Cotton Queen

Deutschland Frankreich Palästina Niederlande Katar Saudi-Arabien 2024/2025 Spielfilm

Summary

The film tells the story of 15-year-old Nafisa, who lives in a traditional cotton-growing village in Sudan. She spends her summer working in the fields with her grandmother Al-Sit, the respected matriarch of the village. As Nafisa experiences her first love, she must also navigate the expectations of her family and community, which are deeply rooted in tradition. The arrival of Nadir, a young Sudanese businessman returning from abroad, introduces new technologies to the cotton fields and disrupts long-standing social structures. Nafisa's parents see in him an opportunity to secure the family's prosperity through an arranged marriage - but the ultimate decision about Nafisa's future, including the question of female circumcision, rests with her grandmother. Caught between familial obligations, societal pressures, and her own desire for self-determination, Nafisa must find her own path and assert herself between tradition and modernity. 

The title "Cotton Queen" references a colonial tradition from the British-ruled Sudan, in which a girl involved in cotton production was crowned "Cotton Queen." The director reclaims and transforms this concept: what was once a role defined by colonial authorities becomes a symbol of empowerment for Sudanese girls, highlighting their strength beyond beauty or marriage.
 

Comments

You have seen this movie? We are looking forward to your comment!

Heinz17herne
Heinz17herne
Die 15-jährige Nafisa lebt in einem traditionellen Baumwolldorf im Sudan. „Nur böse Mädchen gehen zum Fluss“: In der archaischen Nil-Landschaft ist sie wie alle anderen Kinder und Jugendlichen mit den märchenhaften Geschichten ihrer Großmutter Al-Sit aufgewachsen, die ihrer Enkelin verbietet, mit den anderen Mädchen im Fluss baden zu gehen. Al-Sit gilt als Heldin, soll sie doch im Alter ihrer Enkelin heute den General Allison (Rodney Sharkey) der britischen Besatzungstruppen in seinem Bett erschlagen haben.

Jetzt in den Sommerferien hilft Nafisa zusammen mit ihren Freundinnen bei der Baumwollernte. Die Mädchen und jungen Frauen singen während der monotonen Arbeit unter sengender Sonne, Schatten gibt es nur zur Trinkpause unter einem Baum. Dann sprechen sie über ihre Träume von reichen Liebhabern und Schönheits-Tipps aus den Social-Media-Kanälen, die sie für bare Münze nehmen wie das Herunterwürgen von Watte zum Abnehmen.

Nafisa ist zum ersten Mal verliebt – in Babiker, einen sehr zurückhaltenden Jungen aus dem Dorf. Der bei ihren Freundinnen nicht gut angeschrieben ist, weil er aus keiner reichen Familie stammt und auch nach Feierabend nach Zwiebeln riecht, die sein Vater anbaut. An eine Heirat ist also nicht zu denken – und diesbezüglich hat wahrscheinlich ohnehin die Großmutter das letzte Wort.

Denn Al-Sit, die geachtete Matriarchin, hält nicht zuletzt als Medizinfrau, die Heilmittel anrührt und die Ernte segnet, sämtliche Fäden des Dorfs fest in ihren Händen. Sie gibt ihr seit Generationen tradiertes Wissen an Nafisa weiter. Die Ankunft von Nadir, einem jungen sudanstämmigen Geschäftsmann aus dem Ausland, droht, das Leben des Dorfs zu erschüttern: Aus London kommend bezieht der zunächst westlich-elegant gekleidete, alle Aufmerksamkeit der jungen Mädchen auf sich ziehende „Herr“ ein seit Jahrzehnten verwaistes hochherrschaftliches „Geisterhaus“ aus der Kolonialzeit. Er will durch den Einsatz von Maschinen, neuen Technologien mit genetisch verändertem Saatgut und großen Entwicklungsplänen den herkömmlichen Baumwollanbau revolutionieren.

