Das Goebbels-Experiment

Das Goebbels-Experiment

Deutschland 2003-2005, Dokumentarfilm

Inhalt

Joseph Goebbels (1897-1945) hat den NS-Staat als Markenzeichen überlebt. Sein Name steht noch heute für hemmungslose, zynische und zumindest zeitweise erfolgreiche Propaganda. In regelmäßigen Abständen kommt es zu Goebbels-Vergleichen, mit denen aktive Politiker als besonders üble Hetzer und Polemiker gebrandmarkt werden sollen. Aber das Leben des Joseph Goebbels ist schillernder und beunruhigender, als es die gängige Zuordnung als Propaganda-Genie oder "Reichslügenbold" nahe legt.

Der Film von Lutz Hachmeister und Michael Kloft zeigt, wie sich Goebbels von seinen Anfängen als radikaler "völkischer Sozialist" bis zum Selbstmord mit Frau und Kindern ständig neu inszenierte und "erfand". Er bringt den Zuschauern die Karriere eines modernen Medien-Politikers dabei auf ungewöhnliche Weise nahe – verzichtet wird auf jeden Kommentar; nur Goebbels selbst spricht aus seinen Tagebüchern, die er von 1924 bis 1945 ununterbrochen und exzessiv führte. Es entsteht so das Psychogramm eines Mannes, der hochtourig zwischen Weltschmerz, Wehleidigkeit, Vernichtungswut und politischer Ekstase hin- und herschwankte. Ein Experiment in Sachen Stilisierung und Manipulation, das er nicht nur mit der Öffentlichkeit vollführte, sondern auch mit sich selbst – so war der Täter sein eigenes und erstes Opfer.

Goebbels war, wie kaum ein anderer Politiker und Agitator vor ihm, eine filmische und theatralische Existenz. Der Film bringt den manisch-depressiven Aktivisten den Zuschauern besonders in Gestik und Mimik nahe, zudem entsteht das Bild eines modernen News- und Medienmanagers, der sich voller Hingabe und Arbeitswut mit dem gesamten Spektrum der öffentlichen Kommunikation befasst – und dennoch politisch und moralisch auf der ganzen Linie scheitert. (Produktionsmitteilung)

Quelle: 55. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)

Kommentare

Sie haben diesen Film gesehen? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag!

Credits

Alle Credits

Regie:Lutz Hachmeister
Regie-Assistenz:Christian Wagener
Drehbuch:Lutz Hachmeister, Michael Kloft
Drehbuch-Mitarbeit:Christian Wagener
Kamera:Hajo Schomerus
Schnitt:Guido Krajewski
Ton-Design:Hans Schumann (Trailer)
Ton:Marcelo Busse, Rainer Gerlach, Kevin Granahan
Mischung:Tilo Busch
Recherche:Michael Kloft, Frank Gerstenthaler, Mathias von der Heide
Musik:Hubert Bittmann
Sprecher:Udo Samel (deutsche Fassung), Kenneth Branagh (englische Fassung)
Produktionsfirma:HMR Produktion GmbH (Köln)
in Co-Produktion mit:Spiegel TV GmbH (Hamburg), Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) (Mainz)
in Zusammenarbeit mit:BBC Storyville (London)
Produzent:Lutz Hachmeister
Redaktion:Günther van Endert
Herstellungsleitung:Thorsten Pollfuß
Post-Production:Carla Schild-Kreindl
Dreharbeiten:09.2003-04.2004: Berlin, Heiligendamm, Venedig, Athen
Erstverleih:Edition Salzgeber & Co. Medien GmbH (Berlin)
Filmförderung:Film- und Medien Stiftung NRW (Düsseldorf)
Länge:3067 m, 112 min
Format:35mm, 1:1,85
Bild/Ton:Farbe + s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung: 28.01.2005, 101362, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung: 15.02.2005, Berlin, IFF - Panorama Dokumente;
Kinostart (DE): 14.04.2005;
TV-Erstsendung: 03.07.2007, ZDF

Titel

Originaltitel (DE) Das Goebbels-Experiment
Originaltitel (GB) The Goebbels-Experiment

Fassungen

Original

Länge:3067 m, 112 min
Format:35mm, 1:1,85
Bild/Ton:Farbe + s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung: 28.01.2005, 101362, ab 12 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung: 15.02.2005, Berlin, IFF - Panorama Dokumente;
Kinostart (DE): 14.04.2005;
TV-Erstsendung: 03.07.2007, ZDF
 

Übersicht

Verfügbarkeit

Besucherzahlen

3.488 (Stand: April 2005)
Quelle: FFA

Literatur

KOBV-Suche