Bei der Ernte wird auch sonntags gearbeitet. Der Stall muss immer saubergefegt sein, und wenn die Mutterkuh ihr Kalb
nicht annimmt, wird es von Hand aufgezogen. Marko ist Auszubildender in einem großen Agrarbetrieb im
Nuthe-Urstromtal, 60 Kilometer südlich von Berlin. Besteht er seine Abschlussprüfung, ist er Landwirt. Ob er das
überhaupt sein will, weiß er nicht. Außerhalb der Arbeit hat er kaum Kontakte, die elf anderen Lehrlinge halten ihn
für einen verschlossenen Einzelgänger. Aber als Jacob, ein neuer Praktikant, im Betrieb auftaucht, wagt sich Marko
langsam aus der Rolle des Außenseiters heraus. Bei der Ernte, beim Abfahren des Getreides und beim Umbuchten der
Kälber kommen die beiden jungen Männer sich näher. Für einen Tag reißen sie nach Berlin aus, und danach ist nichts
mehr wie zuvor. Eine Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Doch keiner von beiden hat sich bislang gefragt, wie – und
vor allem wie offen – er leben will.
Benjamin Cantu: "Die Überzeugung, dass ich einen improvisierten Spielfilm drehen kann, in dem die Lehrlinge und
Mitarbeiter eines landwirtschaftlichen Betriebs ein selbstverständlicher Teil meiner Geschichte werden, gewann ich
während der Recherche, als ich auf dem Betriebshof ausgeholfen habe. Mich hat die Lebenswirklichkeit dieser Menschen
interessiert, nicht zuletzt, weil sie ganz anders ist als meine. Dass die Stadt, obwohl sie so nah ist, für sie
keine Rolle spielt, erstaunte mich. Gemeinsam mit ihnen und beeinflusst durch die Art, wie sie miteinander umgehen
und sprechen, entstand die Geschichte von ′Stadt Land Fluss′."
Quelle: 61. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
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