Während Nafisas Vater Bilal dem Neuankömmling hilft, sich in der ihm völlig fremden Umgebung zurechtzufinden, wittert ihre Mutter Aisha die Chance, ihre Tochter mit Nadir zu verheiraten und so den Wohlstand der Familie zu vergrößern. Weshalb sie in Konkurrenz zu anderen Müttern mit Töchtern im heiratsfähigen Alter dem nun in sudanesischer Tracht gewandeten Investor, der sich inzwischen einen betressten Butler zugelegt hat, das Essen zubereitet. Hin- und hergerissen zwischen den Forderungen ihrer Familie, ihrer aufkeimenden Liebe zu Babiker und ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit muss Nafisa ihren eigenen Weg zwischen Tradition und Moderne finden.

Regisseurin Suzannah Mirghani, Tochter eines sudanesischen Vaters und einer russischen Mutter, im jip-Presseheft: „Die politische und wirtschaftliche Krise zwang meine Familie zur Auswanderung, als ich Teenager war. Diese Erfahrung prägt meine Arbeit. Al-Sit basiert auf meiner eigenen Großmutter, der zentralen Autorität unserer Familie. Der Film fragt, wie sich weibliche Macht im Laufe eines Lebens verschiebt: vom machtlosen jungen Mädchen zur entscheidenden Instanz im Alter, und wie ein Mädchen seinen eigenen Weg zwischen alten und neuen Lebensformen finden kann.“

„Ich bestimme über meine Zukunft“: Nafisas Weg, soviel muss verraten werden, weil er aus meiner Sicht nicht zum gewünschten Ziel führen kann, ist ein gewalttätiger. „Cotton Queen“, der Titel bezieht sich auf eine Misswahl unter jungen Baumwollpflückerinnen während der britischen Kolonialzeit, wirft in der episodischen Szene eines Puppenspiels ein kurzes Schlaglicht auf mittelalterliche patriarchale Traditionen wie die weibliche Beschneidung, die auch durch die kurze Phase der Zivilregierung Sudans zwischen 2019 und dem Militärputsch im Oktober 2021 nicht unterbunden werden konnten.

Der erste Spielfilm Suzannah Mirghanis, der stellvertretenden Direktorin für Publikationen am Zentrum für internationale und regionale Studien (CIRS) der Georgetown University in Katar, erhielt 2022 den Arte Kino Award bei L’Atelier de la Cinéfondation in Cannes. 2025 gabs die Auszeichnung „Bester Spielfilm“ beim Int. Filmfestival Thessaloniki, den Publikumspreis beim Doha Filmfestival sowie den Preis als „Bester Debütfilm“ beim Carthage Filmfestival.

Pitt Herrmann

Credits

All Credits

Shoot

    • 24.09.2024 - 27.10.2024: Kairo und Umgebung
Duration:
94 min
Format:
DCP, 1:1,37
Video/Audio:
Farbe, Dolby 5.1
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 08.04.2026, 279432, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (IT): 27.08.2025 - 06.09.2025, Venedig, IFF - Settimana della Critica;
Erstaufführung (DE): 29.09.2025, Hamburg, Filmfest - Kaleidoscope;
Kinostart (DE): 23.04.2026

Titles

  • Originaltitel (DE) Cotton Queen

Versions

Original

Duration:
94 min
Format:
DCP, 1:1,37
Video/Audio:
Farbe, Dolby 5.1
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 08.04.2026, 279432, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (IT): 27.08.2025 - 06.09.2025, Venedig, IFF - Settimana della Critica;
Erstaufführung (DE): 29.09.2025, Hamburg, Filmfest - Kaleidoscope;
Kinostart (DE): 23.04.2026

Awards

IFF Thessaloniki 2025
  • Thessaloniki State Symphony Orchestra Award, Beste Filmmusik
  • Goldener Alexander - Theo Angelopoulos, Bester Spielfilm
Carthage Filmfestival 2025
  • Bester Debütfilm
Doha Filmfestival 2025
  • Publikumspreis
L'Atelier de la Cinéfondation in Cannes 2022
  • Arte Kino Award