigadier Hermann Becker, genannt „der schöne Becker“, erstmal nicht antreffen wird: der verbringt seine „Feierschicht“, ein offenes Geheimnis, bei seiner Geliebten Doris, Serviererin im „Kreml“. Die schon lange vergeblich davon träumt, mit dem verheirateten Mann wegzugehen. Später kommt auch Lachtaube dazu, der auch erstmal im Ledigenheim Asyl gefunden hat. Und, zur Verwunderung der Brigade, gleich zwei „hohe Tiere“ im Anzug: Parteisekretär Enders und Betriebsdirektor Heinz Flatow.
Die den „Neuen“ offenbar gut kennen und ihm mit einiger Befangenheit begegnen, obwohl sie sich offiziell nur nach dem Fortschritt der Umgestaltung des Kombinats erkundigen. Welche für die Brigade Müller Konsequenzen hat: Sie wird umgesetzt, wenn das Siemens-Martin-Stahlwerk zugunsten moderner Technologie geschlossen wird. „Wenn die hier zumachen, an den Elektroofen gehe ich nicht“ setzt Lachtaube das erste Ausrufezeichen für den Widerstand der hart arbeitenden Männer. Als Werner Horscht die Abschaltung der Martinöfen in einem halben Jahr verkündet, attackiert das SED-Mitglied Ziener die Leiter. Für wen, fragen die Arbeiter, ist der Sozialismus da: für die Menschen oder die Maschinen? Sie fühlen sich wie Schachfiguren und vertrauen den Leitenden nicht mehr: „Der Schweiß von gestern macht Euch nicht mehr nass“ findet Lachtaube klare Worte.
Der erst den Kollegen Barhaupt aus dem Werk schafft mit viel Verständnis für den Betrunkenen („Wir waren doch dem sein Zuhause“) und dann Brigadier Beckers im dritten Monat schwangere Gattin Luise tröstet: Die zum ersten Mal im Werk erschienene Tramlenkerin erfährt von der Existenz der Kellnerin Doris und will sogleich einen Schlussstrich ziehen – mit Hilfe ihrer Kollegin Anna (Anneliese Papke). Zementhin hat sich naturgemäß bisher zurückgehalten. Als er Lachtaube im „Kreml“ trifft, klagt der ihm sein Leid bezüglich der Wohnungssuche für ein Zusammenleben mit Renate. Weshalb er, sich auf die eigene Chefattitüde besinnend, Ziener als angeblicher Chef der Kontrollkommission des Stahlwerks zum Wohnungsamt begleitet und den Leiter im Handumdrehen eine attraktive Wohnung aus dem Karteikasten ziehen lässt.
Auch sonst scheint sich alles in Wohlgefallen aufzulösen: Doris erkundigt sich in der Bahn beim freundlichen Kellner Hermann über Arbeitsbedingungen bei der Mitropa, Manfred Nasse wird auf einer Feier im Klubhaus der Stahlarbeiter von seiner alten Lehrerin in den Arm genommen und Hubert Zementhin vom hochbetagten fünffachen Aktivisten Alfred Pöpel demonstrativ als einst vorbildlicher Chef gelobt. Nur Lachtaube steht einmal mehr vor Renates verschlossener Wohnungstür…
Helmut Baierls Szenarium nach seinem 1974 in Dresden uraufgeführten Theaterstück „Die Lachtaube“ hat Ralf Kirsten zu einem kritischen Spielfilm über Konflikte in einem Stahlwerk zwischen selbstbewussten Arbeitern und einer konfliktscheuen Leitungsebene zugespitzt, der nur den Parteisekretär Heinz Flatow ausnimmt, welcher Verständnis für den Unmut der Kollegen äußert, andererseits aber die Notwendigkeit technischen Fortschritts betont. Besonders unglücklich agiert der Ingenieur, auf dem die Hoffnung der Direktion liegt, weil der Plan „knirscht“: Dr. Dörster bezeichnet das Werk als „Bruchbude“, das längst abgerissen gehört, was die Emotionen hochkochen lässt.
„Lachtauben weinen nicht“ ist im sächsischen VEB Stahl- und Walzwerk Gröditz gedreht, am 19. September 1979 im Berliner Kosmos-Kino uraufgeführt und am 2. Oktober 1979 im Fernsehen der DDR erstausgestrahlt worden. Im Jahr darauf gabs den Heinrich-Greif-Preis 1. Klasse, eine staatliche Auszeichnung für „hervorragende Leistungen der sozialistisch-realistischen Film- und Fernsehkunst der DDR“ für das „Schöpferkollektiv“ um Ralf Kirsten.
Pitt Herrmann